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Markus Pertlwieser Deutsche Bank verliert ihren obersten Digitalstrategen

Der Digitalchef des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank hat die Online-Strategie maßgeblich geprägt. Der Sparkurs beschnitt zuletzt seinen Handlungsspielraum.
25.04.2020 Update: 25.04.2020 - 22:43 Uhr Kommentieren
Der Digitalexperte der Deutschen Bank verlässt den Konzern mit unbekanntem Ziel. Quelle: Dominik Butzmann für Handelsblatt
Markus Pertlwieser

Der Digitalexperte der Deutschen Bank verlässt den Konzern mit unbekanntem Ziel.

Frankfurt Die Deutsche Bank steht vor einem prominenten Abgang: Markus Pertlwieser, bislang oberster Digitalstratege des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank wird das Institut in absehbarer Zeit verlassen. In Finanzkreisen wurde ein entsprechender Bericht des „Manager Magazins“ bestätigt. Die Deutsche Bank wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Für das Institut ist Pertlwiesers Abschied ein Verlust. Der frühere Partner der Unternehmensberatung McKinsey war der Kopf hinter der Strategie der Bank hin zu einem Plattform-Konzept, das auch von Konzernchef Christian Sewing propagiert wird. Der 45-jährige Pertlwieser hatte bei der Deutschen Bank unter anderem den digitalen Vermögensverwalter Robin und den Zinsmarkt der Deutschen Bank eingeführt, über den Kunden Festgeldangebote anderer Banken nutzen können. Über solche „Marktplätze“ schuf er bankintern eine Konkurrenz zu den eigenen Produkten - ein Vorgehen, mit dem er sich im Konzern nicht nur Freunde machte.

Am Montag schaltet die Deutsche Bank nach Handelsblatt-Informationen für 100.000 ihrer Kunden einen digitalen Versicherungsmakler für Sachversicherungen frei, über den Kunden prüfen lassen können, ob ihre Police noch zu ihnen passt oder ob es bessere Alternativen gibt. Die Plattform enthält die Angebote von 74 Versicherern. Im Verlauf des Sommers soll das Angebot dann allen Kunden zur Verfügung stehen. Betrieben wird der Digitale Versicherungsmanager vom Insurtech Friendsurance.

Es ist der letzte Baustein von Pertlwiesers Marktplatz-Agenda. Doch in anderen Feldern hatte der harte Sparkurs des Instituts Pertlwiesers Ambitionen und seinen Handlungsspielraum zuletzt deutlich beschnitten.

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    Für die Weiterentwicklung von „Yunar“, einer App für Bonusprogramme, zu einer virtuellen Geldbörse („Mobile Wallet“) etwa sucht die Bank Finanzkreisen zufolge einen externen Partner, weil man die nötigen Investitionen nicht mehr alleine stemmen will. In letzter Konsequenz könnte Yunar dabei auch verkauft werden. Pertlwieser hatte stets betont, wie wichtig es für Banken künftig sein wird, den Kunden Angebote über das eigentliche Bankgeschäft hinaus zu bieten.

    Damit blieb für den Digitalexperten Pertlwieser keine spannende Aufgabe mehr in seinem Beritt. Auf eine andere Verwendung, die für ihn reizvoll gewesen wäre, hatten sich Pertlwieser und die Bank offenbar nicht einigen können.

    Mehr: Amazon ist das große Vorbild bei der Plattformökonomie

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