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Preisstabilität EZB-Ratsmitglied Rehn für „symmetrisches“ Inflationsziel

Finnlands Notenbankchef spricht sich für ein Inflationsziel aus, mit dem die Euro-Wächter frühere Zeiten ausgleichen können. Die EZB würde damit dem Beispiel der Fed folgen.
24.11.2020 - 16:28 Uhr Kommentieren
Finnlands Notenbankchef fordert die EZB auf, über neue geldpolitische Strategien nachzudenken. Quelle: Reuters
Olli Rehn

Finnlands Notenbankchef fordert die EZB auf, über neue geldpolitische Strategien nachzudenken.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte aus Sicht ihres Ratsmitglieds Olli Rehn ein Inflationsziel erwägen, mit dem sie gleichermaßen gegen zu hohe und zu niedrige Teuerungsraten vorgehen kann. Neben einem solchen symmetrischen Ziel solle sie zudem offen sein für Überlegungen, sogenannte „Make-Up-Strategien“ zu verfolgen, sagte Finnlands Notenbankchef am Dienstag auf einer Konferenz in Helsinki.

Darunter verstehen Experten, dass die Euro-Wächter für einen gewissen Zeitraum etwa ein Überschießen des Inflationsziels zulassen, um frühere Zeiten auszugleichen, in denen die Inflation zuvor zu niedrig ausfiel.

Solche Strategien berücksichtigten vergangene Abweichungen vom Preisstabilitätsziel, sagte Rehn: „In anderen Worten, was in der Vergangenheit liegt ist nicht vergangen.“ Die EZB würde damit dem Beispiel der US-Notenbank Fed folgen, die nach ihrem Strategieschwenk einen heiß laufenden Arbeitsmarkt und eine steigende Inflation für eine gewisse Zeit in Kauf nehmen will, um einkommensschwachen Haushalten zu helfen.

Die EZB überprüft momentan ihre geldpolitische Strategie. Im Mittelpunkt steht ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent, das sie aber bereits seit Jahren verfehlt. Letztmalig hatte sie vor 17 Jahren ihre Strategie überarbeitet.

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    Aus Sicht von Rehn verfolgt die EZB zudem ein duales Mandat. Das stehe bereits im EU-Vertrag, sagte der Währungshüter. „Wenn wir unser gesetzliches Mandat respektieren, müssen wir danach streben, Vollbeschäftigung, ausgewogenes Wachstum und eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen - in der Tat, solange Preisstabilität nicht beeinträchtigt wird.“

    In der EZB gibt es derzeit eine Debatte darüber, wie eng das Mandat der Notenbank auszulegen ist. Im Kern geht es darum, ob es lediglich die Sicherung der Preisstabilität umfasst oder auch weitere wirtschaftspolitische Ziele.

    Laut EU-Vertrag soll die EZB vorrangig für Preisstabilität sorgen. Darüber hinaus soll sie aber auch - soweit es dieses Ziel nicht beeinträchtigt - die allgemeine Wirtschaftspolitik in der EU unterstützen.

    Mehr: EZB-Chefvolkswirt sieht trotz Negativzinsen Raum für weitere Zinssenkung.

    • rtr
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