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McKinsey-Studie Deutsche Banken verdienen vergleichsweise wenig – selbst mit wohlhabenden Kunden

Die Gewinnmargen sind in Deutschland nur etwa halb so hoch wie im europäischen Vergleich, zeigt eine McKinsey-Studie. Daran haben die Banken selbst ihren Anteil.
20.07.2020 - 18:44 Uhr Kommentieren
Auch mit vermögenden Privatkunden lässt sich nicht mehr so viel verdienen wie früher, schreibt McKinsey in einer neuen Studie. Der Ertragspool hat sich halbiert. Quelle: Reuters
Skyline von Frankfurt

Auch mit vermögenden Privatkunden lässt sich nicht mehr so viel verdienen wie früher, schreibt McKinsey in einer neuen Studie. Der Ertragspool hat sich halbiert.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die Betreuung vermögender Privatkunden ist bei deutschen Banken relativ beliebt: Das Ertragspotenzial ist besser als im Massengeschäft, und wegen der im Vergleich zum Firmenkundengeschäft geringeren Risiken benötigen Banken für das Geschäft auch weniger Eigenkapital. Doch auch im Wealth Management sinken die Margen und Besserung ist nicht in Sicht, wie eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey zeigt.

„Die Gewinnmargen haben sich in Deutschland im vergangenen Jahr gegen den europäischen Trend zwar minimal verbessert, sind aber nur halb so hoch wie im europäischen Durchschnitt“, sagt Christian Zahn, einer der Studienautoren und Partner bei McKinsey: In Deutschland betragen sie 0,1 Prozent, in Europa im Schnitt 0,22 des verwalteten Vermögens.

Das liegt in erster Linie an den Ertragsmöglichkeiten, zeigen die Deutschlandergebnisse der Studie, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegen. Die Ertragsmargen, die im Jahr 2007 in Europa wie in Deutschland noch bei 0,87 Prozent des verwalteten Vermögens lagen, sind in Deutschland seither deutlicher abgeschmolzen als in Europa. Im Jahr 2019 lagen sie in Deutschland gerade noch bei 0,55 Prozent, in Europa im Schnitt bei 0,71 Prozent. Die in Deutschland etwas geringere Kostenquote konnte das nicht auffangen.

Durch die Corona-Pandemie hat sich die Lage in dieser Geschäftssparte vorübergehend verbessert, räumt McKinsey ein. „Der Branche ist ein starker Jahresstart wegen der Corona-bedingten höheren Transaktionsvolumina gelungen“, heißt es im europäischen Teil der Studie. Es gebe aber „enorme neue Herausforderungen“ für die Anbieter: So dürfte die durch die Pandemie ausgelöste Unsicherheit Margen und Erträge weiter belasten und Kunden würden verstärkt digital eingebettete Betreuungsmöglichkeiten einfordern.

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    Aus Sicht von McKinsey steht das Wealth Management europaweit unter Druck, aber in Deutschland ist er besonders groß. In Relation zum Vergleichsjahr 2007 hat sich der Ertragspool in Deutschland halbiert, hat McKinsey herausgefunden. „Die Erträge aus Wertpapiertransaktionen und Provisionszahlungen sind in Deutschland recht niedrig.

    Preissensible Kunden

    Insgesamt sind deutsche Kunden sehr preissensibel. Hinzu kommt das relativ konservative Anlageverhalten deutscher Anleger“, sagt Studienautor Zahn. Der Anteil alternativer Investments ist im europäischen Durchschnitt mit acht Prozent zum Beispiel doppelt so hoch wie in den deutschen Depots reicher Kunden.

    Insgesamt sind deutsche Anbieter der Studie zufolge abhängiger von wiederkehrenden Gebühren wie etwa die Verwaltungsprovision als ihre europäischen Wettbewerber. Europäische Anbieter können sich dafür in einem größeren Umfang auf die Einnahmen aus Transaktionsgebühren oder Vertriebsprovisionen verlassen.

    Zahn sieht unterschiedliche Hebel, um die Ertragsseite zu verbessern: ein höheres Kreditvolumen im Verhältnis zum verwalteten Vermögen oder die „Überprüfung“ der Preisgestaltung, sprich: höhere Gebühren.

    Die Flaute bei den Erträgen führt bei den Instituten zu einer verhältnismäßig hohen Kostenquote im Geschäft. Die Aufwands-Ertrags-Relation ist seit 2007 von 66 Prozent auf 83 Prozent gestiegen. Das liegt sehr deutlich über dem europäischen Vergleich, der bei 69 Prozent liegt.

    „Deutsche Banken in diesem Segment haben es verpasst, in den Jahren, in denen die Märkte gut liefen, ihre Prozesse viel stärker zu automatisieren und digitalisieren, um das Kostenniveau weiter zu senken“, kritisiert McKinsey-Partner Zahn.

    Mehr: Wie die Coronakrise das schwierige Geschäft mit den Reichen trifft

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