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Nach Erdogan Kritik Türkische Zentralbank feuert zwei Manager

Die türkische Zentralbank hat offenbar zwei Abteilungsleiter, einen Stellvertreter und den Privatsekretär des Bankchefs Erdem Basci entlassen. Zuvor hatte Ministerpräsident Tayyip Erdogan die Bank stark kritisiert.
12.06.2014 - 14:08 Uhr Kommentieren
Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hatte die türkische Zentralbank widerholt scharf kritisiert. Nun hat die Bank zwei Manager und weitere Angestellte entlassen. Quelle: AFP

Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hatte die türkische Zentralbank widerholt scharf kritisiert. Nun hat die Bank zwei Manager und weitere Angestellte entlassen.

(Foto: AFP)

Istanbul Nach der Kritik des türkischen Regierungschefs Recep Tayyip Erdogan zieht die Zentralbank offenbar personelle Konsequenzen im Management. So seien der für Auslandsbeziehungen zuständige Geschäftsführer und dessen Stellvertreter entlassen worden, sagten mit der Sache vertraute Personen am späten Mittwochabend. Auch der für den Zahlungsverkehr zuständige Manager sowie der Privatsekretär des Zentralbankchefs Erdem Basci hätten gehen müssen. Zu den Gründen sagten die Insider nichts, auch gab es keine Informationen darüber, wer die Entlassungen angeordnet hat. Keiner der betroffenen Manager sei direkt in geldpolitische Entscheidungen eingebunden gewesen. Die Zentralbank wollte sich nicht äußern.

Erdogan hat der türkischen Nationalbank wiederholt vorgeworfen, zu wenig zu tun, um die hohen Kreditkosten zu senken. Das heize die Inflation an. Die jüngste Zinssenkung im Mai auf 9,5 von zehn Prozent hatte Erdogan als „Witz“ bezeichnet und - von der formal unabhängigen Zentralbank - eine weitere Lockerung gefordert. Basci hatte im Kabinett deutlich gemacht, dass er die Vorgehensweise Erdogans nicht akzeptiere.

Sollten die Informationen stimmen, so sei das Vorgehen enttäuschend „und würde erneut Fragen über die Unabhängigkeit der Zentralbank aufwerfen“, sagte Timothy Ash, Analyst bei der Standard Bank in London.

Kritiker werfen dem konservativen Ministerpräsidenten einen zunehmend autoritären Regierungsstil vor und befürchten eine schleichende Islamisierung des Staates.

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