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Liquiditätslücke 20 Prozent der Unternehmen fürchten die Insolvenz als Folge der Coronakrise

Die Wirtschaft rechnet mit drastischen Auswirkungen, weil die Liquidität der Firmen schwindet. Fraglich ist, ob die Kreditprogramme der KfW reichen.
27.03.2020 - 14:49 Uhr Kommentieren
Viele Unternehmen rechnen mit großen Umsatzeinbußen, die meisten Geschäfte sind geschlossen. Quelle: dpa
Leere in der Fußgängerzone

Viele Unternehmen rechnen mit großen Umsatzeinbußen, die meisten Geschäfte sind geschlossen.

(Foto: dpa)

Frankfurt, Berlin Die deutschen Unternehmen erwarten drastische Auswirkungen der Coronakrise und bangen um ihre Finanzkraft. Fast 20 Prozent der Firmen fürchten, in die Pleite zu rutschen. 80 Prozent erwarten, dass der Umsatz in diesem Jahr sinkt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die er am Freitag veröffentlicht hat. 15.000 Unternehmen haben geantwortet.

Das größte Problem sei dabei die schwindende Liquidität. Der Abfluss der Finanzmittel verstärkt sich dem Lobbyverband zufolge und gefährdet die Existenz zahlreicher Betriebe. DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte: „Damit spitzt sich die Krise dramatisch zu.“

Schweitzer warnte vor den Folgen: „Wenn wir uns dieser Entwicklung nicht entschieden entgegenstellen, erleben wir wirtschaftliche Schäden von historischem Ausmaß.“ Nur vier Prozent aller Unternehmen kalkulieren damit, das Jahr ohne Umsatzminus zu überstehen. 25 Prozent gehen dagegen davon aus, dass der Umsatz im Gesamtjahr 2020 um mehr als die Hälfte fällt.

Schweitzer zufolge bietet das Rettungspaket der Bundesregierung zwar Zuschüsse für Kleinstunternehmen und in Notfällen direkte Kapitalspritzen für große Unternehmen an. „Es tut sich aber noch eine gefährliche Lücke insbesondere bei mittelständischen Unternehmen auf. Dort kann die Liquiditätslücke bei aktuellen Umsätzen nahe null und absolut unsicherer Perspektive nicht mit Kreditprogrammen im banküblichen Verfahren geschlossen werden.”

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    Schweitzer hatte am Wochenende bereits ins Spiel gebracht, dass die Bundesregierung alle Darlehen beim Sonderkreditprogramm der KfW mit einer Staatsgarantie von 100 Prozent absichern solle. Bisher haftet die Staatsbank KfW bei Notkrediten an kleine und mittlere Unternehmen mit 90 Prozent und bei Krediten an große Unternehmen mit 80 Prozent.

    Die neuen KfW-Kredite sind für Unternehmen gedacht, die wegen der raschen Ausbreitung des Coronavirus vorübergehend in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind und Liquidität zur Überbrückung brauchen. Mit den Krediten können Betriebsmittel und Investitionen finanziert werden.

    Auch die drei großen Bankenverbände, die privaten und genossenschaftlichen Banken sowie die Sparkassen, fordern eine noch höhere Staatshaftung. Das KfW-Sonderkreditprogramm ist Teil des Rettungspakets zur Bekämpfung der Coronakrise, das die Bundesregierung gerade beschlossen hat. Die Auszahlung der Darlehen erfolgt dabei nicht direkt durch die KfW, sondern über die Hausbanken der Unternehmen.

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier äußerte sich gegenüber dem Handelsblatt ablehnend zu einer höheren Staatshaftung: Die 90-Prozent-Grenze habe die Europäische Kommission am Sonntag erfreulicherweise gebilligt. „Das ist ein ganz wesentlicher Schritt, der die Kreditaufnahme für die Firmen vereinfachen wird. Es ist aber auch klar, dass die Hausbanken hier ebenfalls gefordert sind, in dieser schweren Krise zügig und flexibel mitzuhelfen“, sagte Altmaier. Hilfen des Staates wie die Haftungsübernahme müssen durch die Wettbewerbshüter der EU-Kommission gebilligt werden.

    Mehr: Die Banken erleben einen Ansturm auf die Corona-Hilfskredite.

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