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Privatanleger Minuszinsen kosten jeden Bundesbürger im Schnitt 150 Euro

Den Sparwillen der Privatanleger haben die Minuszinsen aber nicht gebrochen, zeigen Zahlen der Deutschen Bank. Aber auch die Verschuldung stieg 2019 an.
24.03.2020 - 12:59 Uhr 1 Kommentar
Corona: Minuszinsen kosten jeden Deutschen durchschnittlich 150 Euro Quelle: dpa
Eintrag in einem Sparbuch

Die deutschen Sparer leiden unter Minuszinsen, allerdings war das in den vergangenen Jahrzehnten schon öfter so.

(Foto: dpa)

Frankfurt Sie sind seit Jahren ein Ärgernis für die deutschen Sparer: die Minuszinsen, mit denen die Europäische Zentralbank versucht, die Inflation in Richtung ihres Zielwertes von nahe unter zwei Prozent zu heben. Die Experten der Deutschen Bank haben jetzt ausgerechnet, was diese Geldpolitik tatsächlich für die Privatanaleger bedeutet.

Das Ergebnis: Negative Zinsen auf Bargeld und Einlagen kosteten die Bundesbürger 2019 pro Person real rund 150 Euro, im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2014. Der Gesamtverlust eines repräsentativen Haushalts einschließlich der Ansprüche gegenüber Versicherungen betrug demnach etwa 540 Euro pro Jahr.

Die Wahrnehmung, dass Negativzinsen die deutschen Sparer bestrafen, scheint daher auf den ersten Blick nicht unbegründet. Allerdings weist die Bank darauf hin, dass negative Zinsen historisch keine Ausnahmesituation darstellen, sobald man die Inflation berücksichtigt. So mussten die Sparer in den Jahren 1997, 2004 und 2007 mit negativen Realzinsen zurechtkommen, weil die Teuerung hoch war.

Den Sparwillen der Deutschen haben die Minuszinsen ohnehin nicht gebrochen. Nach den Zahlen der Deutschen Bank haben die heimischen Haushalte ihre Nettosparquote von 9,4 Prozent im Jahr 2014 auf 10,5 Prozent im ersten Quartal 2019 erhöht.

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    Aber auch die Verschuldung stieg an. 2019 erreichte die Nettokreditvergabe an Privathaushalte in Deutschland mit 59,5 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Immobilienkredite verzeichneten ein Rekordplus von 53 Milliarden Euro. Im vierten Quartal entfiel nach den Berechnungen des Frankfurter Geldhauses fast der gesamte Kreditzuwachs auf Immobiliendarlehen.

    2020 wird das Wachstum der Immobilienkredite nach Meinung der Experten aber wahrscheinlich einbrechen, bis hin zu einer Stagnation. Die Triebfedern Nachfrageüberhang und Niedrigzinsen dürften den Markt zwar weiter unterstützen. „Aber im Zuge der Coronavirus-Pandemie kommt es zu erheblicher Unsicherheit und aller Voraussicht nach Einkommenseinbußen für die privaten Haushalte sowie möglicherweise auch zu Kapazitätsengpässen bei Genehmigungsverfahren“, heißt es in dem Bericht.

    Mehr: EZB-Chefin Lagarde sollte mehr über Jobs reden.

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    1 Kommentar zu "Privatanleger: Minuszinsen kosten jeden Bundesbürger im Schnitt 150 Euro"

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    • In dieser Krise zeigt sich, wie schizophren die Strafzinsen sind. Hat man als Mittelständler ein Polster auf dem Konto, dann wird das mit Strafzinsen belegt - immer noch. Obwohl man es sicher bald brauchen wird. Die Strafzinsen gehören schnellstmöglich und endgültig abgeschafft. Das darf es nicht geben!

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