Öffentlich-rechtlicher Finanzsektor: Der Fünf-Milliarden-Schock: Sparkassen und Landesbanken müssen ihr Sicherungssystem umbauen
„Nach meiner Wahrnehmung befürwortet die Mehrheit der Sparkassen eine Konsolidierung des Landesbankensektors“, sagt Röseler.
Foto: dpaFrankfurt. Coronakrise, Kreditausfälle, Negativzinsen: Viele Sparkassen stehen derzeit gewaltig unter Druck. Nun steht den Instituten das nächste Problem ins Haus: Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen müssen ihr gemeinsames Sicherungssystem umbauen – und das wird teuer.
Die Bankenaufsicht hat den Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) aufgefordert, zusätzlich zu den bereits vorhandenen Mitteln im Sicherungssystem ab 2025 weitere rund fünf Milliarden Euro in einen neuen Topf zur Rettung kriselnder Institute einzuzahlen. Das berichteten mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt. Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB), die deutsche Finanzaufsicht Bafin und der DSGV wollten sich auf Anfrage nicht dazu äußern.
Innerhalb des öffentlich-rechtlichen Finanzsektors haben die milliardenschweren Forderungen Schockwellen ausgelöst – und alte Grabenkämpfe wieder aufbrechen lassen. Viele Sparkassen-Vertreter beäugen die Landesbanken kritisch, weil mehrere Landesbanken in der Finanzkrise 2007/08 in Schieflage geraten waren und dem Sektor hohe Verluste einbrockten.
Zahlreiche Beteiligte fordern deshalb, dass die Landesbanken nun auch mehr Geld in den Sicherungstopf einzahlen, weil ihre Geschäfte riskanter seien. Die Landesbanken sehen dies anders.