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Nach Bilanzskandal Ex-Wirecard-Aufseher Klestil verlässt Beirat der N26 Bank

Auf Druck der Bafin hat Stefan Klestil den Beirat der Smartphone-Bank N26 verlassen. Aus der Fintech-Szene allerdings bekommt er viel Zuspruch.
18.09.2020 - 15:32 Uhr Kommentieren
Stefan Klestil ist Fintech-Experte und Partner bei Speedinvest. Quelle: Speedinvest
Stefan Klestil

Stefan Klestil ist Fintech-Experte und Partner bei Speedinvest.

(Foto: Speedinvest)

Frankfurt, Köln Stefan Klestil ist in der Fintech-Szene ein bekannter Name. Seit vielen Jahren schon mischt der Österreicher bei zahlreichen Newcomern in der Finanzwelt mit. Manche von ihnen haben sich längst zu Schwergewichten entwickelt – so wie die Online-Bank N26, bei denen Klestil schon früh als Business Angel eingestiegen ist.

Allerdings hat der Wirecard-Skandal das bis vor wenigen Monaten noch makellose Bild des 53-Jährigen beschädigt. Klestil saß bis zu seinem Ausscheiden am 31. August 2020 mehr als eine Dekade lang im Aufsichtsrat des Skandal-Unternehmens. Nun muss er sich von Kritikern vorwerfen lassen, die mutmaßlichen Bilanzbetrügereien nicht frühzeitig entdeckt zu haben. Auch bei der Wirecard Bank gehörte Klestil bis vor kurzem dem Aufsichtsgremium an.

Klestil wehrt sich gegen die Kritik und weist die Vorwürfe zurück. „Ich bin meinen Aufgaben als Aufsichtsrat stets mit aller Kraft nachgekommen. Der Betrugsverdacht, der inzwischen gegen Teile des Managements der Wirecard im Raum steht, ist für mich schockierend“, sagte er dem Handelsblatt.

Die Zweifel an seiner Aufseher-Eignung bei Finanzaufsehern konnte Klestil nach den Entwicklungen der letzten Monate allerdings nicht ausräumen. Nach Informationen des Handelsblatts ist er vor kurzem auf Druck der Finanzaufsicht Bafin aus dem Beirat der N26 Bank ausgeschieden.

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    Die Online-Bank erklärte, Klestil habe „dieses Mandat auf eigenen Wunsch niedergelegt“. Im Beirat der Muttergesellschaft N26 GmbH, die von der Bafin nicht direkt beaufsichtigt wird, stehe er jedoch weiterhin beratend zu Verfügung. Die Bafin äußerte sich zu dem Thema nicht.

    Die Bedenken der Finanzaufsicht haben wohl auch mit der gemeinsamen Historie von Wirecard und N26 zu tun: Bis zum Erhalt der eigenen Banklizenz im Sommer 2016 nutzte N26 für die Abwicklung von Bankgeschäften die Lizenz und Dienstleistungen der Wirecard Bank AG. Erst seit einigen Jahren geht N26 hier eigene Wege.

    Fintechs springen ihrem Förderer bei

    Während sich N26 dem Druck der Bafin beugte, stärken andere Fintechs Klestil den Rücken. Im Factoring-Unternehmen Billie sitzt Klestil für den Venture-Capital-Investor Speedinvest in einem Vertretungsgremium der Investoren. Billie-Co-Gründer Christian Grobe sagte, dass er Klestil immer als sehr integre und besonne Stimme wahrgenommen habe. Er verfüge über große Industrieexpertise und habe die Gründer sehr unterstützt. Weder sieht Grobe ein Problem darin, dass Klestil sein Unternehmen weiterhin berät, noch einen Grund, sich von ihm abzuwenden.

    Von der Insurtech-Firma Wefox kommt ebenfalls Zuspruch: „Stefan Klestil ist mit seiner Funktion bei Speedinvest einer der ersten Investoren, die an uns geglaubt haben“, teilte das Unternehmen mit. Klestil habe keine offizielle Rolle im Verwaltungsrat und damit keine Aufsichtsfunktion und kein Stimmrecht. Durch seine Tätigkeit bei Speedinvest sei er aber ein treuer Unterstützer von Wefox seit der Seed-Finanzierung.

    In ähnlicher Rolle ist Klestil auch bei Fincompare tätig. Von dort erhält er auch Rückendeckung. „Als Vertreter unseres Investors Speedinvest ist Stefan Klestil seit Bestehen des Unternehmens ein wertvoller und hoch geschätzter Bestandteil des Advisory Boards von Fincompare“, sagte Fincompare-Gründer und Geschäftsführer Stephan Heller. Seine Firma und das gesamte Board stünden zu 100 Prozent hinter Stefan Klestil. „Wir freuen uns auch in Zukunft von seiner Expertise profitieren zu können.“

    Mehr: Das Grundproblem von Fällen wie dem Wirecard-Skandal ist falsch verstandene Loyalität, kommentiert Handelsblatt-Redakteur Frank Wiebe.

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