Nachhaltigkeit: Drei Sonderprüfungen – Bafin prüft Umweltrisiken selten im Detail
Frankfurt. Die Finanzaufsicht Bafin warnt zwar häufig vor steigenden Klima- und Umweltrisiken – etwa durch klimaschädliche Investitionen von Banken und Versicherern. Doch sie kontrolliert selten im Detail, ob Finanzunternehmen solche Risiken ausreichend berücksichtigen. Das geht aus den Antworten zu einer Kleinen Anfrage der Grünen hervor, die dem Handelsblatt vorab vorlag.
Danach führte die Bafin 2024 bei drei Banken eine „ESG-Fokusprüfung“ durch. ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (gute Unternehmensführung) und wird häufig unter dem Begriff Nachhaltigkeit zusammengefasst. Hinzu kam eine Stichproben-Untersuchung der Bafin im Jahr 2024 unter zehn Banken und zehn Versicherern.
Für das laufende Jahr seien bei der Bafin gar keine „Prüfungskampagnen mit dem Thema ESG-Risiken“ in den operativen Geschäftsbereichen vorgesehen, schreibt die Bundesregierung. Der Ausblick für 2026 ist vage.
Die Versicherungsaufsicht der Behörde plane „ein Jahresziel 2026, das den Umgang der Institute mit ausgewählten physischen Klimarisiken adressiert“, teilte die Bunderegierung mit. Wo die Schwerpunkte liegen sollen und welche Versicherer davon betroffen sein werden, steht noch nicht fest.