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Online-Bezahldienst Paydirekt droht erneut verkorkstes Jahr

Der Online-Bezahldienst der deutschen Banken läuft Gefahr, sein gesetztes Jahresziel zu verfehlen. Zu wenig neue Kunden registrieren sich bei Paydirekt, wie aus Zahlen der Sparkassen hervorgeht. Dabei ginge es anders.
31.05.2017 - 12:48 Uhr Kommentieren
Der Ende 2015 gestartete deutsche Onlinebezahldienst kommt schwer in Gang. Verbraucher nutzen ihn bisher kaum. Quelle: dpa
Paydirekt

Der Ende 2015 gestartete deutsche Onlinebezahldienst kommt schwer in Gang. Verbraucher nutzen ihn bisher kaum.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Online-Bezahldienst der deutschen Banken, Paydirekt, kommt weiterhin nur schleppend voran. So registrieren sich wenig neue Sparkassenkunden bei Paydirekt, heißt es in einem Informationsbrief der Sparkassen, der dem Handelsblatt bekannt ist. Dort heißt es, dass sich die Registrierungszahlen zuletzt gesunken seien. Um das von Paydirekt gesteckte Ziel für 2017 zu erreichen, müssten sich weitaus mehr Verbraucher anmelden.

Zuletzt hatten sich demnach gut 450.000 Sparkassenkunden bei Paydirekt angemeldet. Insgesamt zählt der Online-Bezahldienst nach eigenen Angaben aktuell mehr als eine Million registrierter Kunden. Bei privaten und genossenschaftlichen Banken haben sich demnach zusammen also mindestens 550.000 Kunden angemeldet.

Das ist allerdings weit von dem Ziel entfernt, dass sich das Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditwirtschaft, die damit seit Ende 2015 dem US-Online-Bezahldienst Paypal Paroli bieten will, selbst gesetzt hat: Sieben Millionen neue Nutzer es bis Jahresende gewinnen. Das haben sich die Gesellschafter vorgenommen, wie kürzlich ebenfalls aus einer Sparkassen-Information hervorging. Die Sparkassen, die sich Paydirekt vor einem Jahr anschlossen, müssten ihrem Marktanteil zufolge 2,9 Millionen Kunden beigesteuert haben.

Hier bunkern die Deutschen ihr Geld
Vermögensbildung der Deutschen
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Der Aufwärtstrend der vergangenen drei Jahre setzt sich fort: Die Deutschen werden immer wohlhabender, geht aus der aktuellen Statistik der Bundesbank hervor. Zum Ende des dritten Quartals 2016 stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte auf rund 5.478 Milliarden Euro. Im dritten Quartal des Vorjahres belief es sich noch auf 5.219 Milliarden Euro, ein Plus von 259 Milliarden Euro oder knapp fünf Prozent. Die Bundesbank hat das steigende Geldvermögen der Deutschen umfassend analysiert – die wichtigsten Ergebnisse.

(Foto: dpa)
Reicher dank Aktien-Hausse
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Verantwortlich für das wachsende Geldvermögen (Sachvermögen und Immobilienbesitz wurden nicht betrachtet) ist vor allem ein höherer Bestand an Bargeld und Einlagen auf Giro- und Sparkonten, außerdem sogenannte Bewertungsgewinne. Diese entstehen etwa durch steigende Aktienkurse und höher bewertete Anteile an Immobilienfonds. Die Deutschen profitierten laut den Zahlen also 2016 von der Hausse am Aktien- und Häusermarkt.

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Bargeld und Bankkonten weiter Nummer 1
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Die Deutschen sind bei der Geldanlage risikoscheu: Den größten Anteil am Gesamtvermögen machen auch nach der neuen Erhebung Bargeld und Einlagen aus, also Geld auf Giro-, Tagesgeld-, Festgeld- und Sparkonten. Der Zufluss war allerdings zuletzt geringer als in früheren Perioden – hier machen sich die Niedrig- bis Nullzinsen laut Bundesbank bemerkbar. Im dritten Quartal 2016 horteten die Deutschen in Bar und auf Bankkonten rund 2.149 Milliarden Euro, im dritten Quartal 2015 waren es noch 2.056 Milliarden Euro.

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Das meiste Vermögen ist täglich verfügbar
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Laut der Statistik parken die Deutschen ihr Vermögen vorzugsweise in Bar, auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto, also als Einlage ohne lange Kündigungsfrist. Und dieser Dauertrend nahm 2016 sogar noch zu. Während im dritten Quartal 2015 der Gesamtbetrag von Bargeld und Sichteinlagen noch 1.196 Milliarden Euro lag, waren es 2016 schon 1.300 Milliarden Euro.

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Abwärtstrend des Sparbuchs
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Weniger genutzt werden die einstmals klassischsten Produkte der langfristigen Geldanlage: Sparbuch und Sparbrief. Ihre Zinsen liegen nahe Null, die Deutschen parkten hier im dritten Quartal 2016 rund 599 Milliarden Euro, 2015 waren es noch 613 Milliarden Euro gewesen. Nur leicht zugenommen haben die Termineinlagen, also zum Beispiel Festgeldkonten: 249 Milliarden Euro schlummerten hier 2016, gegenüber 246 Milliarden Euro in 2015.

