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Nach Ausflug ins Investmentbanking Hauck & Aufhäuser will „langweilig“ sein

Vergangenes Jahr beendete Hauck & Aufhäuser den Ausflug in Investmentbanking. „Größe allein ist kein Maßstab“, sieht Bankenchef Rupprecht ein. Nun dreht die Privatbank das Rad zurück und will auf mehr Qualität setzen.
15.07.2014 - 11:23 Uhr Kommentieren
Die Privatbank Hauck & Aufhäuser in Frankfurt: Nach dem fehlgeschlagenen Investmentbanking hat das Geldhaus nun kleinere Ziele. Quelle: ap

Die Privatbank Hauck & Aufhäuser in Frankfurt: Nach dem fehlgeschlagenen Investmentbanking hat das Geldhaus nun kleinere Ziele.

(Foto: ap)

Frankfurt Die Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser backt nach dem fehlgeschlagenen Ausflug ins Investmentbanking kleinere Brötchen. „Größe allein ist kein Maßstab. Was wir nicht mit hoher Qualität machen können, überlassen wir anderen“, sagte Stephan Rupprecht, Partner und Mitglied der dreiköpfigen Führungsriege von Hauck & Aufhäuser, der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. „Uns geht es darum, einigen wenigen Kundengruppen echten Mehrwert zu bieten.“ Anlageberatung und Vermögensverwaltung für Unternehmer aus dem Mittelstand und für freie Vermögensverwalter stehen nun im Fokus.

Vor zwei Jahren, kurz vor dem Abschied des umtriebigen Bankchefs Michael Schramm, war Rupprecht von der UBS zu Hauck & Aufhäuser gestoßen, er ist für das Vermögensmanagement verantwortlich. Inzwischen hat die Bank – mangels Nachfrage – das zugekaufte Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen eingestellt und ihr Privatkundengeschäft in Luxemburg an die DZ Privatbank verkauft. „Ich halte es für eine Tugend, wenn eine Privatbank ein 'langweiliges' Geschäftsmodell hat. In Zeiten der Finanzkrise adelt so etwas“, betonte Rupprecht.

Im vergangenen Jahr stieg das verwaltete Vermögen in den Kundendepots auf 27,1 (2012: 25,6) Milliarden Euro. Rupprecht wollte nicht sagen, ob die Zuwächse allein auf Kurssteigerungen an den gut gelaufenen Märkten zurückzuführen seien oder ob die Bank auch frische Kundengelder eingesammelt hat. „Wir wachsen, aber wir wachsen nicht um jeden Preis“, sagte er nur.

Die Branche ist im Umbruch, unter den hiesigen Privatbanken wie Berenberg, MM Warburg und Metzler tobt der Kampf um die lukrativen Kunden, um die zunehmend auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken buhlen. Große Schweizer Häuser wie Credit Suisse dagegen wollen den Preiskampf um die vermögende Klientel in Deutschland nicht mehr mitmachen und treten den Rückzug an. „Unser tägliches Geschäft ist deutlich sportlicher geworden“, sagte Rupprecht. Zu viel Konkurrenz gebe es gleichwohl nicht. „Ich sehe keine Überkapazitäten unter den deutschen Privatbanken.“ Für 2013 weist Hauck & Aufhäuser einen Überschuss von 7,0 (2,2) Millionen Euro aus.

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    Hauck & Aufhäuser gehört der Gründerfamilie Hauck sowie mehreren deutschen Unternehmerfamilien wie Asbeck (Solarworld), Mast (Jägermeister) und Heraeus. Der Golfstaat Kuwait, lange der Exot unter den Eigentümern von Hauck & Aufhäuser, ist nach Informationen aus Finanzkreisen Ende 2013 ausgestiegen. Die übrigen Anteilseigner hätten das aufgefangen. Rupprecht wollte sich dazu nicht äußern.

    Ein lukratives Investment ist die Bank für ihre Eigentümer zurzeit nicht. Dividenden gibt es seit Jahren nicht mehr, der Gewinn fließt komplett in die Rücklagen, um die Kapitalquoten auf das höhere Niveau zu bringen, das die strengeren Basel-III-Regeln künftig fordern. Frisches Kapital brauche die Bank aber nicht, betonte der Chef. „Unsere Kapitalausstattung ist sauber durchgeplant. Wir sind bei der Eigenkapitalquote deutlich über den Anforderungen.“

    • rtr
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