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Nach geplatzter Fusion Kein Bieterwettkampf um die Commerzbank

Das Geldhaus wird von Experten mit ausländischen Banken in Verbindung gebracht. Finanzchef Engels dagegen sieht die Bank allein gut genug aufgestellt.
08.05.2019 - 18:25 Uhr Kommentieren
Die Commerzbank soll das Interesse ausländischer Banken auf sich gezogen haben. Quelle: mauritius images / Bernd Wittelsbach
Das Bankenviertel in Frankfurt

Die Commerzbank soll das Interesse ausländischer Banken auf sich gezogen haben.

(Foto: mauritius images / Bernd Wittelsbach)

Frankfurt Stephan Engels fordert alle Beteiligten auf, einmal ganz still zu sein. „Lauschen wir mal“, sagt der Commerzbank-Finanzchef am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. „Ich hör’ jetzt hier nichts klopfen.“ Auch zuvor habe kein ausländischer Kaufinteressent bei den Frankfurtern angeklopft, beteuert Engels. Sonst hätte das Institut die Öffentlichkeit darüber informieren müssen.

Die Ausführungen zeigen, dass die Commerzbank-Spitze die Debatte über eine Übernahme des Geldhauses für übertrieben hält. Ende April waren die Fusionsgespräche zwischen der Commerzbank und der Deutschen Bank geplatzt. Und viele Experten rechnen damit, dass ausländische Geldhäuser nun nach der Commerzbank greifen werden.

Die niederländische Großbank ING und die italienische Unicredit haben Finanzkreisen zufolge in der Vergangenheit in Berlin bereits grundsätzliches Interesse an der Bank signalisiert. Konkrete Gespräche gab es bisher jedoch nie. Und Engels geht auch nicht davon aus, dass es in naher Zukunft einen Bieterwettkampf um die Commerzbank geben wird. „Im Moment sehe ich das echt nicht kommen.“

Grundsätzlich ist das Institut zudem der Ansicht, dass es nicht auf einen Zusammenschluss angewiesen ist, sondern auch allein (Stand Alone) bestehen kann. „Stand Alone ist ganz klar eine Alternative“, betont Engels. „Ob die für immer hält, kann ich Ihnen aus heutiger Sicht nicht sagen.“ Aber in den vergangenen 150 Jahren habe es funktioniert.

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    Gewinn bricht ein

    Die bis 2020 ausgelegte Strategie der Commerzbank sieht vor, ihre Marktanteile im Firmen- und Privatkundengeschäft auszubauen. Und dabei kam das Geldhaus im ersten Quartal gut voran. Die Privatkundensparte gewann in Deutschland netto 123.000 neue Kunden. Das angepeilte Geschäftsvolumen (Assets under Control) stieg auf über 400 Milliarden Euro, womit Privatkundenchef Michael Mandel ein für 2020 ausgegebenes Ziel bereits vorzeitig erreicht hat.

    Auch in der Firmenkundensparte, die sich in den vergangenen Jahren vom Ertragsbringer zum Sorgenkind entwickelt hat, gibt es Fortschritte. Im Kerngeschäft mit dem Mittelstand und internationalen Konzernen zogen die Erträge an. Der operative Gewinn der Sparte stieg um 23 Prozent auf 121 Millionen Euro. Analysten waren von den Zahlen positiv überrascht.

    Bisher schafft es die Commerzbank allerdings nicht, ihr Wachstum in deutlich höhere Gewinne umzumünzen. Im ersten Quartal brach das Ergebnis unter dem Strich sogar um gut die Hälfte auf 120 Millionen Euro ein. Dies war jedoch auch auf Sondereffekte zurückzuführen – allen voran auf eine deutlich höhere Steuerlast. Nichtsdestotrotz ist die Bank mit einer Eigenkapitalrendite von 1,9 Prozent noch sehr weit von ihrem Ziel für 2020 entfernt. Dann soll die Rendite zwischen fünf und sechs Prozent liegen.

    Vorstandschef Martin Zielke versprach, die Ertragskraft der Bank zu steigern. Er ist der Ansicht, dass seine Strategie funktioniert – und sieht deshalb keinen Anlass für grundlegende Änderungen. Das Management prüfe nur, „ob wir an der einen oder anderen Stelle noch einmal nachschärfen“, sagte er kürzlich dem Handelsblatt. Die Strategie über das Jahr 2020 hinaus will das Institut im Herbst vorlegen.

    Keine Angst vor der Hauptversammlung

    Felix Hufeld, der Chef der Finanzaufsicht Bafin, hat die Deutsche Bank und die Commerzbank aufgefordert, ihre Kosten auch ohne Fusion stärker zu senken. Engels sieht jedoch keinen Grund, am Kostenziel für 2020 etwas zu ändern. Die Bank sei im ersten Quartal beim Senken der operativen Kosten gut vorangekommen, erklärte der Finanzchef. Regulatorische Pflichtabgaben und auch die Umlagen für die Bankenaufseher seien dagegen gestiegen – „und tragen somit ein Stück weit zum Problem bei“.

    Keine größeren Probleme muss die Commerzbank-Spitze dagegen bei der Hauptversammlung am 22. Mai fürchten. Im Gegensatz zum Nachbarn Deutsche Bank empfehlen die einflussreichen Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis, Vorstand und Aufsichtsrat zu entlasten.

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