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Neue Vorwürfe Grenke-Gründer sagt, er wurde nicht aus Aufsichtsrat gedrängt

Wolfgang Grenke wehrt sich erneut gegen den Leerverkäufer Fraser Perring. Dieser hat seine Vorwürfe gegen das Leasingunternehmen untermauert.
21.10.2020 - 09:38 Uhr Kommentieren
Der britische Investor Fraser Perring wirft der Leasingfirma Betrug, Bilanzfälschung und Geldwäsche vor. Quelle: dpa
Grenke-Zentrale in Baden-Baden

Der britische Investor Fraser Perring wirft der Leasingfirma Betrug, Bilanzfälschung und Geldwäsche vor.

(Foto: dpa)

Frankfurt Wolfgang Grenke ist nach eigenen Worten nicht aus dem Aufsichtsrat des von ihm gegründeten Unternehmens gedrängt worden. Damit wies er eine Behauptung des Leerverkäufers Fraser Perring zurück, der am Dienstag in einem neuen Bericht seine Betrugsvorwürfe gegen die Leasingfirma untermauert hatte. Auch dieser enthalte viele Unwahrheiten, sagte Grenke.

„Das war meine Entscheidung. Ich halte das – mit Blick auf die Governance – für angemessen“, erklärte Grenke. Vergangenen Monat war er vorläufig aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden, nachdem Perring seinen ersten Bericht veröffentlicht hatte. Ein Sprecher der Grenke AG wollte den Austritt aus dem Gremium nicht kommentieren.

Perring hatte Grenke im September vorgeworfen, Akquisitionen von Franchisefirmen zu nutzen, um zu verschleiern, dass ein Großteil der ausgewiesenen liquiden Mittel nicht existiere.

Obwohl das Unternehmen die Anschuldigungen zurückwies, blieb Perring bei seinen Vorwürfen. In seinem neuen Bericht am Dienstag schrieb er, dass der Aufsichtsrat Wolfgang Grenke aus dem Gremium gedrängt habe, um seine Untersuchungen mit dem Ziel der Schadensbegrenzung durchführen zu können. Zugleich weiche das Management den Fragen zu den früheren Besitzern des Franchise-Partners CTP aus.

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    „Wie bei den vorhergehenden Veröffentlichungen von Perring werden Fakten mit Halbwahrheiten und platten Unwahrheiten vermischt“, sagte Wolfgang Grenke. „Nehmen Sie nur mal die unwahren Behauptungen bezüglich Liquidität, Geldwäsche, Werthaltigkeit der erworbenen Unternehmen.“

    Die Aufsichtsbehörde Bafin hat im Zusammenhang mit Grenke mehrere Untersuchungen eingeleitet. Das Unternehmen selbst beauftragte Warth & Klein Grant Thornton sowie KPMG mit Prüfungen. Anfang des Monats erklärte Grenke, KPMG habe Bestätigungen von mehr als 98 Prozent der ausgewiesenen Bankguthaben vorliegen.

    Und diese Woche berichtete das Unternehmen, die „Übernahmen der bisher überprüften Franchiseunternehmen können als positiv bezeichnet werden“.

    Streit um Eigentumsstrukturen

    In der Vergangenheit hatte Grenke Franchise-Unternehmen genutzt, um in neue Märkte zu expandieren. Geschäftsführer dieser Firmen waren häufig ehemalige Mitarbeiter von Grenke, die Minderheitsbeteiligungen besaßen, während die Kapitalmehrheit „bei verschiedenen Finanzinvestoren, darunter der CTP Handels- und Beteiligungs GmbH“ lag, wie Grenke vergangenen Monat erklärte. Nach typischerweise vier bis sechs Jahren erwarb das Unternehmen die Franchisefirmen.

    Seit Februar dieses Jahres ist Wolfgang Grenke der alleinige Eigner der CTP-Muttergesellschaft Sacoma AG. Unklar ist, wer Sacoma davor kontrolliert hatte. Grenke erklärte lediglich, dass es weder die Grenke AG noch Wolfgang Grenke gewesen seien.

    Laut Perrings jüngstem Bericht war Wolfgang Grenke „seit mindestens Anfang der 2000er Jahre bei der CTP involviert“ durch eine von ihm gegründete Firma, die heute als EECA Consulting bekannt sei. Wolfgang Grenke bestritt dies und sagte, dass er vor Februar 2020 „keine gesellschaftliche Beziehung zur CTP“ hatte.

    Perring behauptete am Dienstag auch, dass es „kein Zufall“ sei, dass Wolfgang Grenke die Sacoma gekauft habe, nachdem die zuständigen Behörden ein bevorstehendes Verbot von Inhaberaktien angekündigt hätten. Der Leerverkäufer schrieb, dass die Aktienstruktur der Firma vor der Übernahme von Wolfgang Grenke rein auf Inhaberaktien ausgerichtet gewesen sei, „die das Eigentum lediglich durch den physischen Besitz des Aktienzertifikats übertragen, was bedeutet, dass die wahren Eigentümer der Sacoma AG unbekannt bleiben konnten“.

    Die Behauptung sei „unsinnig“, sagte Grenke. Bei privaten Aktiengesellschaften bestehe zwar generell keine Veröffentlichungspflicht. „Aber natürlich müssen den Behörden die wirtschaftlich Berechtigten benannt werden – und das schon seit einigen Jahren.“

    Mehr: HSBC-Analyse: Grenke weist die meisten Vorwürfe überzeugend zurück

    • Bloomberg
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