Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Malaysischer Staatsfonds Staatsfonds 1MDB will durch Klagen Milliarden zurückholen

Nach der Korruptions- und Geldwäscheaffäre hat der malaysische Staatsfonds 1MDB Zivilklagen gegen Beteiligte eingereicht – dazu zählt auch die Deutsche Bank.
10.05.2021 Update: 10.05.2021 - 22:43 Uhr Kommentieren
Der 1MDB-Fonds war 2009 in Malaysia zur Wirtschaftsförderung des Landes eingerichtet worden. Quelle: AFP
Logo des malaysischen Staatsfonds 1MDB

Der 1MDB-Fonds war 2009 in Malaysia zur Wirtschaftsförderung des Landes eingerichtet worden.

(Foto: AFP)

Kuala Lumpur, Frankfurt Der malaysische Staatsfonds 1MDB und einer seiner früheren Ableger haben nach der Korruptions- und Geldwäscheaffäre eine Reihe von Zivilklagen gegen eine Vielzahl von Beteiligten eingereicht. Insgesamt gehe es um 22 Klagen gegen Institutionen und Einzelpersonen, teilte das malaysische Finanzministerium am Montag mit. Darunter befindet sich auch die Deutsche Bank, wie zuerst die malaysische Finanz-Seite „The Edge“ berichtet hatte.

Zu den Beklagten zählt neben der Deutschen Bank auch die US-Großbank JP Morgan, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Laut „The Edge“ belaufen sich die Forderungen gegen die Deutsche Bank auf 1,1 Milliarden US-Dollar.

JP Morgan lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte auf Nachfrage, das Unternehmen sei sich nicht bewusst, auf welcher Grundlage eine berechtigte Klage aufbauen sollte. Man habe noch keine Post in der Sache erhalten.

Die Vorwürfe reichten von Betrug bis Verschwörung, erklärte das Finanzministerium. Dabei geht es den Angaben zufolge um die Rückgewinnung von Vermögenswerten mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet mehr als 23 Milliarden US-Dollar (etwa 20 Milliarden Euro).

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Gegen wen genau sich die Klagen richten, ließ das Ministerium offen. Der Fonds 1MDB selbst habe sechs Klagen gegen neun teils staatliche Institutionen und 25 Einzelpersonen eingereicht, hieß es. Der frühere Ableger SRC richte sich mit 16 Klagen gegen 15 Einzelpersonen und acht Institutionen.

    Deutsche Bank hat keine Rückstellungen in der Causa gebildet

    Der 1MDB-Fonds war 2009 zur Förderung der malaysischen Wirtschaft eingerichtet worden. Ex-Regierungsmitglieder und dubiose Berater sollen jedoch – angeblich mithilfe von früheren Mitarbeitern der US-Investmentbank Goldman Sachs – den Großteil der Mittel veruntreut haben.

    Bei den Klagen von SRC gehe es um Machtmissbrauch und treuhänderische Verpflichtungen. Die Regierung ziele nun auf weitere Beteiligte, die direkt oder indirekt Verluste bei 1MDB oder SRC verursacht hätten, sagte Finanzminister Tengku Zafrul Abdul Aziz.

    Übermäßig beunruhigt scheint die Deutsche Bank nicht zu sein. In ihrem Geschäftsbericht, in dem die wichtigsten Rechtsrisiken aufgeführt sind, findet sich kein Hinweis auf zivile Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem 1MDB-Skandal.

    Da sich auch Aufsichtsbehörden diese Vorgänge genau ansehen, kann man aber davon ausgehen, dass das Institut den Skandal auf mögliche Risiken hin genau abgeklopft hat. Das legt nahe, dass das Institut nicht von einem hohen Prozessrisiko ausgeht.

    Die Deutsche Bank war älteren Gerichtsdokumenten zufolge bei einigen Transaktionen des Fonds beteiligt, die sich im Nachhinein als betrügerisch herausstellten. Aus den Dokumenten geht jedoch auch hervor, dass der Bank wichtige Informationen durch 1MDB vorenthalten wurden.

    Goldman hat sich schuldig bekannt

    Amerikanische und malaysische Ermittler sollen sich vor zwei Jahren außerdem für eine frühere Deutsche-Bank-Managerin interessiert haben, die zuvor direkt unter dem Südostasien-Chef von Goldman Sachs, Tim Leissner, gearbeitet hatte. Leissner soll dem malaysischen Geschäftsmann Jho Low, der im Zentrum des Skandals steht, und seinen Komplizen dabei geholfen haben, Milliardenbeträge aus dem Staatsfonds abzuzweigen. Die Mitarbeiterin hatte die Bank 2018 verlassen.

    Ein Sprecher der Deutschen Bank in New York sagte zu dem Thema damals: „Die Deutsche Bank hat bei allen Anfragen von Regulierungs- und Justizbehörden in Verbindung mit 1MDB vollumfänglich kooperiert.“ Dass den Vertretern der Bank Dinge falsch dargestellt und wichtige Informationen vorenthalten wurden, „deckt sich mit den eigenen Erkenntnissen der Bank zu diesem Thema“.

    An anderer Stelle gab es gute Nachrichten für die Bank. Das US-Justizministerium habe laut Finanzkreisen die Ermittlungen gegen das Institut im Zusammenhang mit dem malaysischen Fonds fallengelassen. Darüber hatte zunächst der Finanzdienstleister Bloomberg berichtet.

    Goldman hatte sich im vergangenen Herbst schuldig bekannt und im Zuge eines Vergleichs mit Behörden mehrerer Staaten eine Strafe von 2,9 Milliarden US-Dollar akzeptiert. Die US-Investmentbank kürzte im vergangenen Jahr ihrem Vorstandschef David Solomon wegen der Korruptionsaffäre das Gehalt für 2020 um zehn Millionen Dollar. Zuvor wurde der frühere malaysische Ministerpräsident Najib Razak in einem Korruptionsprozess zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

    Mehr: Finanzaufsicht Bafin soll beim Umgang mit Whistleblowern nachbessern.

    • dpa
    • yo
    • asd
    Startseite
    Mehr zu: Malaysischer Staatsfonds - Staatsfonds 1MDB will durch Klagen Milliarden zurückholen
    0 Kommentare zu "Malaysischer Staatsfonds : Staatsfonds 1MDB will durch Klagen Milliarden zurückholen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%