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Lars Stoy Darum führt ein Postbanker die deutsche Privatkundensparte der Deutschen Bank

Lars Stoy hat als Manager gleich mehrere Integrationen überstanden. Nun muss er die Filialnetze von Deutscher Bank und Postbank enger verzahnen.
04.05.2021 - 13:16 Uhr Kommentieren
Der neue Chef des deutschen Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank gilt als sehr verbindlich - aber wenn er von etwas überzeugt ist, kämpft er dafür mit Verve. Quelle: picture alliance/dpa/Postbank
Lars Stoy

Der neue Chef des deutschen Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank gilt als sehr verbindlich - aber wenn er von etwas überzeugt ist, kämpft er dafür mit Verve.

(Foto: picture alliance/dpa/Postbank)

Frankfurt Es gibt nicht viele Manager, die eine Übernahme ohne Karriereknick überstehen. Lars Stoy ist dieses Kunststück gleich zweimal geglückt, obwohl er stets auf der Seite der „Übernommenen“ stand.

Als die Postbank die Bausparkasse BHW kaufte, ließ sie deren leitende Angestellte ein Management-Audit von Egon Zehnder durchlaufen. Etwa 80 Prozent dieser BHW-Führungskräfte waren vier Monate später weg. Stoy, der damals das Vorstandssekretariat der BHW Holding führte, blieb und war Teil des Teams, das die BHW in die Postbank integrierte.

Drei Jahre nach der Verschmelzung von Postbank und Deutscher Bank ist dem Manager erneut ein großer Sprung nach oben geglückt. Seit dem 1. Mai verantwortet er das komplette deutsche Privatkundengeschäft des Konzerns mit den zwei Marken Deutsche Bank und Postbank.

Im Konzern hat es so einige überrascht, dass mit Stoy ausgerechnet der Vertriebschef der Marke Postbank das Rennen um die Nachfolge von Manfred Knof machte - und nicht Philipp Gossow, der die Stammmarke Deutsche Bank verantwortet.

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    Zweifel an der fachlichen Kompetenz von Stoy gab es zwar nicht. Dazu hat sich der 48-Jährige auf zu vielen unterschiedlichen Positionen bewährt: als Investor-Relations-Chef der Postbank, als Finanz- und Vorstandschef von deren Bauspar-Tochter BHW oder als Vertriebschef der Postbank. Damit hat er sich schon früh ein ungewöhnlich breites Profil erarbeitet.

    Offener, unpolitischer Stil

    Doch innerhalb des Deutsche-Bank-Gefüges gilt eine Postbank-zentrierte Karriere nicht unbedingt als ideale Ausgangsposition für höhere Weihen. Stoy ist zwar bestens verdrahtet, aber der Ruf eines großes Strippenziehers - in der Deutschen Bank selten ein Karrierehemmnis - eilt ihm nicht voraus.

    „Lars ist ein ruhiger und analytischer Mensch, der mit Sachargumenten überzeugen will und nicht politisch taktiert“, sagt ein Weggefährte über ihn. „Er kann sich elegant in verschiedenen Welten bewegen und Netzwerke knüpfen. Und dann wartet er an der richtigen Stelle darauf, dass sich eine Tür öffnet“, ergänzt ein anderer.

    Seine verbindliche Art hat dem bisherigen Postbank-Vertriebschef im Konzern den Spitznamen „Mr. Teflon“ eingebracht. Doch diesem Etikett widersprechen viele, die mit ihm schon enger zusammengearbeitet haben. Stoy mag mit sehr unterschiedlichen Charakteren gut klarkommen. „Aber wenn er von etwas überzeugt ist, kämpft er dafür mit Verve“, sagt einer, der ihn lange kennt. „Er ist fair und ausgewogen, aber hart in der Sache.“

    Auch die Versicherungsmanagerin Iris Kremers beschreibt den Niedersachsen als Menschen, „der klar kommuniziert und seine Ziele konsequent und nachhaltig verfolgt“. Kremers verantwortet im Vorstand des Versicherers HDI Deutschland den Geschäftsbereich Bancassurance und ist damit auch Vorstandschefin der PB Versicherungen, dem Versicherungspartner der Postbank. „Für einen Kooperationspartner ist es sehr angenehm, wenn man etwas verbindlich vereinbart und weiß, dass das Versprochene auch umgesetzt wird.“

    Kulturelle Kluft überwinden

    Mit seiner jüngsten Beförderung hat es Stoy in der „blauen“ Deutschen Bank weiter gebracht als jeder andere „gelbe“ Postbanker. Was nicht zuletzt daran liegt, dass er selbst recht wenig von solchen Zuschreibungen hält. Immerhin liegt die Postbank-Übernahme mittlerweile 13 Jahre zurück. Und Stoy klebt nicht an alten Strukturen. Den einst geplanten Börsengang der Postbank hat er deshalb ebenso mitgetragen wie die Rolle rückwärts, die komplette Integration in die Deutsche Bank.

    Wenn Stoy in seinem neuen Job Erfolg haben will, muss er auch viele seiner mehr als 15.000 Mitarbeiter mit diesem Pragmatismus anstecken und aus dem „blauen“ und dem „gelben“ Lager eine Mannschaft formen, die so farbenblind ist wie er selbst. Die kulturelle Kluft zwischen den „Blauen“ und den „Gelben“ ist noch immer recht groß.

    Das kann sich die Privatkundensparte auf Dauer nicht leisten. Gerade erst hat das Geldhaus festgelegt, welche rund 100 seiner etwa 500 Deutsche-Bank-Filialen es demnächst schließen will. Bei der Postbank würde das Institut am liebsten auf mehr Standorte pro Jahr verzichten als auf die mit der Post vereinbarten rund 50 Filialen. Um profitabler zu werden, muss Stoy die beiden Filialnetze aber nicht nur weiter straffen, sondern auch enger verzahnen, ohne eine der beiden Marken zu verwässern.

    „Ich traue Lars Stoy zu, die beiden Welten von Deutscher Bank und Postbank enger zusammenzuführen“, sagt die HDI-Vorständin Kremers. „Er wirkt nicht parteiisch und versucht nicht, belehrend zu erklären, was auf der einen Seite besser gelaufen ist.“

    Für Stoy spricht, dass er mit Integrationen reichlich Erfahrungen sammeln konnte. Zuletzt führte er als Aufsichtsratschef die beiden Bauspar-Marken Deutsche Bauspar und BHW zusammen. Eine Erfolgsgarantie ist das aber nicht. „In der Berufung von Lars Stoy liegt eine Chance. Aber es müssen schon mehr handelnde Personen und Bereiche willens sein, damit ein echtes Zusammenwachsen funktioniert“, unkt ein Deutsche-Bank-Veteran.

    Mehr: Deutsche Bank legt besten Jahresstart seit sieben Jahren hin. 

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