Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Aareal Bank

Der wohl wichtigste Streitpunkt ist die Zukunft der Aareal-Bank-Tochter Aareon.

(Foto: dpa)

Petrus Advisers Hedgefonds gönnt Aareal Bank eine Atempause

Der Großaktionär des Immobilienfinanzierers will dem neuen CEO Jochen Klösges Zeit zur Einarbeitung geben. Der Investor drängt aber weiter auf Abspaltung der Software-Tochter.
20.07.2021 - 17:56 Uhr Kommentieren

Frankfurt Seit Monaten drängt der Hedgefonds Petrus Advisers beim Immobilienfinanzierer Aareal Bank auf Veränderungen. Nach dem gerade vollzogenen Chefwechsel will der Londoner Investor, der mit einem Aktienpaket von gut neun Prozent zu den größten Anteilseignern des Immobilienfinanzierers zählt, der Aareal Bank aber erst einmal eine Atempause gönnen.

„Jetzt muss sich der neue CEO erst mal einarbeiten, um eine Chance zu bekommen, sich zu positionieren“, sagt Petrus-Partner Till Hufnagel im Interview mit HB Inside Real Estate, dem Fachbriefing des Handelsblatts.

Die Aareal Bank hatte im Juni mitgeteilt, dass der frühere Commerzbank-Manager Jochen Klösges die Nachfolge von Hermann J. Merkens antreten soll, der krankheitsbedingt Ende April ausschied. Klösges soll Mitte September sein Amt antreten.

Vorschusslorbeeren für den „Neuen“ sparte sich Hufnagel. Wie zufrieden Petrus Advisers mit der Ernennung von Klösges sei, „werden wir erst beurteilen können, wenn wir hören, was er vorhat“. Dass mit Klösges ein Manager von außen das Rennen machte, „ist richtig und das freut uns auch“.

In den Monaten vor der Hauptversammlung hatte der aktivistische Hedgefonds Vorstand und Aufsichtsrat des Kreditinstituts öffentlich kritisiert. Der Investor forderte unter anderem mehr Sparsamkeit, eine Abspaltung der Software-Tochter Aareon und eine Steigerung der Ertragskraft. „Der Vorstand muss dafür sorgen, die Kosten in den Griff zu bekommen und ein Geschäftsmodell aufzubauen, das weniger Eigenkapital verbraucht“, so Hufnagel.

Spin-off für Aareon gefordert

An seinen Zielen hält Petrus Advisers weiter fest: „Unsere Forderungen stehen natürlich noch. Die geben wir auch nicht auf, das ist klar“, sagte er.

Der wohl wichtigste Streitpunkt ist die Zukunft der Aareal-Bank-Tochter Aareon: „Wir sind weiterhin fest davon überzeugt, dass sich die Softwaretochter Aareon unabhängig von der Bank besser entwickeln wird“, so Hufnagel. „Aareon soll nicht verkauft, sondern an die Aareal-Aktionäre in Form eines Spin-offs abgegeben werden.“

Die Aareal Bank hat zwar mittlerweile einen Minderheitsanteil an Aareon an den Finanzinvestor Advent abgegeben, lehnt eine vollständige Trennung von dem IT-Dienstleister aber bislang ab. Wie es in der Sache weitergeht, ist künftig Chefsache: Klösges übernimmt die Zuständigkeit für Aareon. Der bislang zuständige Manager Thomas Ortmanns verlässt die Bank.

Auch die Ertragskraft ist dem Hedgefonds ein Dorn im Auge: So moniert Hufnagel, die Bank habe „aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar kommuniziert, woher die angepeilte Eigenkapitalrendite von acht bis zehn Prozent nach Steuern kommen soll“.

Auf der Hauptversammlung am 18. Mai hatte sich Petrus Advisers mit seinen Vorstellungen nur teilweise durchsetzen können. Der Hedgefonds hatte ein geplantes Vergütungspaket abgelehnt und die Ablösung von drei Aufsichtsräten gefordert, für die er auch Gegenkandidaten ins Rennen schickte. Das Gehaltspaket für den Vorstand fiel auf dem Aktionärstreffen zwar mehrheitlich durch, doch die Ablösung von Aufsichtsratschefin Marija Korsch sowie zwei weiteren Aufsichtsräten fand keine Mehrheit.

Anpassungen des Gehaltsniveaus auf Führungsebenen erwartet

Die Ablehnung des Vergütungssystems sei „kein kleiner Punkt“, betonte Hufnagel. Zwar ist die Aareal Bank nicht an das Votum der Aktionäre gebunden, aber Aufsichtsratschefin Korsch hatte bereits vor der Abstimmung signalisiert, dass sie das Votum akzeptieren und das Vergütungssystem im Falle einer Abstimmungsniederlage überarbeiten wolle.

Hufnagel geht davon aus, dass im Zuge der Anpassungen bei der Vorstandsvergütung auch das Gehaltsniveau auf den Führungsebenen darunter reduziert wird, „weil die sonst besser vergütet würden als die Vorstände“.

Dass andere Investoren sich gegen einen Wechsel im Aufsichtsrat stellten, kritisierte er. „Wie sich hier einige große deutsche Aktionäre verhalten haben, ist enttäuschend“, sagte er. Das gelte auch für deren Verhalten nach der Abstimmung: „Investoren wie die Allianz haben direkt danach einen signifikanten Teil ihrer Anteile verkauft, nachdem sie kurz zuvor die Führungsmannschaft gestützt hatten“, so Hufnagel. Petrus Advisers will einen längeren Atem beweisen: „Unser Investitionshorizont liegt in der Regel zwischen vier und zehn Jahren. Wir haben also nicht vor, unser Engagement kurzfristig zu reduzieren.“

Mehr: Mut zum Neuanfang: Der neue Aareal-Chef soll frische Impulse geben.

Startseite
Mehr zu: Petrus Advisers - Hedgefonds gönnt Aareal Bank eine Atempause
0 Kommentare zu "Petrus Advisers: Hedgefonds gönnt Aareal Bank eine Atempause"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%