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Neuorientierung Ex-Postbank-Vorständin Susanne Klöß startet Karriere als Multiaufsichtsrätin

Bei der Postbank schaffte Susanne Klöß die Gratis-Girokonten ab. Nun treibt sie als Aufsichtsrätin die Digitalisierung voran – etwa bei der deutschen ING.
27.05.2021 - 12:38 Uhr 1 Kommentar
Die neue Aufsichtsratschefin der ING gilt als Digitalisierungsexpertin.
Susanne Klöß

Die neue Aufsichtsratschefin der ING gilt als Digitalisierungsexpertin.

Frankfurt Susanne Klöß-Braekler scheut keine Kontraste. Die Tochter eines Werkzeugmachers und einer Feinmechanikerin saß schon als Jugendliche im heimischen Gießen am Commodore 64. Klöß programmierte, spielte aber auch Tetris und Pac-Man. Puppen waren nicht ihr Ding, dafür aber Ballettstunden. Klöß ist bis heute Ballet-Fan – aktiv und als Zuschauerin.

Die gleiche Offenheit zieht sich durch ihr Berufsleben. Nach ihrer Zeit bei der Unternehmensberatung Accenture mit all ihren Auslandsaufenthalten heuerte sie im heimischen Privatkundengeschäft der Deutschen Bank und deren Tochter Postbank an. Klöß war die Managerin, die bei der Postbank die kostenlosen Girokonten abschaffte.

Wenige Monate nach ihrem Ausstieg bei der Deutschen Bank im vergangenen September hat die 56-Jährige ihrer Karriere wieder eine neue Richtung gegeben. „Ich habe mich entschieden, von der operativen Seite auf die nichtexekutive Seite zu wechseln und Multi-Aufsichtsrätin und -Beirätin zu werden“, sagt sie dem Handelsblatt.

Seither hat sie eine ganze Reihe von Mandaten an Land gezogen: Klöß sitzt unter anderem in den Aufsichtsgremien der Schweizer Konsumentenkreditbank Cembra Money, der Deutschland-Tochter der französischen Großbank Oddo BHF sowie der Pfandbriefbank. Im September soll sie außerdem an die Spitze des Aufsichtsrats der Deutschlandtochter der ING gewählt werden.

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    Sie habe sich schon länger mit dem Gedanken getragen, eine Karriere als Aufsichtsrätin anzustreben, betont Klöß. Den letzten Anstoß gab die Umstrukturierung in der Privatkundensparte der Deutschen Bank.

    Zuletzt war die Managerin dort Produktvorständin der separaten Privatkundensparte DB Privat- und Firmenkundenbank. Als diese in den Konzern integriert wurde, zog sie die Reißleine. „Da habe ich mich entschieden, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, um meinem beruflichen Werdegang einen neuen Twist zu geben“, sagt sie.

    ING an der Digitalisierungs-Speerspitze

    Klöß sieht ihren thematischen Schwerpunkt in der Finanzbranche und dem Technologiebereich. Vor allem beim Deutschlandableger der ING kann sie beide Steckenpferde kombinieren. „Die Zukunft der deutschen Finanzbranche entscheidet sich auch an der Digitalisierung. Und hier sehe ich die ING an der Speerspitze“, sagt sie.

    Die Niederländer setzten in Deutschland von Beginn an auf digitale Prozesse und waren damit sehr erfolgreich. Mittlerweile stößt das Modell angesichts niedriger Zinsen aber an seine Grenzen, denn zunehmend laufen hochverzinste Altkredite aus, die durch geringverzinstes Neugeschäft ersetzt werden. In diesem Jahr rechnet die ING Deutschland deshalb mit einem „deutlich“ sinkenden Vorsteuergewinn. 

    Neues Wachstum muss her, etwa durch mehr Wertpapierdepots. Im Mai hat die ING eine neue virtuelle Anlageberatung eingeführt. Ausgewählte Kunden erhalten sogar eine Videoberatungs-Option – und eine klare Empfehlung für einen von ING gemanagten Dachfonds.

