Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Milliardengewinn 2014 Genossenschaftsbanken schlagen Deutsche Bank

Die genossenschaftliche Finanzgruppe hat 2014 mehr als zehn Milliarden Euro verdient. Damit schlägt sie die größte deutsche Privatbank um Längen. Eine einheitliche europäische Einlagensicherung lehnt sie entschieden ab.
15.07.2015 - 12:26 Uhr Kommentieren
Das Spitzeninstitut der Volksbanken warnte im Mai vor massivem Filialsterben. Quelle: Reuters
DZ Bank

Das Spitzeninstitut der Volksbanken warnte im Mai vor massivem Filialsterben.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Eigentlich entscheidet jede Volksbank für sich selbst. Doch einmal im Jahr tut die genossenschaftliche Finanzgruppe so, als sei sie ein Konzern – und kalkuliert das Ergebnis für alle 1.047 Genossenschaftsbanken, für die Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ Bank, für die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die R+V Versicherung und Fondsgesellschaft Union Investment.

Der Gewinn lässt sich sehen: 10,7 Milliarden Euro hat die Gruppe 2014 insgesamt vor Steuern verdient. Man blicke auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück, sagte Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR).
Damit schlagen die Genossen das größte deutsche Geldhaus, die Deutsche Bank, um Längen. Die Deutsche Bank verdiente im vergangenen Jahr gut 3,1 Milliarden Euro vor Steuern. Allerdings sei man sich bewusst, dass der Jahresüberschuss in einer Größenordnung liege, die in naher Zukunft kaum zu wiederholen sei, sagte BVR-Vorstandsmitglied Andreas Martin. Er verwies auf mehr Regulierung für die Banken und das gesamtwirtschaftliche Umfeld.
Den Grund für eine wachsende Unsicherheit sieht der BVR in den Problemen in Griechenland. Fröhlich stützte die Position der Bundesregierung in den Verhandlungen um ein weiteres Hilfspaket für das hoch verschuldete Land. Es sei richtig, dass die Bundesregierung „als vertrauensbildende Maßnahme auf legislative Vorleistungen Griechenlands und die Einrichtung des Privatisierungsfonds bestanden“ habe.

Hier machen Banken Filialen dicht
Sparkasse Wetzlar
1 von 11

Zehn Jahre lang hat die Sparkasse Wetzlar ihr Filialnetz nicht angefasst. Jetzt kommt der große Umbau: 15 von 49 Filialen will das Geldhaus aus dem hessischen Fachwerkstädtchen schließen, also gut 30 Prozent. 26 statt bisher 42 Geschäftsstellen sollen bis Ende 2016 noch mit Personal besetzt sein. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir auf geänderte Kundenanforderungen und betriebswirtschaftliche Belastungen reagieren müssen“, sagt Sparkassenchef Norbert Spory (im Bild).

(Foto: Bert Bostelmann / Bildfolio für Handelsblatt)
Sparkassen-Filiale in Wetzlar-Garbenheim
2 von 11

Die Kunden gehen immer weniger in die Bankfiliale. Filialschließungen stoßen trotzdem oft auf Unmut. Zum Beispiel im Wetzlarer Ortsteil Garbenheim. Die Bürger sammelten Unterschriften gegen die Filialschließung, der Sparkassenchef musste seine Pläne im Ortsbeirat verteidigen. Immerhin: Bargeld abheben können die Garbenheimer Sparkassenkunden womöglich künftig bei einem Lebensmittelladen.

Eine Reportage über das Filialsterben lesen Sie hier.

(Foto: Bert Bostelmann / Bildfolio für Handelsblatt)
Filiale in Hannover
3 von 11

Zusammen kommen die 416 deutschen Sparkassen noch auf mehr als 12.000 mit Mitarbeitern besetzte Filialen. Vor zehn Jahren waren es noch rund 19.000. Es wurden also schon etliche Filialen geschlossen, im vergangenen Jahr allerdings schrumpfte die Zahl nur leicht. Das wird sich nach Einschätzung von Experten nun ändern. Sie gehen davon aus, dass etliche Sparkassen in den nächsten Jahren 20 bis 30 Prozent der Filialen streichen.

Sparkasse Duisburg
4 von 11

Die Sparkasse Duisburg feiert einmal im Jahr eine Gala (im Bild: Kabarettist Wolfgang Trepper). Doch für Schlagzeilen sorgte zuletzt, dass die Sparkasse Duisburg zwar mehr Geldautomaten aufstellen möchte – bis 2022 aber die Hälfte der mit Mitarbeitern besetzen Geschäftsstellen schließen, wie sie Ende Mai ankündigte. Das Institut verweist darauf, dass die heutige Filialdichte „in weiten Teilen aber dem Netz der 80iger Jahre“ entspreche. Damals allerdings hatte Duisburg noch mehr Einwohner als heute.

