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Lehman-Insolvenzverwalter Juristischer Ärger für Michael Frege

Michael Frege, der deutsche Lehman-Brothers-Insolvenzverwalter, droht Ärger: Die US-Holdingsgesellschaft ficht eine Einigung der von Frege verwalteten Deutschland Tochter vor dem Insolvenzgericht in New York an.
10.04.2013 Update: 10.04.2013 - 16:44 Uhr Kommentieren
Der Wirtschaftsanwalt Michael Frege aufgenommen in seinem Büro in Frankfurt am Main. Im Insolvenzverfahren um die deutsche Tochter der Pleitebank Lehman droht ihm juristischer Ärger. Quelle: dpa

Der Wirtschaftsanwalt Michael Frege aufgenommen in seinem Büro in Frankfurt am Main. Im Insolvenzverfahren um die deutsche Tochter der Pleitebank Lehman droht ihm juristischer Ärger.

(Foto: dpa)

Wilmington/Frankfurt Die US-Holdinggesellschaft der in der Finanzkrise zusammengebrochenen Investmentbank hat eine Einigung der von Frege verwalteten Deutschland-Tochter mit der Handelssparte Lehman Brothers Inc vor dem Insolvenzgericht in New York angefochten. Richter James Peck muss die Einigung absegnen. Dabei geht es zwar vordergründig nur um einen unbesicherten Anspruch Freges von 600 Millionen Dollar gegen die Lehman Brothers Inc, den die US-Holding als „völlig überhöht“ bezeichnet. Doch Gläubiger in den USA erwarten, dass der Streit nur der Auftakt zu einer größeren Auseinandersetzung zwischen den Insolvenzverwaltern wird, in der auch die Honorare für Frege wieder zur Diskussion stehen, wie ein Insider sagte.

Bereits im Herbst war eine Debatte um das Frege zustehende Honorar hochgekocht. Die Kanzlei CMS Hasche Sigle, für die Frege arbeitet, hatte vorgerechnet, dass dem Insolvenzverwalter bis zu 800 Millionen Euro für die Abwicklung der rund 15 Milliarden Euro umfassenden Insolvenzmasse zustünden. Das Geld muss aus der Masse bezahlt werden, geht also zu Lasten der Gläubiger, zu denen auch die Lehman-Holding gehört. Freges Forderung dürfte sich letztlich auf weniger als die Hälfte belaufen - doch auch das wäre deutscher Rekord. Vor allem US-Hedgefonds hatten die Summe kritisiert, die deutschen Gläubiger hatten sich hinter Frege gestellt. Sie dürfen - allen voran die Bundesbank - darauf hoffen, einen ungewöhnlich großen Teil ihrer Forderungen befriedigt zu bekommen.

Ein Sprecher von CMS Hasche Sigle sagte am Mittwoch, die vor dem New Yorker Gericht erhobenen Vorwürfe seien falsch. Es sei auch unrichtig, den Streit mit dem Gebühren-Thema in Verbindung zu bringen. „Wir werden dem innerhalb des Verfahrens entsprechend entgegentreten, dies aber nicht öffentlich kommentieren.“

Der für das Auslandsgeschäft von Lehman Brothers zuständige US-Insolvenzverwalter Daniel Ehrmann kommt am Freitag nach Frankfurt, um dort vor Juristen über das Verfahren zu sprechen. Er hatte gesagt, er wisse nicht, wie Frege auf seine Forderung komme, aber er setze darauf, dass das Gericht die Interessen der Gläubiger schütze. Lehman Brothers Holdings und Lehman Brothers Bankhaus gehören jeweils zu den größten Anspruchstellern in den konkurrierenden Verfahren. Lehman hatte über die deutsche Tochter einen Großteil seines Kreditgeschäfts abgewickelt, weil diese eine Vollbank-Lizenz hatte.

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    Das Honorar für den Verwalter, dem rund 100 Anwälte und andere Experten zuarbeiten, bemisst sich nach der Insolvenzmasse und dem Aufwand für den Fall und wird vom Amtsgericht Frankfurt festgelegt. Das Gericht selbst bekommt von Frege 67 Millionen Euro an Gebühren. Die Abwicklung von Lehman Brothers in den USA hat zwei Milliarden Dollar an Gebühren gekostet - doch dort geht es um Vermögenswerte von 600 Milliarden Dollar. Nach Ansicht von Experten prallen in der Diskussion kulturelle Unterschiede im Umgang mit Insolvenzen aufeinander. Der auf Restrukturierungen spezialisierte Anwalt Tom Salerno von Squire Sanders sagte, die Gebühren in Europa seien wohl nicht höher als in den USA. „Aber es ist ein Transparenz-Thema.“ US-Insolvenzanwälte rechnen nach Stunden ab. CMS Hasche Sigle hatte erklärt, nach diesem Modell hätte die Kanzlei schon mehr als 215 Millionen Euro in Rechnung stellen können.

    • rtr
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