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Landesbanken Helaba spricht sich für Super-Landesbank aus

Die Helaba ist offen für die Fusion von Landesbanken. Erst muss aber klar sein, welches Geschäftsmodell das fusionierte Geldhaus haben soll.
21.03.2019 - 15:53 Uhr Kommentieren
Helaba: Landesbank Hessen-Thüringen stoppt Gewinnschwund Quelle: dpa
Helaba-Zentrale in Frankfurt

Die Landesbank soll in den kommenden Jahren effizienter werden.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) steht einer Konsolidierung im Landesbanken-Sektor offen gegenüber – mit der Deka als Startpunkt. Der Vorstand begrüße es, dass „in die Frage der Struktur der Landesbankenlandschaft Bewegung kommen könnte“, sagte Helaba-Chef Herbert Hans Grüntker am Donnerstag.

Grüntker sprach sich dafür aus, dass mögliche Fusionen vom Fondsanbieter Deka und der Immobilienbank Berlin Hyp ausgehen sollten. Beide Unternehmen sind, anders als die Landesbanken, komplett in Sparkassenhand.

„Der Wunsch der Sparkassen, an einem konsolidierten Verbundinstitut einen sehr hohen Anteil zu halten, ist verständlich und nachvollziehbar“, sagte Grüntker. Er teile diese Einschätzung „voll und ganz“. Logisch sei dann aber auch, dass die Institute, an denen die Sparkassen zu 100 Prozent beteiligt sind, an einer Konsolidierung teilnehmen sollten – „und zwar nicht als krönender Abschluss, sondern zum Start als initiale Charmeoffensive“. Diese Institute müssten verbindlich erklären, dass sie eine Konsolidierung aktiv auf den Weg bringen wollten, so Grüntker.

Im öffentlich-rechtlichen Sektor wird seit Herbst über eine Konsolidierung der Landesbanken gesprochen. Sparkassenpräsident Helmut Schleweis möchte alle öffentlich-rechtlichen Spitzeninstitute zu einer Super-Landesbank verschmelzen.

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    Der Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) nennt sein Projekt „Sparkassenzentralbank“. Die Länder sollten seiner Ansicht nach am besten keinen Einfluss haben, allerdings halten sie der BayernLB, der Landesbank Baden-Württemberg und der gerade erst geretteten NordLB die Mehrheit. An der Helaba sind die Sparkassen aus Hessen und Thüringen mehrheitlich beteiligt.

    Damit positioniert sich Grüntker wie zuvor schon der Verwaltungsratschef der Helaba, Gerhard Grandke. Der Präsident der Sparkassen in Hessen und Thüringen hatte kürzlich signalisiert, dass er sich auch einen Zusammenschluss von Helaba, Deka und Berlin Hyp vorstellen könne. Für eine bundesweite Girozentralbank kann seiner Ansicht nach eine „Koalition der Willigen“ vorangehen.

    Nach Recherchen des Handelsblatts gibt es für eine Fusion von Helaba und Deka sogar schon eine Blaupause. Von Herbst 2014 bis Frühjahr 2015 hätten beide Institute bereits intensiv über einen Zusammenschluss beraten, berichten mehrere mit der Sache vertraute Personen.

    Grüntker betonte aber, dass bei einer Konsolidierung zu allererst die Frage des Geschäftsmodells beantwortet werden müsse. Man müsse die Frage stellen: „Welches Geschäftsmodell soll dieses Institut haben?“, so der Helaba-Chef. Dann müssten die Träger der verschiedenen Landesbanken entscheiden, ob sie dabei sein möchten oder nicht.

    Hintergrund ist, dass die Landesbanken unterschiedlich aufgestellt sind und auch viel von den Sparkassen unabhängiges Geschäft machen. So ist die Helaba einer der großen Immobilienfinanzierer in Deutschland – bei einer Sparkassenzentralbank wäre naheliegend, dass diese ausschließlich im Dienste der Sparkassen arbeitet. Sie würde dann gemeinsam mit den Sparkassen große Kredite für deren Firmenkunden stemmen und die Sparkassen bei Refinanzierung und Liquiditätsmanagment unterstützen.

    Genossenschaftsbanken mit der DZ-Bank als Vorbild

    Als Vorbild für eine Konsolidierung unter den Landesbanken gilt der genossenschaftliche Sektor, der mit der DZ Bank nur ein Spitzeninstitut hat. Die DZ Bank versteht sich als Dienstleister für ihre Eigentümer, die Volks- und Raiffeisenbanken. Zur DZ Bank gehören auch die so genannten Verbundunternehmen der Gruppe wie die Fondsgesellschaft Union Investment und der Versicherer R+V. Allerdings hat die Bank an sich ohne Beteiligungserträge im vergangenen Jahr auch nur gut 300 Millionen Euro vor Steuern eingefahren.

    Die Helaba verdiente 2018 vor Steuern 443 Millionen Euro und damit leicht weniger als im Vorjahr. Das für den Gewinn entscheidende Zinsergebnis fiel minimal. Wie viele andere Geldhäuser stemmte sich die Helaba gegen den Effekt der Minizinsen und der sinkenden Margen, indem sie mehr Kredite an Firmen- und Immobilienkunden vergab. Erneut stammte ein großer Teil der Erträge aus dem Geschäft mit Immobilienfinanzierungen.

    Dabei stellt die Bank wegen der andauernden Niedrigzins- und Negativzinspolitik „einen zunehmend intensiver werdenden Wettbewerb“ fest, wie Grüntker sagte. Dieser werde befeuert durch neue Konkurrenten wie zum Beispiel Versicherer, die langfristige Kredite vergeben, und durch die Digitalisierung. „Margen und Erträge geraten so weiter unter Druck“, sagte der Helaba-Chef. „Vor diesem Hintergrund sind wir mit dem Konzernergebnis insgesamt zufrieden.“

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