(Foto: Imago)
Annaberg-Buchholz
5 von 11

Im sächsischen Landtagswahlkampf spazierte Kanzlerin Angela Merkel im Sommer 2014 durch Annaberg-Buchholz – im Hintergrund eine Sparkassen-Filiale. Auch die Erzgebirgssparkasse dampft ihr Filialnetz ein. Nach der Fusion mehrerer Institute wurden binnen kurzer Zeit 38 von 95 Filialen geschlossen. Auch hier regte sich Protest. Immerhin: An Bargeld kommen die Kunden nun auch in 30 sogenannter Agenturen – oft Geschäfte, die im Auftrag der Sparkasse diese Dienstleistung übernommen haben. Darunter ist beispielsweise ein Fahrradladen.

(Foto: dpa)
Osnabrück
6 von 11

Auch die Sparkasse Osnabrück will ihr Filialnetz ausdünnen. 17 von 58 Filialen sollen geschlossen werden. Investieren will das Geldhaus – wie andere Sparkassen auch – unter anderem in das Onlinebanking und in die Kundenbetreuung per Telefon und Chat. Trotzdem ist Sparkassenchef Johannes Hartig die Präsenz vor Ort wichtig. „Das Filialnetz ist und bleibt der genetische Code unserer Sparkasse!“, sagt er.

Koblenz
7 von 11

Zu den Sparkassen, die jetzt Filialen in größerem Stil streichen, gehört auch die Sparkasse Koblenz. Sie macht zehn von 48 Zweigstellen zu. „Wir müssen die Sparkasse jetzt so aufstellen, dass sie den geänderten Anforderungen unserer Kunden gerecht wird und für die künftigen Herausforderungen gewappnet ist. Wir dürfen nicht warten, bis es für eine positive Beeinflussung vielleicht zu spät ist“, sagt Sparkassenchef Matthias Nester. Trotzdem sind auch für ihn die Geschäftsstellen der „genetische Code unserer Sparkasse“.

(Foto: Imago)

Er forderte die Politik auf, Lehren für die Zukunft des Euro-Raums zu ziehen. „Wenn sich Probleme so aufschaukeln wie im Fall Griechenlands, kommen bei den Rettungspaketen schnell astronomische Summen zusammen.“ Bei größeren Mitgliedsstaaten sei kaum vorstellbar, wie diese Summen gestemmt werden sollten. „Die europäische Solidarität wird spätestens dann an ihre Grenzen kommen.“

Dabei lehnen die Genossenschaftsbanken auch eine einheitliche europäische Einlagensicherung ab. Als Vertreter der regionalen Genossenschaftsbanken werde man „ein System der zwangsweisen Umverteilung von Mitteln der Einlagensicherungssystem in der Eurozone niemals gutheißen“, so BVR-Vorstandsmitglied Gerhard Hofmann. Die Einlagensicherungssysteme dürften aber nicht für eine verfehlte Wirtschafts- und Steuerpolitik oder eine unzureichende Verwaltung anderer Länder haftbar gemacht werden, sagte Hofmann mit Blick auf Griechenland. „Das wäre ein Vermögenstransfer. Mit uns nicht“, stellte Fröhlich fest.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Derzeit wird in der EU erneut über einen paneuropäischen Einlagensicherungsfonds nachgedacht. Noch hat die EU-Kommission zwar offengelassen, ob und wann sie einen Gesetzentwurf für einen gemeinsamen EU-Einlagensicherungsfonds vorlegt. Aber im Juni war die Absicht im sogenannten Fünf-Präsidenten-Bericht zur Fortentwicklung der Währungsunion gelandet.

    Verfasst wurde er unter Junckers Federführung unter anderem von Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem und Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank. Sie fordern ein europäisches Einlagensicherungssystem als „dritten Pfeiler einer vollendeten Bankenunion“. Der erste und zweite Pfeiler sind einheitliche Bankenaufsicht und -abwicklung. Ein gemeinsames System würde die Euro-Zone dem Bericht zufolge „widerstandsfähiger gegen künftige Krisen“ machen.

    Startseite
    0 Kommentare zu "Milliardengewinn 2014: Genossenschaftsbanken schlagen Deutsche Bank"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%