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Morgan Stanley, JP Morgan, Goldman Sachs Milliarden für die Aktionäre: US-Banken schütten großzügig Kapital aus

Die großen Wall-Street-Häuser starten nach der Freigabe durch die US-Notenbank mit umfangreichen Kapitalausschüttungen. Auch in Europa zeichnen sich Lockerungen ab. Experten warnen.
29.06.2021 - 17:45 Uhr Kommentieren
Die Wall Street hat sich vom Corona-Schock erholt. Quelle: Carl Solder on Unsplash
Skyline von New York

Die Wall Street hat sich vom Corona-Schock erholt.

(Foto: Carl Solder on Unsplash)

New York, Frankfurt Amerikas Banken sind als große Gewinner aus der Coronakrise hervorgegangen. Trotz des massiven Einbruchs der Wirtschaft steigerten sie ihre Kapitalreserven, wie die US-Notenbank Federal Reserve vergangene Woche bescheinigte. Knapp eine Woche später profitieren jetzt auch die Investoren davon deutlich: Die Wall-Street-Häuser verkündeten in der Nacht zum Dienstag großzügige Kapitalausschüttungen an ihre Aktionäre.

Morgan Stanley kündete an, die Dividende im dritten Quartal auf 0,70 Dollar pro Aktie zu verdoppeln. Das war deutlich mehr als gedacht. Analysten hatten im Durchschnitt mit einer Erhöhung auf etwa 50 US-Cent pro Aktie von derzeit 35 US-Cent gerechnet. Die Bank könne so viel Kapital auszahlen, weil sie über mehrere Jahre hinweg einen Überschuss angesammelt habe, begründete der Vorstandsvorsitzende von Morgan Stanley, James Gorman, den Schritt.

Die Bank kündigte außerdem an, die Ausgaben für Aktienrückkäufe um 20 Prozent auf zwölf Milliarden Dollar zu erhöhen. Auch der US-Rivale JP Morgan zahlt seinen Anteilseignern mehr aus: Die größte Bank der USA kündigte an, die Ausschüttung im dritten Quartal von 90 US-Cent auf 1,00 Dollar pro Aktie anzuheben.

Das Bankhaus Goldman Sachs teilte mit, statt 1,25 Dollar pro Aktie nun 2,00 Dollar auszuschütten. Die Bank of America wird ab dem dritten Quartal den Investoren 17 Prozent mehr pro Anteilschein zahlen: Die Dividende steige auf 21 US-Cent pro Aktie, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt stockten die Banken laut Berechnungen von Experten damit die Ausschüttungen an die Aktionäre um rund zwei Milliarden Dollar auf.

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    Der Dividendenregen kommt nicht von ungefähr: Die Institute haben in den vergangenen Monaten zum Teil Rekordergebnisse erzielt. Sie profitierten von staatlichen Rettungsprogrammen und von einem unerwarteten Boom am Kapitalmarkt, der auch durch den Trend zu Börsenmänteln, sogenannten Spacs, getrieben war. Diese Alternative zu klassischen Börsengängen gab dem Investmentbanking-Geschäft deutlich Rückenwind.

    Analysten gehen davon aus, dass die Banken in den kommenden Quartalen mehr als 100 Prozent ihrer Gewinne an ihre Aktionäre weitergeben werden. Kritikern missfällt jedoch die neue Großspurigkeit der Banken. Sie fürchten, dass die Institute in der Coronakrise zu einfach davongekommen und für kommende Krisen nicht ausreichend gerüstet sind.

    Grafik

    Rettungspakete halfen

    Die Verluste in der Pandemie „waren deutlich kleiner als erwartet, weil Regierungen so aggressiv eingesprungen sind und fiskalpolitische Unterstützung für Familien und Unternehmen gezahlt haben“, gab Neil Kashkari, Chef der regionalen Notenbank in Minneapolis, diese Woche in einem Gastbeitrag in der „Financial Times“ zu bedenken.

    Dass der US-Kongress knapp sechs Billionen Dollar in verschiedenen Hilfspaketen in die Wirtschaft gepumpt habe, „half Familien, ihre Miete oder ihre Hypothek zu bezahlen, ihre Autokredite und ihre Kreditkartenrechnungen. Das alles hat den Bilanzen der Banken geholfen, daher war das auch ein Bail-out der Banken“, so Kashkari, ein Ex-Banker von Goldman Sachs, der in der Finanzkrise 2008 maßgeblich an der Bankenrettung beteiligt war.

    Sheila Bair, die frühere Chefin der US-Einlagensicherung FDIC wies zudem darauf hin, dass die Fed die Kapitalmärkte zu Beginn der Pandemie mit einer Reihe von Rettungsaktionen beruhigt habe und noch immer jeden Monat Anleihen im Wert von 120 Milliarden Dollar kauft. Mit ihrer Entscheidung, in der Frühphase der Pandemie Unternehmensanleihen zu kaufen, hätte sie zudem das Geschäft mit Anleiheemissionen der Banken gestärkt.

    Die Fed will von der Kritik jedoch nichts wissen. Die Stresstests „haben bestätigt, dass das Bankensystem in einer starken Position ist, um die anhaltende wirtschaftliche Erholung zu unterstützen“, attestierte Fed-Vize Randal Quarles, der für die Bankenregulierung zuständig ist, bei der Veröffentlichung der Ergebnisse.

    Die Stresstests wurden nach der Finanzkrise 2008 eingeführt, als Signal an die Finanzmärkte, dass die Institute auch schwere Krisen überstehen und weiterhin Kredite an Unternehmen und Haushalte vergeben können. In den vergangenen Jahren hat die Fed die Tests sukzessive aufgeweicht. So wird nicht mehr veröffentlicht, ob Banken Schwächen beim Risikomanagement und bei der Compliance haben.

    Aktionäre von europäischen Banken können sich auch auf höhere Ausschüttungen einstellen. Die von der Bankenaufsicht der EZB verhängten Beschränkungen bei Dividenden- und Bonuszahlungen sowie Aktienrückkäufen dürften im Herbst auslaufen „solange keine außergewöhnliche Verschlechterung der Lage eintritt“, heißt es. Erwartet wird, dass die EZB dazu am 23. Juli eine Entscheidung fällt.

    Die Aktionäre der zwei größten deutschen Privatbanken müssen auf Ausschüttungen allerdings noch etwas warten. Die Deutsche Bank hat wegen ihres Umbaus erst für das Geschäftsjahr 2021 wieder eine Dividende in Aussicht gestellt, die dann im Frühjahr 2022 ausbezahlt würde.

    Bei der Commerzbank, die gerade erst eine grundlegende Restrukturierung beschlossen hat, stehen Dividendenzahlungen erst für das Geschäftsjahr 2023 wieder an.

    Mehr: US-Banken-Stresstests: Die Fed macht den Weg für höhere Dividenden frei

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