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Nach Bafin-Rüffel Deutsche Bank bestimmt Joe Salama zum neuen Geldwäsche-Bekämpfer

Der Amerikaner war weltweit für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten verantwortlich. Sein Vorgänger hatte die internen Kontrollen nicht zügig genug verbessert.
18.05.2021 - 22:30 Uhr Kommentieren
Der Manager war bei der Deutschen Bank zuletzt für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten zuständig. Quelle: Deutsche Bank
Joe Salama

Der Manager war bei der Deutschen Bank zuletzt für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten zuständig.

(Foto: Deutsche Bank)

Frankfurt Bislang war Joe Salama dafür verantwortlich, Probleme und Rechtsstreitigkeiten der Deutschen Bank aus der Welt zu schaffen. Künftig soll er dazu beitragen, dass sie gar nicht erst entstehen: Der Vorstand bestellt den 47-Jährigen zum neuen globalen Leiter der Abteilung zur Bekämpfung von Finanzkriminalität und ernennt ihn zum Geldwäschebeauftragten des Konzerns. Bislang war Salama weltweit für Rechtsstreitigkeiten zuständig und Chef der US-Rechtsabteilung.

Salama folgt auf Stephan Wilken, der innerhalb des Konzerns neue Aufgabe übernehmen wird. Das geht aus einer internen Mitteilung von Compliance-Vorstand Stefan Simon hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Wilken war seit Oktober 2018 Geldwäsche-Beauftragter gewesen.

Die Neubesetzung der Geldwäsche-Abteilung folgt auf die Kritik der Finanzaufsicht Bafin an den schleppenden Fortschritten der Deutschen Bank bei der Verbesserung ihrer internen Kontrollsystemen zur Geldwäsche-Bekämpfung. Die Behörde hatte deshalb vor kurzem das Mandat des von ihr 2018 eingesetzten Geldwäsche-Sonderaufpassers KPMG bei dem Geldhaus nicht nur verlängert, sondern auch erweitert.

Die Bafin mahnte unter anderem „weitere angemessene interne Sicherungsmaßnahmen“ sowie Sorgfaltspflichten „insbesondere in Bezug auf den Regelprozess bei Kundenaktualisierungen“ an. Damit deutet die Behörde an, dass die Bank bislang Feuer eher austritt als ein Aufflackern zuverlässig zu verhindern. Die Deutsche Bank war das erste deutsche Institut, bei dem die Bafin einen Sonderaufpasser eingesetzt hatte. Erst vor kurzem setzte die Behörde auch bei der Onlinebank N26 so einen Aufpasser ein.

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    Im Vorstand hat Stefan Simon im Mai die Verantwortung für die Bekämpfung von Finanzkriminalität und Geldwäsche von Risikovorstand Stuart Lewis übernommen. Simon war schon zuvor für die Beziehungen zu den Aufsichtsbehörden und die Rechtsabteilung zuständig. Er unterzieht seinen Bereich gerade einer strategischen Überprüfung und will bis Mitte Juni die Prioritäten für seinen Bereich festlegen. Joe Salama werde dabei eine „wichtige Rolle“ spielen, schrieb Simon.  

    Dienstsitz in Frankfurt und New York

    Aufgrund seiner bisherigen Aufgaben kennt Salama die Aufsichtsbehörden sowie die von den Behörden entsandten Sonderaufpasser. „In den vergangenen Jahren hat Joe federführend dazu beigetragen, dass wir die meisten unserer großen Rechtsstreitigkeiten, die häufig einen direkten Anti-Financial-Crime-Bezug hatten, beilegen konnten“, lobte Simon den neuen obersten Geldwäsche-Bekämpfer des Instituts.

    Salama soll künftig in Frankfurt und New York arbeiten. Seine Berufung stehe unter dem Vorbehalt einer finalen Freigabe durch die Aufsichtsbehörden. Geben diese grünes Licht, übernimmt der Manager seine neuen Aufgaben ab 1. Juli.

    Salama arbeitet seit mehr als zehn Jahren bei der Deutschen Bank. Diesen Schritt habe er sich zu Beginn gut überlegt und er sei ihm nicht leicht gefallen, sagte der neue Geldwäsche-Bekämpfer vor vier Monaten in einem Podcast der Bank mit Kommunikationschef Jörg Eigendorf anlässlich des Holocaust-Gedenktages. Denn Salama ist Jude und praktiziert seinen Glauben offen. Bevor er zur Deutschen Bank wechselte, habe er sich zunächst mit der Frage auseinandergesetzt, inwieweit das Institut seine Vergangenheit während des Dritten Reichs aufgearbeitet habe.

    Innerhalb der Deutschen Bank engagiert sich Salama, dessen Vater als Elfjähriger mit seinem Bruder aus Ägypten in die USA ausgewandert war, bis heute für Diversität. Er ist Vorsitzender des Diversity and Inclusion Councils der Rechtsabteilung der Bank.

    Mehr: Bafin rüffelt Geldwäschebekämpfung bei Online-Bank N26.

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