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Online-Bezahldienst Paypal blockiert Zahlungen an Pornodarsteller auf Pornhub

Paypal hat Zahlungen an Nachwuchsdarsteller auf der Plattform Pornhub blockiert. Das Porno-Portal verurteilt den Schritt und spricht von Diskriminierung.
15.11.2019 Update: 17.11.2019 - 16:26 Uhr Kommentieren
Pornhub versteht sich als der führende kostenlose, werbegestützte Streaming-Service für Erwachsene mit mehr als fünf Millionen Videos und 120 Millionen Besuchern pro Tag. Quelle: Screenshot
Pornhub-Logo

Pornhub versteht sich als der führende kostenlose, werbegestützte Streaming-Service für Erwachsene mit mehr als fünf Millionen Videos und 120 Millionen Besuchern pro Tag.

(Foto: Screenshot)

New York, Frankfurt, Düsseldorf Es ist eine Entscheidung, die nicht nur unter den Zahlungsdienstleistern für Unruhe sorgen dürfte. Der US-amerikanische Onlinebezahldienst Paypal wickelt keine Transaktionen mehr an Pornodarsteller auf der Plattform Pornhub ab. „Nach einer Untersuchung haben wir festgestellt, dass Pornhub bestimmte Zahlungen über Paypal getätigt hat, ohne dafür vorher eine Genehmigung einzufordern“, teilte Paypal Ende vergangener Woche mit. Man habe Schritte eingeleitet, damit diese Transaktionen nicht mehr stattfänden.

Dabei handelt es sich dem Unternehmen zufolge nur um Zahlungen an Darsteller des sogenannten „Model Program“. Laut Pornhub können Darsteller dort eigene Videos hochladen und verkaufen beziehungsweise an den Werbeerlösen beteiligt werden. Zu den genauen Gründen äußerte sich Paypal nicht. Paypals Nutzungsbedingungen sind für die Sexbranche vage formuliert. Eine Reihe großer US-amerikanischer Geldhäuser sowie die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard verbieten solche Zahlungen generell.

Pornhub verurteilte den Schritt und ließ mitteilen, der Zahlungsdienstleister würde „nichts anderes tun, als den Bemühungen zu schaden, Diskriminierung und Stigmatisierung von Sexarbeitern zu beenden“. Paypal stoppe Zahlungen an „über hunderttausend Darsteller, die so ihren Lebensunterhalt bestreiten“. „Wir sind alle am Boden zerstört“, schrieb Pornhub-Vizepräsident Corey Price in einer per E-Mail versandten Erklärung.

„Pornhubs wachsendes Model-Programm wurde gestartet, um Content-Ersteller in der Erotikbranche zu unterstützen.“ Es biete „einen sicheren, gut sichtbaren und sexuell positiven Raum auf unserer Plattform“, schrieb Price. Nun prüfe die Plattform andere Optionen für die Bezahlung der Darsteller, zum Beispiel mit Kryptowährungen.

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    Pornhub, dessen Mutterkonzern Mindgeek in Luxemburg sitzt, versteht sich als der führende kostenlose, werbegestützte Streamingservice für Erwachsene mit mehr als fünf Millionen Videos und 120 Millionen Besuchern pro Tag. Der Umgang mit Glücksspielanbietern und Adult Entertainment ist für sämtliche Zahlungsdienstleister ein heikles Thema.

    Spiegelbild der Branche

    Im Gespräch mit dem Handelsblatt hatte Wirecard-Chef Markus Braun kürzlich erklärt, der Geschäftsanteil mit diesen Branchen liege mittlerweile bei unter zehn Prozent. „Sie gelten tatsächlich als Hochrisikobereiche, obwohl sie, wenn man richtig mit ihnen umgeht, nicht riskanter sind als andere Kunden“, sagte der Chef des Dax-Konzerns.

    Braun erläuterte weiter, in den frühen Jahren des Zahlungsdienstleisters hätten Glücksspiel und Adult Entertainment einen hohen Anteil am gesamten Markt der Echtzeitabwicklungen von Kreditkartenunternehmen ausgemacht. „Da wir heute wie damals ein Spiegelbild des Gesamtmarkts sind, lag der Anteil entsprechend höher.“ Auf Anfrage des Handelsblatts, wie Wirecard das aktuelle Vorgehen des Konkurrenten Paypal im Zusammenhang mit Pornhub bewerte, reagierte das Unternehmen nicht.

    Mehr: Als erstes ausländisches Unternehmen erhält Paypal Zugang zum chinesischen Markt für Online-Transaktionen. Auch am chinesischen Zahlungsdienstleister GoPay beteiligt sich Paypal.

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