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Lendico Übersetzungshilfe für eine Fintech-Pressemitteilung

Start-ups der Finanzbranche wetteifern um Aufmerksamkeit – denn Bekanntheit bringt Nutzer, Investoren und Kooperationspartner. Die PR-Meldungen der Branchen lesen sich glänzend, doch verbergen das meiste. Ein Beispiel.
01.12.2015 - 16:13 Uhr
Ein Übersetzer ist bei vielen Pressemitteilungen nötig, bei Fintech-Unternehmen mitunter ganz besonders. Quelle: Imago
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Ein Übersetzer ist bei vielen Pressemitteilungen nötig, bei Fintech-Unternehmen mitunter ganz besonders.

(Foto: Imago)

Düsseldorf Wir erwarten hier kein Mitleid in der Redaktion, aber als Finanzredakteur gestaltet sich die Lage wie folgt: Auf jede Pressemitteilung einer großen Bank kommen im Postfach gefühlt drei bis fünf von Start-ups aus der „Fintech“-Szene. Die meisten haben wenig Umsatz, aber große Ambitionen. Alle haben sie gemein, dass sie Aufmerksamkeit erhaschen wollen, denn der Sektor ist heiß. Wer bekannt ist, wird vielleicht für viele Millionen gekauft – auch ohne viel Umsatz oder Gewinn zu machen.

Einer der Fintech-Angreifer könnte vielleicht zu einem „Einhorn“ aufsteigen, also einer Firma mit Milliardenwert. Bezahldienste wie Paypal und Square haben das in den USA schon lange vorgemacht.

Doch das echte Einhorn zu erkennen zwischen all den Phantasiegebilden im Fintech-Märchenwald, ist nicht einfach, das geben wir gerne zu. Das Beispiel einer Pressemitteilung soll das deutlich machen. Um 12.35 Uhr landete am Dienstag die Mail von Lendico in meinem Outlook-Postfach. Und da schaut man schon mal hin, denn Lendico ist in der Szene ein Name. Schließlich steht hinter der Firma der Start-up-Inkubator Rocket Internet, der schon das Online-Kaufhaus Zalando groß gemacht hatte.

Lendico vermittelt Darlehen. Jedermann kann über die Plattform Geld an privat oder Firmenkunden verleihen. Das ist eine Idee, die auch schon andere Plattformen hatten, dem Markt wird viel Potenzial zugetraut. Doch wem der Durchbruch gelingt, das ist nicht ausgemacht. „Kundenwachstum nach zwei Jahren Marktpräsenz belegt hohe Nachfrage nach alternativen Finanzierungslösungen“, schreibt Lendico jedenfalls als Überschrift über seine Pressemitteilung.

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    Übersetzung gefällig? Gerne. „Wir suchen einen Anlass, um wieder mal was rundzuschicken, da eignet sich auch ein krummes Jubiläum. Es wird schon nicht auffallen, dass ein mit Millionen aufgepäppeltes Start-up natürlich Kunden gewinnt.“

    Weiter im Original-Text:
    „Das über Lendico angefragte Kreditvolumen ist innerhalb eines Jahres von 650 Millionen auf 1,7 Milliarden Euro gestiegen.“

    Übersetzung:
    Lendico schreibt vom angefragten Volumen, nicht etwa vom vermittelten Volumen. Kleiner, aber entscheidender Unterschied. Also: Ja, Leute fragen nach Krediten, aber ob sie auch wirklich welche abschließen, das wird nicht verraten.

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