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Prozess gegen Fabrice Tourre Naiver Weltverbesserer oder böser Finanzhai?

Seit Montag steht der „Fabelhafte Fab“ vor Gericht: Der Ex-Händler von Goldman soll Investoren betrogen haben. Zum Auftakt stellen ihn seine Anwälte ganz anders dar. Und die Richterin duldet kein Finanz-Kauderwelsch.
16.07.2013 - 03:53 Uhr 10 Kommentare
Der Ex-Goldman-Banker Fabrice Tourre ist eines der prominentesten Gesichter der Finanzkrise. Quelle: Reuters

Der Ex-Goldman-Banker Fabrice Tourre ist eines der prominentesten Gesichter der Finanzkrise.

(Foto: Reuters)

New York Dass diese Sache hier kompliziert werden würde, war allen Prozessbeteiligten vorher klar. Trotzdem sah sich Richterin Katherine Forrest gleich zu Beginn zu einem Appell gezwungen. „Haben Sie ein Herz“, sagte sie in Richtung der Anwälte. Die Geschworenen sprächen schließlich nicht die Sprache der Wall Street. „Ein synthetischer CDO ist reines Kauderwelsch, solange Sie ihn nicht erklären“, mahnte Forrest.

Ebenso wie die Jury war auch die Richterin am Montag mitten hineingeraten in die Welt der Investmentbanken, Finanzprofis und unverständlichen Finanzprodukte. An einem Gericht in Manhattan begann gestern einer der Aufsehen erregendsten Prozesse im Zusammenhang mit der Finanzkrise: Die Zivilklage der US-Börsenaufsicht SEC gegen den 34-jährigen Fabrice Tourre, Ex-Händler der Investmentbank Goldman Sachs, Spitzname: „Fabelhafter Fab“. Ihm wirft die SEC Betrug vor.

„In diesem Fall geht es um Lügen, Täuschung und Wall-Street-Gier“, sagte ein Anwalt der Behörde in seinem Eröffnungsplädoyer. Das Wort „Gier“ sollte am ersten Prozesstag noch öfters fallen: Die SEC will den Franzosen als Prototyp all dessen darstellen, was an der Wall Street falsch lief. Für seine Anwältin ist Tourre dagegen nur ein Sündenbock. Er habe niemanden täuschen wollen, entgegnete sie am Montag. Das Anwaltsteam wird von Goldman Sachs bezahlt.

In den kommenden drei Wochen müssen sich die neun Geschworenen, die am Montag ausgewählt wurden, nun selbst eine Meinung darüber bilden.

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    Dazu müssen sie tief eintauchen in die wilde Zeit vor dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007. Nach Ansicht der SEC soll Tourre damals Investoren irreführende Informationen über ein Anlageprodukt gegeben haben, das er als damals 28-Jähriger für Goldman selbst zusammengestellt hatte: „Abacus 2007-AC1“. Dem Papier – ein so genannter CDO – lag demnach ein Bündel fauler US-Häuserkredite zugrunde. Von vornherein sei es darauf angelegt gewesen, abzustürzen. Und die Investmentbank wettete darauf.

    Das tat das Papier dann auch erwartungsgemäß, als im Jahr 2007 der lange boomende Immobilienmarkt drehte und immer mehr Hausbesitzer ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten. Die Käufer von „Abacus“ waren angeschmiert, während Goldman und der Hedgefonds-Manager John Paulson ein Vermögen verdienten. Paulson soll an der Zusammenstellung von „Abacus“ beteiligt gewesen sein, was Goldman und Tourre den Käufern – darunter die deutsche Bank IKB – verschwiegen hatten. Sie verloren durch den Deal mehr als eine Milliarde Dollar.

    E-Mails: „Frankensteins“ und „Monster“
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    10 Kommentare zu "Prozess gegen Fabrice Tourre: Naiver Weltverbesserer oder böser Finanzhai?"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @Freidenker
      Natürlich geht es auch um Gewinn/Profit, aber auch um Verlust, für den bekanntermaßen dann aber nicht die Verantwortlichen aufkommen müssen? Das die Politik überfordert ist, darf nicht dazu führen sie abzuschaffen? Die beste Waffe gegen solche Machenschaften, ist Aufklärung, Aufklärung und noch einmal Aufklärung, was bereits in der Schule beginnen muss!

