Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Leonardo Del Vecchio Finanzmanöver in Mailand: Brillenpatron will Anteile an Mediobanca aufstocken

Der Gründer des Brillenimperiums Luxottica könnte seinen Anteil an der Investmentbank Mediobanca erhöhen. Die Zustimmung der EZB soll schon bald kommen.
11.08.2020 - 17:51 Uhr Kommentieren
Bei der Investmentbank sind traditionell die großen italienischen Industriefamilien engagiert. Quelle: Reuters
Mediobanca

Bei der Investmentbank sind traditionell die großen italienischen Industriefamilien engagiert.

(Foto: Reuters)

Rom Allein das Gerücht machte den Kurs der italienischen Investmentbank Mediobanca am Dienstag an der Mailänder Börse zum Tagessieger mit einem Plus von sechs Prozent: Leonardo Del Vecchio, Gründer des Brillenimperiums Luxottica, will seinen Anteil an Mediobanca über seine in Luxemburg angesiedelte Finanzholding Delfin von bisher 9,9 auf 13 bis 14 Prozent aufstocken.

Die Zustimmung der Europäischen Zentralbank zu der Aufstockung sei wahrscheinlich und komme vermutlich innerhalb der nächsten zwei Wochen, berichteten mehrere italienische Medien übereinstimmend. Del Vecchio und Mediobanca äußerten sich dazu am Dienstag nicht. Erst im vergangenen Herbst war der 85-jährige Del Vecchio mit 6,5 Prozent bei Mediobanca eingestiegen und hatte seinen Anteil im November auf 9,9 Prozent erhöht – parallel zum Ausstieg von Unicredit bei Mediobanca.

Anfang Juni hatte er bereits angekündigt, seinen Anteil auf 20 Prozent erhöhen zu wollen. Führungsansprüche wolle er aber nicht anmelden, er wolle auch keine neue Liste bei der Hauptversammlung am 28. Oktober präsentieren, kolportieren italienische Medien. Seine Finanzkraft sei so groß, dass er sich als Hauptaktionär nicht auf die Bank stützen müsse, meint ein Analyst in Mailand.

Bei Mediobanca sind traditionell die großen italienischen Industriefamilien engagiert. Die Investmentbank war vor Kurzem Berater bei der geglückten Fusion der Banken Intesa Sanapolo und UBI Banca. Mit ins Spiel kommt bei den Machtverschiebungen der Versicherer Generali, an dem Mediobanca 12,8 Prozent der Anteile hält und Del Vecchio als größter Privataktionär 4,8 Prozent. Mit der Verstärkung seiner Macht bei Mediobanca wächst auch sein Einfluss bei dem Versicherer.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Seit einiger Zeit wird in Italien spekuliert, dass es Interesse sowohl an Mediobanca als auch an Generali geben könnte. Del Vecchio hatte stets betont, dass es ihm um eine „stabile Eigentümerstruktur“ für beide gehe.

    Vorstoß hat politische Komponente

    „Die Nachricht erhöht den Spekulationsanreiz für Mediobanca und Generali und schafft eine starke Unterstützung besonders für Mediobanca“, so die Analysten des Mailänder Brokerhauses Equita. Und es gibt eine politische Komponente: Parteien der Regierung und auch der Opposition sowie die Börsenaufsicht Consob versuchen, die 1946 gegründete Investmentbank vor möglichen Übernahmeattacken zu schützen. Das gilt auch für Generali. In Rom wird die Entscheidung der EZB also genau verfolgt werden.

    Der Selfmademan Del Vecchio, dessen Vermögen auf 20 Milliarden Euro geschätzt wird, hatte sein Brillenimperium in Norditalien 1961 mit zehn Angestellten aus dem Nichts geschaffen. Nach und nach kaufte er seit Ende der 90er-Jahre immer mehr zu. So gehören zu Luxottica die Marken Persol, Vogue und Ray Ban sowie die Ketten Lenscrafters und Sunglass Hut.

    2017 fädelte er die Fusion mit dem französischen Optikriesen Essilor ein, die 2018 zustande kam. Der Milliardendeal des Zusammenschlusses des weltgrößten Brillenherstellers mit dem französischen Spezialisten für Brillengläser war die Krönung seines Lebenswerks. Del Vecchio, der seinen eigenen Kopf hat, ist nach mehreren Streitereien mit den französischen Managern zurzeit Exekutivdirektor bei Essilor Luxottica.

    Mehr: Finanzmanöver in Mailand: Brillenpatron will Anteile an Mediobanca aufstocken.

    Startseite
    Mehr zu: Leonardo Del Vecchio - Finanzmanöver in Mailand: Brillenpatron will Anteile an Mediobanca aufstocken
    0 Kommentare zu "Leonardo Del Vecchio: Finanzmanöver in Mailand: Brillenpatron will Anteile an Mediobanca aufstocken"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%