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Versicherungs-Sparen bleibt beliebt
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Einer weiteren Vorliebe bleiben die Deutschen treu: Nach dem Sparen in Bar und auf dem Bankkonto vertrauen die Deutschen ihr Vermögen am zweitliebsten einer Versicherung an. Zuletzt stiegen die Ansprüche der privaten Haushalte an Versicherungs- und Alterssicherungssysteme. Das dortige Geldvermögen ist vom dritten Quartal 2015 (2.003 Milliarden Euro) zum dritten Quartal 2016 (2.097 Milliarden Euro) weiter leicht gewachsen. Angesichts immer niedrigerer Garantieverzinsungen ein weiterer Beleg für das risikoscheue Anlegeverhalten der Deutschen.

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Aktien werden beliebter
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Eine leichte Trendwende beobachtet die Bundesbank beim lange verschmähten Investment an der Börse. Zwar entscheidet sich immer noch eine Minderheit für das Sparen in Aktien und Investmentfonds, aber diese Minderheit wächst angesichts der Niedrigzinsen auf dem Konto und der steigenden Börsenkurse. Im dritten Quartal 2016 hatten die Deutschen 1.068 Milliarden Euro an der Börse investiert, etwa hälftig in Einzelaktien sowie in Anteilen an primär Aktien- und Immobilienfonds. 2015 war hier noch ein Vermögen von 982 Milliarden Euro geparkt.

(Foto: dpa)

Pikant dabei: Paydirekt gibt die Zahl der registrierten Kunden derzeit mit „über eine Million“ an, auch Ende März waren es schon rund eine Million. Die Sparkassen jedenfalls zählten dieses Jahr monatlich zwischen 20.000 und 30.000 neuer Anmeldungen – also weit weniger, als nötig wäre, um die hoch gesteckte Vorgabe zu erreichen. Das Blog „Bargeldlos“ berichtete zunächst über die rückläufigen Registrierungen.

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    Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband äußerte sich nicht zu den aktuellen Zahlen. Auch Paydirekt teilte mit, grundsätzlich keine Planzahlen zu veröffentlichen oder zu kommentieren. Man arbeite seit Marktstart am Ausbau des Händlerportfolios und habe „bereits nach kurzer Zeit wichtige Top-Händler sowie Händler aller Größen und aus allen Branchen gewonnen – Tendenz steigend“, so Paydirekt auf Anfrage.

    Bisher sind rund 950 Händler angebunden. Darunter ist allerdings kaum einer der 100 größten Onlinehändler in Deutschland, über die die meisten Umsätze im E-Commerce laufen. Nur 45 Online-Shops, bei denen man über Paydirekt kaufen kann, gehörten laut dem Kölner Handelsforschungsinstituts EHI zuletzt zu den 1.000 umsatzstärksten der E-Commerce-Branche.


    Paypal hat enormen Vorsprung

    Im wachsenden Onlinehandel bezahlen die Deutschen nach wie vor am liebsten per Rechnung, zeigt eine EHI-Erhebung. Rund 31 Prozent der Onlinekäufe, gemessen am Umsatz, laufen per Rechnung. Am zweithäufigsten wird online per Lastschrift bezahlt, der Anteil beträgt rund 20 Prozent – was auch daran liegt, dass der Onlinehändler Amazon Lastschrift und Kreditkartenzahlungen akzeptiert, aber nicht Paypal. Deshalb liegt Paypal nur auf Platz drei mit knapp 18 Prozent Anteil, gefolgt von der Kreditkartenzahlung mit zwölf Prozent.

    Paydirekt kommt mit seinem eigenen Anteil in der EHI-Untersuchung gar nicht vor. Kein Wunder: Zumindest im vergangenen Jahr war die Zahl der Käufe über Paydirekt sehr gering. Nach Handelsblatt-Informationen liefen bis Ende 2016 weniger als 100.000 Transfers.

    Zum Vergleich: Paypal ist in den vergangenen Monaten noch gewachsen und zählt in Deutschland fast 19 Millionen aktive Nutzer, die bei mehr als 50.000 Onlineshops bezahlen können, gibt aber keine Transferdaten für das Land an. Sollten die deutschen Kunden den US-Bezahldienst so oft nutzen wie die Kunden im internationalen Schnitt, dürfte der US-Konzern hier im vergangenen Jahr rund 500 Millionen Transaktionen gezählt haben.

    Das Problem der deutschen Geldhäuser mit Paydirekt ist, dass sie erst spät auf den Markt gekommen sind. Wie viel Potenzial ein eigenes Online-Bezahlsystem bei einem frühen Start hat, zeigt das Beispiel Niederlande. Dort laufen 57 Prozent der Zahlungen im Onlinehandel – hier gemessen an den einzelnen Käufen – über „iDEAL“, das vor zwölf Jahren gestartete gemeinsame Angebot der niederländischen Banken.

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