    • Wie kommt das Handelsblatt nur zu diesem Titel. Was hat Tourres’ Tätigkeit in Ruanda im Jahr 2011 mit dem Jahr 2007 zu tun, außer dass er 2011 sein Image zu verbessern sucht. Sicherlich belegt sein E-Mail-Verkehr mit seiner Freundin bei GS in London auch seine Verliebtheit. Aber die folgenden Passagen zeigen sehr klar eine pervertierte, auf die Katastrophe zusteuernde Finanzindustrie.
      The emails date from the first half of 2007. Fabrice Tourre has since relocated to London.

      23 JANUARY 2007
      “…More and more leverage in the system, the entire system is about to crumble any moment…the only potential survivor the fabulous Fab (as Mitch would kindly call me, even though there is nothing fabulous abt me…) standing in the middle of all these complex, highly levered, exotic trades he created without necessarily understanding all the implications of those monstruosities !!!”

      29 JANUARY 2007
      “When I think that I had some input into the creation of this product (which by the way is a product of pure intellectual masturbation, the type of thing which you invent telling yourself: “Well, what if we created a “thing”, which has no purpose, which is absolutely conceptual and highly theoretical and which nobody knows how to price?”) it sickens the heart to see it shot down in mid-flight…It’s a little like Frankenstein turning against his own inventor ;)”

      7 MARCH 2007
      “… I will give you more details in person on what we spoke about but the summary of the US subprime business situation is that it is not too brilliant…According to Sparks [Daniel Sparks, a former head of the mortgages department at Goldman], that business is totally dead, and the poor little subprime borrowers will not last so long!!!…I do not intend to wait for the complete explosion of the industry and the beginning of distressed trading, I think there might be more interesting things to do in Europe…”

      13 JUNE 2007
      “Just made it to the country of your favorite clients [Belgians]!!! I’m managed to sell a few abac

    • Ich versteh den ganzen Aufruhr nicht. Der einzige Fehler von "Fab" war ja wohl, dass er das Geschäftsmodell der Goldmänner, Deutschbanker etc. per email niedergeschrieben hat. Rein inhaltlich gibt es also nichts Neues.

      "Fab" ist dementsprechend das Bauernopfer zur "Entschuldung" der Investmentbanken. Dafür hat er seine Boni eingesstrichen, da er ja die Ziele der Bank übererreicht hat, und bekommt nun ein horrend teures Anwaltsteam spendiert. Wahrscheinlich hat er noch ein Paar weitere geldwerte Optionen bei den Goldmännern für den Fall, dass er dicht hält.

      Wie @Freidenker schon sehr gut beschrieben hat, sitzen die wahren schuldigen in der Politik, die statt Schaden vom Volk abzuwenden gemeinsame Sache mit den Banken macht. Diese wechselseitige Abhängikeit und Kooperatin von Politik und Banken ist die Wurzel des Übels.

      Ermöglicht wurde dies durch den Typus des egoistischen Karrierepolitiker ("Selbstbediener") und die Haftungsfreiheit politischer Entscheider. mit ihrer billligenden Inkaufnahme von Billionenschäden für die Allgemeinheit werden diese reich und sichern sich darüberhinaus märchenhafte Versorgungsansprüche gegen das ausgeplünderte Volk.

      Noch schlimmer ist die Vorbildfunktion, die dazu führt, dass die Vermeidung von Verantwortung bei gleichzeitiger Generierung hoher Einkommen, auch auf die Wirtschaft übergesprungen ist. Diese Infektion ist nur ein Grund, warum den meisten der Spaß an Arbeit und Leben so richtig vermiest wird.

      Die Lösung kann nur das politische Mandat auf Zeit, die Einführung einer Haftung (Streichung der Pension), und die Wiedereinführung des Parlamentarismus, als Kontrollinstan sein.

      Dies ist leider sehr unwahrscheinlich, da das Volk selbst absolut desinteressiert ist an den Zusammenhängen. Sowohl im Politischen als auch bei den eigenen Bankgeschäften. Insofern haben wir schon heute Gerechtigkeit, da jeder das bekommen wird was er verdient. Wenn es soweit sein wird wird's richtig spannend. Dann geht's wieder rund im Deutschen Land.

    • Das ist ja ziemlich billig was mit den Bankern so geschieht. Menschen wollen es sich einfach machen und suchen immer einen alleinigen Schuldigen.

      Für mich ist das eine reine Mär, um das Volk zu beruhigen!

