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MF Global Pleite rückt Ratingagenturen ins Zwielicht

Die Pleite von MF Global hat die weltweite Finanzbranche alarmiert. Das US-Unternehmen hatte sich mit europäischen Staatsanleihen verspekuliert. Nun fragen Ermittler: Haben sich die Ratingagenturen zuvor blenden lassen?
24.11.2011 - 22:32 Uhr 3 Kommentare
Die Ratingagenturen haben MF Global spät zurückgestuft. Quelle: dpa

Die Ratingagenturen haben MF Global spät zurückgestuft.

(Foto: dpa)

New York Der Skandal um MF Global zieht immer weitere Kreise: Die US-Behörden wollen das Verhältnis zwischen Ex-CEO Jon Corzine und mehreren Ratingagenturen untersuchen, berichtet die US-Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“ unter Berufung auf einen Insider.

Die Finanzaufsicht der USA, das United States House Committee on Financial Services, gab diese Woche bekannt, sie habe Jon Corzine und Vertreter der Regulierungsbehörden zu einer Anhörung am 15. Dezember geladen. Dabei solle es um „die Entscheidungen und Ereignisse gehen, die zum Zusammenbruch von MF Global geführt haben“ sowie um „die Wirksamkeit der Regulierungsbehörden, die Aktivitäten von MF Global zu überwachen.“

Nach Darstellung einer mit der Angelegenheit vertrauten Person wollen die Mitarbeiter des Unter-Ausschusses, der die Anhörung organisiert, dabei auch die Beziehungen zwischen Jon Corzine und Ratingagenturen wie Moody's, Standard & Poor's und Fitch unter die Lupe nehmen.

Corzine kann eine beachtliche Karriere vorweisen. Er hatte sich bei der Investmentbank Goldman Sachs vom Wertpapierhändler zum CEO hochgearbeitet. Als er dort schließlich 1999 nach Querelen mit seinem Co-CEO Henry Paulson seinen Hut nahm, ging Corzine in die Politik. Von 2006 bis 2010 war er Gouverneur von New Jersey.

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    Die US-Beamten wollen nun herausfinden, ob Corzines Anziehungskraft als Star womöglich das Urteilsvermögen der Ratingagenturen vernebelt haben könnte. Moody's und Fitch hatten ihre Ratings nur wenige Tage vor dem Konkurs von MF Global heruntergestuft, Standard & Poor's sogar erst danach.

    Noch seien die Ratingagenturen nicht zu der Anhörung geladen worden, aber es sei sehr wahrscheinlich, dass dies bald geschehen werde, so der Informant des „Wall Street Journal“. Sprecher aller drei Ratingagenturen wollten keinen Kommentar zu der Anhörung abgeben. Auch bei MF Global lehnte man eine Stellungsnahme ab. Der Sprecher von Jon Corzine reagierte auf Anfrage nicht.

    Die Pleite von MF Global hatte Anfang November in der weltweiten Finanzbranche für Aufsehen gesorgt. Das Unternehmen hatte sich mit europäischen Staatsanleihen verspekuliert und gilt als erstes großes Opfer der europäischen Schuldenkrise an der Wall Street. Wegen des mutmaßlichen Zugriffs auf Kundenkonten wird der Fall von den Aufsichtsbehörden und vom FBI untersucht.

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    3 Kommentare zu "MF Global: Pleite rückt Ratingagenturen ins Zwielicht"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich komme da nicht mehr mit. Die Ratingagenturen lassen sich immer blenden wie auch die Wortschaftsprüfer. Das sind sinnlose Branchen die keinerlei Mehrwert bringen aber die politisch Korrekten ruhig schlafen lassen. Wie oft muss sich das wiederholen bis das Rating endlich als Massstab (gesetzlich vorgeschrieben in vielen Fällen, ich erinnere an das Investment grade) ausgedient hat. Ratingagenturen wissen auch nicht mehr als alle anderen, haben das Kredit know-how in den Banken verkümmern lassen und verstärken die Krisen weil sie die Märkte außer Kraft setzen da alle immer auf der gleichen Seite stehen. Weg damit !

    • Soweit ein wesentlicher Grund für die Pleite Geschäfte mit europäischen Staatsanleihen sind, kann man nur sagen, daß die Ratingagenturen die Risiken solcher Papiere noch unterschätzt haben.

      Sie hatten demnach den Wert von den Staatsanleihen noch zu wohlwollend eingestuft und damit eben auch diese Staaten auch zu gut bewertet.

    • Die können niemal unabhängig sein wenn sie von denselben Leuten/Unternehmen bezahlt werden über die sie urteilen.
      Wann kapiert das endlich jemand.
      Das ist alles nur geklaut : hejo hejo doch das weiß ich nur ganz alleine ;-)
      Bestes Beispiel ist Italien:
      so viel hat sich in den letzten Tagen nicht verändert als das dieses Land jetzt soviel mehr an Zinsaufschlag bezahlen soll.Das ist politisch gewollt von den Amis weil die Angst um den Dollar haben!!!
      Wenn der Euro weg ist, redet niemand mehr über die Schulden der USA da es keine Alternative gibt.

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