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Premium Lutz Otte im Interview „Es müsste Hunderte Haftbefehle geben“

Der ehemalige Julius-Bär-Mitarbeiter spricht im Handelsblatt-Interview über zaghafte Ermittler, kurze Prozesse und die Moral von der Geschichte.
09.07.2015 - 17:08 Uhr
Steuerfahnder aus Nordrhein-Westfalen gelten in der Schweiz als besonders aggressiv. Quelle: dpa
Finanzministerium in Düsseldorf

Steuerfahnder aus Nordrhein-Westfalen gelten in der Schweiz als besonders aggressiv.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Lutz Otte arbeitete bei der Schweizer Bank Julius Bär. Dort beschaffte er sich Daten über Schwarzgeldkonten deutscher Bankkunden und verkaufte sie an deutsche Finanzbehörden. Insgesamt 18 Monate war er in verschiedenen Schweizer Gefängnissen wegen Verletzung des Bank- und Geschäftsgeheimnisses inhaftiert. Über seine Erlebnisse hat er den autobiografisch gefärbten Roman „Schwarzgeld“ geschrieben.

Herr Otte, wie sind Sie mit der Steuerfahndung ins Geschäft gekommen?
Ich hatte einen privaten Kontakt zu einem heute pensionierten Steuerfahnder, der schon seit Jahren bestand. Er hat mich dann konkret gefragt, ob ich Daten liefern kann. Ob er dafür einen Auftrag von seiner früheren Behörde hatte, kann ich nicht beurteilen. Das ist aber für mich auch nicht wichtig, zu so einer Vereinbarung gehören immer beide Seiten.

Den Mitarbeitern Schweizer Geldhäuser drohen ein kurzer Prozess und lange Haftstrafen, wenn sie geheime Daten an ausländische Behörden weiterreichen. Quelle: dpa
Daten über Schwarzgeldkonten deutscher Bankkunden

Den Mitarbeitern Schweizer Geldhäuser drohen ein kurzer Prozess und lange Haftstrafen, wenn sie geheime Daten an ausländische Behörden weiterreichen.

(Foto: dpa)

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