      Wir leben in einem kapitalistischen System!! In dem geht es nur um die Vermehrung des Kapitals, also um Profite/Gewinn! Zumal das Geldsystem mit seinen Zinsen, vorallem die Erfindung des Spielgeldes im PC mit den dazugehörigen Plastekarten einst bewusst vom Kapital eingeführt wurde, um die Massen zu täuschen, zu belügen, zu manipulieren und zu kontrollieren! Um sich selber daran zu bereichern.

      Nicht die Banker sind alleine SCHULD! Sondern die Menschheit an sich! Fast jeder hat doch mitgemacht in diesem Monopolyspiel. Und wer solche undurchsichtigen Produkte kauft, ist entweder naiv/dumm oder gierig! Wer solche Produkte zugelassen hat, müsste eigentlich bestraft werden! Angefangen beim Vorstand der Bank bis hin zu den Politikern, die mit ihrer Deregulierung im Auftrage des Kapitals die Gesetze gelockert haben und damit die Spekulationen angeheizt hatten!

      Die Politik ist dafür verantwortlich! Politiker, die sich kaufen und verkaufen. Nur aus Eigennutz und Machtgier!!

      Politik gehört abgeschafft!! Nur deswegen geraten Staaten immer in Krisen, in den Untergang und bringen Leid, Elend, totale Armut über Massen. Die Geschichte alleine beweist, dass Politiker immer dafür gesorgt hatten!!

      Politiker sollen Schaden vom Volk abwenden!! Das Gegenteil war bis jetzt immer der Fall! Und die dümmliche Masse, die ebenfalls der Gier unterlegen ist, macht immer brav mit. Hat 2 WK befördert und freiwillig mitgemacht. Tötet aus Ideologie andere Menschen. Rottet die Tiere aus, vernichtet Lebensräume, zerstört die Natur!!!

      Fangt bei den Menschen an und jeder bei sich selber!! Es gibt Alternativen mit einem begrenzten Wohlstand!

      Ich habe kein Mitleid mit denen, die nur auf Papiere vertrauen, weil die Gier das Hirn frisst. Ich habe Mitleid mit denen, die jetzt dafür büsen müssen

    • Im Mosaischen Glauben wird sehr darauf geachtet,wer zum Auserwählten Volk gehört und wer nicht.Das ist Religion und hat nichts mit Rassismus zu tun.Ein Goy ist ein Unreiner.Niemals darf er gleichberechtigt behandelt werden,denn er kennt die Reinheitsgebote nicht und betet Götzen an.Er ist nicht auserwählt.Ist das jetzt rassistisch gegenüber dem Goy? Nein.So verlangt es die Religion.


    • nun, da bin ich aber froh, das man unseren Bankberatern (die nicht zum "ausgewählten Volk" gehören) blind vertrauen kann.
      *
      Schon mal über die rassistischen Inhalte Ihrer Kommentare nachgedacht?

    • "Er gehört nicht zum Auserwählten Volk und darf also die Rolle des Schafes übernehmen."

      Das hat was.

    • Dieser Fabelhafte Fab ist wohl eine Figur,die man opfern kann.Im Alten Testament gab es das auch.Ein echtes Schaf,der "Sündenbock" wurde mit den Sünden des Volkes beladen und in die Wüste gejagt.Schon sind alle Sünden weg.So ist das auch mit Fab.Er gehört nicht zum Auserwählten Volk und darf also die Rolle des Schafes übernehmen.Danach ist alles wieder gut und das Speil kann weiter gehen.Altes Testament!

    • "Er habe niemanden täuschen wollen, entgegnete sie am Montag. Das Anwaltsteam wird von Goldman Sachs bezahlt. "

      Diese Geschäfte beruhten doch allein auf Täuschungen und Illusionen vom schnellen Reichtum.
      Niemanden täuschen zu wollen, ist da schon zumindest der Anfang einer dummdreisten Lüge.
      Natürlich muss eben genug Dumme geben die diese Lügen glauben. Und das sind leider keine Dummen, sondern viele Gutgläubige. Hoffentlich darf er sich im amerikanischen Knast ein paar davon suchen, werden diese Jungs enttäuscht oder man hält sein Wort nicht, braucht es kein Gericht mehr.

    • Der Krake Goldman ist der wahre Schuldige!
      Ich orakle: Niemand wird sich Goldman vorknüpfen und verurteilen, denn das wäre ja dann angeblich antisemitisch bzw. würde so ausgelegt werden.
      Dieser Joker sticht immer, wenn's prekär wird!
      Goldman hat, so mein Eindruck, einen Freibrief für alle Schweinereien.

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