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Privatbank Coutts Vom Zebra-Modell und Aktenbergen

Tausende Kundenakten einer Bank, die mit Verschwiegenheit punktet, schnappt sich der deutsche Zoll. Das Geldinstitut Coutts spielt den Fall herunter. Doch das Vertrauen vieler Kunden hat das Geldhaus längst verloren.
23.06.2014 - 12:07 Uhr Kommentieren
Die britische Königin soll eine Kundin sein: Privatbank Coutts. Quelle: dpa

Die britische Königin soll eine Kundin sein: Privatbank Coutts.

(Foto: dpa)

Zürich Steuerfahnder jubeln, Banker schlagen die Hände über den Kopf zusammen: Dem deutschen Zoll sind bei einer Durchsuchung eines Containers tausende Kundenakten der Cayman-Tochter der britischen Bank Coutts in die Hände gefallen. Der Fischzug der Fahnder ist der vorläufige Negativ-Höhepunkt in der bewegten Bank-Geschichte.

Die Fahnder hoffen nun, dank die Bank-Dossiers Informationen über Offshore-Geschäfte deutscher Steuersünder enthalten. Aufgedeckt hatten die Story „Focus“ und „Welt am Sonntag“. Coutts selbst bestätigt gegenüber Handelsblatt Online die Beschlagnahmung, betont aber, dass die Bank „keine Kenntnis über Ermittlungen gegen unsere Trust Company“ habe. Die Bank bemühe sich nun darum, dass die Behörden die Kunden-Akten wieder freigeben.

Die Bank, die zur quasi-verstaatlichten Royal Bank of Scotland gehört, hatte vergangenes Jahr einen Teil des Geschäfts auf den Cayman verkauft, im Zuge dessen würden Kunden-Akten verlagert, sie sollen nun auf verschiedene Daten-Zentren verteilt werden. Dabei wurden die Kartons mit Kundenakten über Hamburg verschifft.

Coutts blickt auf eine stolze Geschichte zurück: Die Bank wurde 1692 gegründet; die britische Queen ist eine ihrer Kunden. Auch wenn Coutts offiziell die Sache herunter spielt, ist ihr die Angelegenheit doch sichtlich peinlich. So betont Coutts in einer schriftlichen Stellungnahme, dass die Cayman-Tochter entgegen anderslautender Medienberichte keine Tochter von Coutts Schweiz sei.

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    Der sollen aber ebenfalls Daten abhanden gekommen sein. So hat laut Berichten das Land NRW im Sommer 2012 für rund eine Million Euro eine Daten-CD mit Kunden-Daten der Schweizer Coutts-Niederlassung gekauft. Die Auswertung gilt aber als schwierig, weil Kunden offenbar das so genannte „Zebra“-Modell gewählt haben. Dabei gibt es zwei Konten: Das eine enthält vergleichsweise geringe Beträge und wird vom Kunden beim Fiskus deklariert. Das zweite undeklarierte Konto soll dann die größeren Vermögenswerte enthalten.

    Aus dem Umfeld von Coutts heißt es dazu, dass es bis heute keinen Beweis für die Existenz dieser Daten-CD gibt.

    Coutts macht Verlust
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