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  5. Bunq prüft die Auswirkungen des BGH-Urteils zu Bankgebühren, das Fintech will bald profitabel sein

Niederländische SmartphonebankNach zehn Jahren ohne Geldgeber: Fintech Bunq erzielt in Finanzierungsrunde Milliardenbewertung

Seit der Gründung hat der Gründer Bunq allein finanziert. Nun einigt er sich mit dem Finanzinvestor Pollen Street auf eine Kapitalrunde, die Bewertung steigt auf 1,6 Milliarden Euro.Elisabeth Atzler 08.07.2021 - 15:15 Uhr Artikel anhören

Die niederländische Smartphonebank Bunq kommt nach der ersten Finanzierungsrunde auf eine Bewertung von 1,6 Milliarden Euro.

Foto: Bunq

Frankfurt. Die niederländische Smartphonebank Bunq ist ein Exot unter den Finanz-Start-ups (Fintechs). Rund zehn Jahre kam sie ohne fremde Geldgeber aus. Gründer und Chef Ali Niknam finanzierte Bunq aus eigenen Mitteln, knapp 100 Millionen Euro steckte der IT-Unternehmer in die Bank, die bisher nur Verluste gemacht macht.

Nun aber erhält Bunq 168 Millionen Euro vom britischen Finanzinvestor Pollen Street Capital, Niknam investiert weitere 25 Millionen Euro. Die Bewertung des Unternehmens steigt damit auf 1,6 Milliarden Euro, teilte Bunq am Donnerstag mit. Das Pollen-Investment ist eine vergleichsweise große erste Finanzierungsrunde.

Bunq-Gründer Niknam betonte lange Zeit, ohne Mittel von außen auskommen zu wollen. Der 39-Jährige hat bereits zwei inzwischen große IT-Unternehmen, TransIP and Datacenter Group, gegründet. Seine Anteile am Rechenzentrumsbetreiber Datacenter hat Niknam verkauft, an TransIP, einem Webhosting-Anbieter, ist er noch beteiligt.

Die Finanzierungsrunde begründete Niknam damit, dass das Fintech jetzt in einer Phase sei, in der Wachstum und die rasche Steigerung der Kundenzahl wichtiger geworden sei. Aktuell kämen die meisten Kunden aus den Niederlanden, künftig würden aber die Märkte Deutschland und Frankreich relevanter sein.

Dass der Unternehmenswert durch eine bevorstehende Finanzierungsrunde nach oben springt, hatte die niederländische Wirtschaftszeitung „Het Financieele Dagblad“ bereits vor drei Wochen berichtet. Die insgesamt 193 Millionen Euro an frischen Mitteln stehen Bunq aber nicht komplett zur Verfügung.

Übernahme ist Teil der Finanzierung

Teil des Deals ist, dass Bunq das irische Fintech Capitalflow erwirbt – aus dem Portfolio von Pollen Street Capital. Capitalflow ist ein Unternehmensfinanzierer ohne eigene Vollbanklizenz. 2019 erzielte er einen kleinen Gewinn.

Aus Niknams Sicht ergänzen sich die beiden Firmen: „Wir meinen, dass es gut zusammenpasst“, sagte er dem Handelsblatt. Während für Bunq hohe Kundeneinlagen angesichts der Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) teuer seien, benötige Capitalflow Einlagen, um Kredite ausreichen zu können.

Auch weitere Zukäufe kann sich Niknam vorstellen. „Bunq ist offen für weitere Übernahmen.“ Falls Bunq mehr Kapital brauche, um ein Unternehmen zu erwerben, ist auch eine weitere Finanzierungsrunde wahrscheinlich.

Bunq prüft mögliche Auswirkungen des BGH-Urteils zu Bankgebühren

Bunq gehört zu den Smartphonebanken, deren Kernangebot eine Banking-App für das Smartphone ist. Auch N26, Revolut, Vivid Money, Nuri (vormals Bitwala) und Tomorrow zählen dazu, sie werden auch als „Neobanken“ bezeichnet. Neobanken versuchen, traditionellen Geldhäusern Marktanteile streitig zu machen, und adressieren vor allem digital affine private Kunden.

Bei der Gründung 2012 war Bunq nach eigenen Angaben die erste neue europäische Bank, die nach 35-jähriger Pause wieder eine Banklizenz erhielt. Niknam, der Informatik studiert hat, bekam 2014 von der niederländischen Finanzaufsicht auch selbst die Erlaubnis, eine Bank zu leiten. Mittlerweile ist Bunq in 30 Ländern aktiv.

Die Amsterdamer Bank hat den Anspruch, den Kunden besonders in den Mittelpunkt zu stellen. Allerdings strich sie erst kürzlich das Gratiskonto und hob weitere Gebühren an.

Bunq muss sich nun mit einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) auseinandersetzen. Der BGH entschied Ende April, dass Banken nicht wie bisher Gebühren über Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen anheben dürfen. Vielmehr brauchen sie nun die explizite Zustimmung der Kunden.

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Bunq erklärte, man sei sich der BGH-Entscheidung bewusst. Angesichts der Tatsache, dass Bunq eine niederländische Bank sei, die niederländischem Recht unterliege, prüfe man, ob das Urteil Auswirkungen auf Bunq und auf die Kunden habe.

Viele Neobanken haben hohe Summen in Geschäftsaufbau, Marketing und das Gewinnen von Kunden investiert, weshalb sie meist noch Verluste machen. Niknam zufolge erwartet Bunq, auf monatlicher Basis vor Ende dieses Jahren kostendeckend zu arbeiten. Eine profitablen Monat habe Bunq bereits erreicht. Die Kundeneinlagen überschreiten inzwischen eine Milliarde Euro. Zur Zahl der Kunden schweigt Bunq aber weiterhin.

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