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Medienrechte Bieterprozess um Auslandsrechte der Bundesliga gestoppt

Die DFL-Mitgliederversammlung spricht sich gegen den Einstieg von Finanzinvestoren aus. Der Deal hätte den Vereinen 500 Millionen Euro eingebracht.
19.05.2021 - 17:27 Uhr Kommentieren
Seit einem Jahr kickt die Bundesliga nahezu durchgehend vor leeren Rängen. Angesichts der Ausfälle bei den Ticketverkäufen werden Medieneinnahmen für die Klubs immer wichtiger. Quelle: Pool via REUTERS
Deutsche-Bank-Park in Frankfurt

Seit einem Jahr kickt die Bundesliga nahezu durchgehend vor leeren Rängen. Angesichts der Ausfälle bei den Ticketverkäufen werden Medieneinnahmen für die Klubs immer wichtiger.

(Foto: Pool via REUTERS)

Frankfurt Die Fußball-Bundesliga will sich vorerst nicht für Finanzinvestoren öffnen. Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) hat beschlossen, laufende Gespräche über eine Investorenbeteiligung an einer DFL-Tochter für die Auslandsvermarktung vorerst nicht fortzusetzen. Dies teilte der Ligaverband am Mittwoch nach einer außerordentlichen Sitzung der Profivereine aus der Bundesliga und Zweiten Bundesliga mit.

„Um die Chancen und Risiken einer Beteiligung im Sinne der 36 Profiklubs sorgfältig zu bewerten, hat die DFL in den vergangenen Monaten konkrete Angebote von Private-Equity-Firmen geprüft und heute der Mitgliederversammlung vorgelegt. Unter Abwägung der Fakten haben sich die Klubs der Bundesliga und Zweiten Bundesliga dafür ausgesprochen, die Gespräche vorerst nicht fortzuführen“, hieß es nach der Sitzung.

Nach Informationen aus Finanzkreisen hatte sich das Bieterfeld von zunächst rund 30 Finanzinvestoren und einem strategischen Interessenten in den vergangenen Wochen auf zehn verkleinert, drei bis vier Angebote wurden vom DFL-Präsidium als besonders attraktiv eingestuft. Dazu zählten laut Finanzkreisen die Offerten der Private-Equity-Häuser CVC und KKR.

Der Deal hätte einen Wert von über 500 Millionen Euro gehabt, der gesamte Unternehmenswert wurde auf mindestens zwei Milliarden Euro taxiert. Es wäre in der Mitgliederversammlung eine Zweidrittelmehrheit notwendig gewesen, um den Verkauf zu realisieren. Die Investmentbank Nomura betreute den Verkaufsprozess.

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    In der Ausschreibung enthalten waren die Rechte für über 210 Länder mit derzeitigen jährlichen Einnahmen von rund 230 Millionen Euro. Ausgeklammert waren die Medienrechte im deutschsprachigen Raum, also in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

    Medieneinnahmen werden immer wichtiger

    Das internationale Lizenzgeschäft wächst nach Branchenschätzungen mit jährlich rund zehn Prozent, besonders dynamisch entwickelt sich der Gaming-Bereich. Das weltweite Publikum für Live-Game-Events wird bei der Liga momentan auf 295 Millionen Teilnehmer geschätzt – bei stark steigender Tendenz.

    Ein Bestandteil des Angebots umfasste auch die Digitalstrategie unter dem Stichwort Bundesliga Pass mit einem Streamingdienst („every game anywhere anytime on any device“). Die Programme werden hier nicht über die klassischen Vertriebswege – also nicht über Kabel und Satellit –, sondern über Internet und Mobilfunk zum Zuschauer transportiert.

    Finanzinvestoren hatten die DFL bereits vor der Pandemie angesprochen und nach Beteiligungsmöglichkeiten gesucht. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat das Interesse in einen geordneten Prozess überführt, um den Klubs eine seriöse Entscheidungsgrundlage zu geben.

    Die Medieneinnahmen werden für die Klubs auch angesichts der Ausfälle durch fehlende Ticketverkäufe in der Coronakrise immer wichtiger. Vor allem aber muss sich die Liga um langfristige Wachstumsstrategien Gedanken machen. Vor der Mitgliederversammlung hatte es geheißen, die Chancen stünden fünfzig zu fünfzig, dass der Verkauf zustande kommt. Nach der Mitgliederversammlung teilte die DFL mit, es habe Einverständnis darüber bestanden, „dass es unerlässlich ist, dass Klubs und DFL gemeinschaftlich an Konzepten zur Forcierung insbesondere der internationalen Vermarktung arbeiten werden“.

    Hoher Anlagedruck

    Das Bietergefecht um den Anteil am Auslandgeschäft der DFL demonstriert die wachsende Bedeutung der Finanzinvestoren im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A). Die Private-Equity-Fonds kaufen neben Konzernteilen und Mittelständlern zunehmend auch Minderheitsanteile von Unternehmen.

    Ein Grund ist der hohe Anlagedruck, weil die institutionellen Investoren wie Pensionskassen und Versorgungswerke angesichts der Renditenot immer mehr Gelder für diese Alternative zur Verfügung stellen. Das verwaltete Vermögen der Private-Equity-Branche lag zuletzt weltweit bei gut fünf Billionen Dollar. Allein im ersten Quartal 2021 sammelten rund 450 Beteiligungsfonds global die Summe von 188 Milliarden Dollar ein. Laut dem Analysehaus Preqin war dies deutlich mehr als in der Vergleichszeit des Vorjahres.

    Das nicht investierte Kapital – im Fachjargon „dry powder“ genannt – addierte sich auf 1,6 Billionen Dollar. Entsprechend intensiv suchen die Manager nach Übernahmezielen, wobei die Bewertungen und damit die Kaufpreise unaufhörlich nach oben klettern. Die Corona-Pandemie habe im vergangenen Jahr zu einer scharfen Korrektur der Bewertungen geführt, der aber eine ebenso deutliche Erholung gefolgt sei, sagte Preqin-Sprecherin Cameron Joyce.

    Mehr: Finanzinvestor Ardian sammelt Milliarden für den Mittelstand ein

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