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Landesbanken Helaba prüft Zusammenschluss mit Dekabank

Die Frankfurt Landesbank will mit der Deka über eine Fusion zu einem „Zentralinstitut“ sprechen. Der Fondsanbieter ist sich da allerdings nicht so sicher.
13.12.2019 - 16:01 Uhr Kommentieren
Der Vorstand der Helaba will eine Zusammengehen mit der Deka prüfen. Eine fusionierte Bank könnte die Basis für eine bundesweite Sparkassenzentralbank sein. Quelle: dpa
Landesbank Hessen-Thüringen

Der Vorstand der Helaba will eine Zusammengehen mit der Deka prüfen. Eine fusionierte Bank könnte die Basis für eine bundesweite Sparkassenzentralbank sein.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die Dekabank liegen in Frankfurt nur ein paar Minuten Fußweg auseinander. Nun will die Helaba mit der benachbarten Deka über eine Fusion sprechen. Das teilte die Helaba am Freitagnachmittag mit. Verwaltungsrat sowie Trägerversammlung hätten den Vorstand beauftragt, mit der Deka „zu erörtern, wie die Stärken beider Häuser in ein leistungsfähiges Zentralinstitut der Sparkassen-Finanzgruppe“ zusammengeführt werden können.

Die Gespräche sollen demnach im kommenden Januar beginnen. Der Fondsdienstleister Deka hatte bereits vergangene Woche bekanntgegeben, dass er Anfang 2020 mit der Helaba sprechen will – allerdings offiziell nur über eine „vertiefte Zusammenarbeit“.

Zudem fiel die Entscheidung nach Handelsblatt-Informationen bei der Helaba einstimmig, bei der Deka aber nicht. Das zeigt, dass einige regionale Sparkassenverbände Vorbehalte gegen einen Zusammenschluss haben. Und es gibt weitere Hürden: Eine Fusion der beiden Banken, deren Geschäftsmodelle unterschiedlich sind, deren Dienstleistungen sich aber teils überschneiden, gilt als sehr komplex.

Eine Verschmelzung von Deka und Helaba wäre ein bemerkenswerter Schritt für die Sparkassen-Finanzgruppe, zu der Sparkassen wie Landesbanken gehören. Bisher ist die Zahl der Landesbanken – derzeit gibt es mit Helaba, BayernLB, LBBW und NordLB noch vier große Spitzeninstitute – vor allem dann gesunken, wenn eines der Häuser in Schwierigkeit geraten war und gerettet werden musste.

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    Dass Deka und Helaba stabil dastehen, wird von Insidern auch als Vorteil bei den anstehenden Gesprächen gesehen. Während die Deka stark im Fondsgeschäft ist, verdient die Helaba ihr Geld vor allem, indem sie Immobilienkredite vergibt. Zudem ist sie für einen Großteil der deutschen Sparkassen bereits der zentrale Dienstleister im Zahlungsverkehr. Die Deka gehört letztlich komplett den deutschen Sparkassen, alle knapp 380 Sparkassen sind an ihr beteiligt. Die Helaba ist mehrheitlich in Hand der Sparkassen aus Hessen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen.

    Thomas Groß wird neuer Helaba-Chef

    Sparkassenpräsident Helmut Schleweis, der dem Deka-Verwaltungsrat vorsitzt, dürfte die Prüfung dazu nutzen, eine Konsolidierung im Sektor voranzutreiben. Denn auch wenn der Deka-Vorstand offiziell nur eine engere Zusammenarbeit ausloten soll: De facto wird es auch von Seiten der Deka um eine Fusionsprüfung gehen.

    Schleweis peilt sogar an, dass die Sparkassen-Finanzgruppe künftig mit nur noch einem einzigen Zentralinstitut auskommt. Wie er sich den Weg dahin vorstellt, hat er bereits deutlich formuliert: „Durch eine Fusion von Helaba und Deka würde ein Nukleus für ein Zentralinstitut entstehen. Das Modell ist offen für andere“, sagte der Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) kürzlich dem Handelsblatt. „Die Bereitschaft und die Möglichkeit, weitere Banken aufzunehmen, sind da. Das ist erst der Anfang.“

    Im Gegensatz zum Sparkassenlager haben die Volks- und Raiffeisenbanken die Konsolidierung bereits hinter sich. Die Genossen, die stärksten Konkurrenten der Sparkassen, kommen mit einem Spitzeninstitut, der DZ Bank, aus. Die Frage ist, wie lange sich die Sparkassen angesichts des zunehmenden Drucks durch die Negativzinsen und des starken Wettbewerbs noch mehrere Zentralinstitute leisten wollen.

    Die Frankfurter DZ Bank war im Sommer 2016 mit der Düsseldorfer WGZ Bank zusammengegangen – zuvor waren vier Fusionsversuche gescheitert. Auch für Deka und Helaba hatte es in der Vergangenheit bereits Pläne für einen Zusammenschluss gegeben. Da das Projekt als anspruchsvoll gilt, dürfte es einige Zeit in Anspruch nehmen – für die Helaba wird daher dabei der künftige Vorstandschef eine wesentliche Rolle spielen.

    Thomas Groß, bisher Vize-Chef, wird zum 1. Juni 2020 an die Spitze rücken, teilte die Helaba weiter mit. Er kam 2012 von der WestLB, die damals in Folge der Finanzkrise zerschlagen wurde, zur Helaba. Der 54-Jährige ist unter anderem zuständig für das Risikomanagement. Er folgt auf Herbert Hans Grüntker, der im Sommer in den Ruhestand geht. Grüntker war seit 2015 Vorstandschef der Helaba. Zuvor war er mehrere Jahre Chef der Frankfurter Sparkasse, einer Tochter der Landesbank.
    Mehr: Die DKB soll innerhalb der BayernLB an Bedeutung gewinnen und wachsen. Warum die BayernLB ihre Direktbank stärken will.

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