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Öffentlich-rechtlicher Finanzsektor Sparkassen Holstein und Südholstein planen Fusion

Durch einen Zusammenschluss würde die größte Sparkasse in Schleswig-Holstein entstehen. Gleich mehrere Faktoren dürften die Gespräche begünstigt haben.
15.06.2021 - 11:00 Uhr Kommentieren
„Nach meiner Wahrnehmung befürwortet die Mehrheit der Sparkassen eine Konsolidierung des Landesbankensektors“, sagt Röseler. Quelle: dpa
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„Nach meiner Wahrnehmung befürwortet die Mehrheit der Sparkassen eine Konsolidierung des Landesbankensektors“, sagt Röseler.

(Foto: dpa)

Berlin Die Sparkasse Holstein und die Sparkasse Südholstein loten derzeit ein Zusammengehen aus. Das teilten die Institute am Dienstag mit. Durch eine Fusion würde mit einer Bilanzsumme von 13,4 Milliarden Euro die größte öffentlich-rechtliche Sparkasse in Schleswig-Holstein entstehen.

Bundesweit würde die fusionierte Sparkasse, deren Einzugsgebiet zwischen Hamburg und Kiel liegt, gemessen an der Bilanzsumme an 13. Stelle rangieren – unter insgesamt 371 Sparkassen. 2019 gab es noch 379 Institute.

Die Träger der beiden Sparkassen haben für das Projekt grünes Licht gegeben. „Die Verwaltungsräte beider Häuser haben den Vorständen das Mandat erteilt, in die Vertiefungsphase einzusteigen und die erforderlichen Schritte einzuleiten“, hieß es. Verlaufen die Gespräche erfolgreich, soll im ersten Halbjahr 2022 die Fusion eingeleitet und bis Juni 2023 vollzogen werden.

„Wir sind der Überzeugung, dass wir zusammen noch besser sind, und wollen diese Chance nutzen“, betonten der Vorstandschef der Sparkasse Holstein, Thomas Piehl, und der Vorstandschef der Sparkasse Südholstein, Andreas Fohrmann, unisono.

Betriebsbedingte Kündigungen im Zuge der Fusion würden ausgeschlossen. Derzeit beschäftigen beide Institute zusammen rund 1900 Mitarbeiter, wobei die Sparkasse Holstein mit einer Bilanzsumme von 7,4 Milliarden Euro und knapp 1000 Beschäftigen der größere Partner ist.

Auch wenn der Zusammenschluss aus einer Position der Stärke heraus erfolgt, dürften die wirtschaftlichen Umstände die Gespräche begünstigt haben. Die Wirtschaft leidet noch unter den Auswirkungen der Pandemie, die Bankenregulierung ist kostenintensiv, die Niedrigzinsphase nagt am Ergebnis, und der Wettbewerb ist intensiv.

Vom Sparkassen- und Giroverband ist kein Widerstand zu erwarten

Jüngst sorgten zwei Ereignisse für weiteren Druck. Der Bundesgerichtshof erschwerte Banken in einem Urteil Gebührenerhöhungen und ermöglichte Rückforderungen der Kunden. Zudem pocht die Finanzaufsicht auf eine bessere finanzielle Ausstattung des Einlagensicherungssystems der Sparkassen-Finanzgruppe, was zu höheren Belastungen der einzelnen Institute führen wird.

Keine Probleme dürften die Beteiligten hingegen mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) haben. Im Gegensatz zu einem anderen Vorhaben im vergangenen Jahr wird hier nicht mit Widerstand gerechnet. Als die Förde Sparkasse in Kiel und die Sparkasse Mittelholstein 2020 ihre Fusionsabsichten bekundeten, machte DSGV-Präsident Helmut Schleweis aus seinem Unmut keinen Hehl.

Stein des Anstoßes: Die beiden Sparkassen wollten in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft firmieren und strebten die Bildung einer „Bürgersparkasse“ an. Ängste vor möglichen Privatisierungstendenzen im Sparkassenlager wurden geschürt, mit dem Ergebnis, dass die Träger der Sparkassen das Fusionsprojekt schließlich abbliesen.

Dagegen wird das aus der Fusion der Sparkassen Holstein und Südholstein entstehende Institut weiterhin vollständig öffentlich-rechtlich sein. Die wirtschaftliche Logik aus dem Zusammenschluss ist für den Verwaltungsratsvorsitzenden der Sparkasse Holstein, Henning Görtz, und sein Pendant bei der Sparkasse Südholstein, Jan Peter Schröder, zwingend. Die beiden Verwaltungsräte haben dem Fusionsprozess einstimmig grünes Licht gegeben.

Mehr: Der Fünf-Milliarden-Schock: Sparkassen und Landesbanken müssen ihr Sicherungssystem umbauen.

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