    Damit bricht die Bank mit der Maxime, keine teure und aufwendige Beratung anzubieten. Klöß hält das für sinnvoll. „Der von der ING eingeschlagene Weg hin zum Wertpapiergeschäft ist richtig. Wer nicht wächst, ist langfristig nicht überlebensfähig“, sagt sie.

    Wachstum könne auch bedeuten, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Zukäufe würde sie aber nicht grundsätzlich ausschließen. „Eine zukunftsorientierte Bank prüft regelmäßig auch die Möglichkeiten im Markt“, sagt sie. 

    Banken sind aber nicht die einzige Branche, in der sich Klöß tummeln will. Sie interessiere sich für alle Geschäftsmodelle, in denen es um Digitalisierung gehe, betont sie. So halte sie etwa auch die Digitalisierung im Gesundheitswesen für „spannend“. Seit Mai sitzt sie im Kontrollgremium des britischen Pflegedienst-Start-ups Ceracare.

    Dass die meisten ihrer Mandate einen klaren Auslandsbezug haben, ist von der Managerin, die neben Englisch, Französisch und Spanisch auch „ein bisschen“ Mandarin spricht, so gewollt. „Ich habe sehr international gearbeitet und möchte das auch weiterhin tun. Deshalb habe ich mir gezielt Institute ausgesucht, die nicht allein in Deutschland aktiv sind, sondern auch einen internationalen Bezug haben. Sie alle haben gemeinsam, dass sie die Digitalisierung noch weiter vorantreiben wollen.“

    Klöß' neue Rolle als Multi-Aufsichtsrätin passe zu ihr, sagen viele, die sie kennen. Die Wahl-Münchnerin neige einerseits nicht zu Mikromanagement, arbeite sich aber auch in Details ein. „Man kann ihr in einer Verhandlung kein X für ein U vormachen, aber sie lässt sich mit Sachargumenten auch überzeugen. Ich kann sie mir gut als Gegenpart zu Vorständen vorstellen“, sagt einer, der sie kennt.

    Engagement im Bundesverband deutscher Banken

    Klöß gilt außerdem als bestens verdrahtet. „Es gibt Menschen, die prädestinierte Außenminister sind. Dazu gehört auch sie“, sagt ein ehemaliger Kollege. So engagierte sich Klöß in ihrer Zeit bei der Deutschen Bank stark im Bundesverband deutscher Banken.

    Für sinnvoll hält sie so ein Engagement bis heute: „Es gibt viele Themen, bei denen die Banken über ihren eigenen Tellerrand blicken und ein gemeinsames Bild formen sollten. Oft sitzt der Wettbewerb nicht mehr bei der Bank nebenan, sondern in einem großen Technologiekonzern“, mahnt sie.

    „Sie ist eine gute Netzwerkerin und eine Person, die sehr gut integrieren und zwischen unterschiedlichen Menschen vermitteln kann“, bescheinigt ihr auch der Technologieinvestor Frank Strauß. Strauß war als früherer Vorstandsvorsitzender der Postbank sowie der Deutsche-Bank-Privatkundensparte lange ihr Chef. Er beschreibt sie als Person, die sich „in ihrer Art immer treu“ bleibt. „Für mich ist sie ein echtes Vorbild in Sachen Diversity.“

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    1 Kommentar zu "Neuorientierung: Ex-Postbank-Vorständin Susanne Klöß startet Karriere als Multiaufsichtsrätin"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • soso, bei der deutschen ING. Aha.
      Vielleicht kann sie ja mal bewirken, dass diese quarkige App, mit der man sich ja nun Einloggen muss, gründlich überarbeitet wird.
      Da muss man nicht nur dutzende Male dieselbe PIN reindonnern, nein, man muss die App nach jedem Vorgang (im aktuellen Android)mit dem Zurück-Knopf verlasen, um zum nächsten einnageln derselben PIN zu kommen, weil die App nicht merkt, dass man das nächste Gescxhäft am PC eingegeben hat und die dortige Anwendung auf das Handy wartet.

      Absolut unterirdisch.

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