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Quartalsergebnis Commerzbank überrascht mit kräftigem Gewinnanstieg

Nach vielen Nackenschlägen gibt es wieder positive Nachrichten von der Commerzbank. Die Privatkundensparte steigert ihren Betriebsgewinn um fast 70 Prozent.
28.10.2019 Update: 28.10.2019 - 18:54 Uhr Kommentieren
Commerzbank überrascht mit kräftigem Gewinnanstieg Quelle: dpa
Commerzbank-Filiale

Die Bank profitierte von guten Geschäften mit Privatkunden.

(Foto: dpa)

Frankfurt Stellenstreichungen, ein fallender Aktienkurs und unzufriedene Aktionäre: Bei der Commerzbank gab es zuletzt wenig Grund zur Freude. Doch am Montagabend ließ Deutschlands zweitgrößte Privatbank mit einer positiven Überraschung aufhorchen: Das Institut hat seinen Gewinn im dritten Quartal um 35 Prozent ausgebaut auf 294 Millionen Euro.

Die Bank übertraf damit deutlich die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit einem Überschuss von 248 Millionen Euro gerechnet hatten. Aus diesem Grund gab das Institut die Eckdaten des dritten Quartals bereits am Montag per Ad-hoc-Mitteilung bekannt und wartete damit nicht wie ursprünglich geplant bis zum 7. November. Auch die zuletzt stark gebeutelte Commerzbank-Aktie reagierte positiv. Sie stieg um 2,3 Prozent auf 5,59 Euro.

Das über den Erwartungen liegende Ergebnis sei auf gesteigerte Erträge, reduzierte Kosten und ein niedrigeres Risikovorsorgeergebnis zurückzuführen, erklärte die Commerzbank. Die Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14 Prozent auf 114 Millionen Euro. Die Befürchtung mancher Analysten, dass es bei der Commerzbank im Zuge des Konjunkturabschwungs zu einer deutlich steigenden Risikovorsorge kommen wird, hat sich damit zumindest bislang nicht bewahrheitet.

Im ersten Halbjahr war die Risikovorsorge bei der Commerzbank um satte 60 Prozent auf 256 Millionen Euro gestiegen. Finanzchef Stephan Engels hatte dies auf „weniger als eine Handvoll“ Einzelfälle zurückgeführt.

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    Einen Trend zu mehr Kreditausfällen – branchenübergreifenden oder in bestimmten Sektoren wie der Autoindustrie – habe die Commerzbank nicht festgestellt, sagte Engels im August. Bis Jahresende sei mit weiteren Einzelfällen zu rechnen, aber nicht mit einer Flut an Kreditausfällen. „Unsere Risikoindikatoren sind stabil.“

    Privatkundengeschäft zieht an

    Neben den Risikokosten entwickelten sich auch die Erträge besser als erwartet. Sie stiegen im dritten Quartal um zwei Prozent auf 2,18 Milliarden Euro. Das Geldhaus habe dabei vor allem vom Wachstum bei Kunden und Geschäftsaktivitäten profitiert, erklärte die Commerzbank. Der Zinsüberschuss stieg um 2,7 Prozent.

    Der Verkauf des Unternehmens Ebase, das zur Tochter Comdirect gehört, trug 103 Millionen Euro zu den Erträgen bei. Dem gegenüber standen negative Einmaleffekte in Höhe von 90 Millionen Euro.

    Unter dem Strich beliefen sich die Sondereffekte auf 13 Millionen Euro und lagen somit leicht unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Die operativen Kosten und Pflichtbeiträge sanken um 2,5 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro.

    Die Commerzbank leidet seit Langem unter dem harten Wettbewerb in Deutschland und der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Im Rahmen der neuen Strategie, die Ende September verkündet wurde, will die Bank 4300 Stellen und 200 Filialen streichen. Zudem soll Comdirect in den Konzern integriert und die polnische Tochter M-Bank verkauft werden.

    Ihr für 2020 ausgegebenes Ziel einer Eigenkapitalrendite von mehr als sechs Prozent hat die Commerzbank bereits Anfang des Jahres kassiert. Im Rahmen ihrer neuen Strategie peilt sie bis 2023 nun lediglich eine Eigenkapitalrendite von mehr als vier Prozent an. Viele Analysten und Investoren finden das enttäuschend. Aber die Commerzbank will nicht erneut zu viel versprechen – und dieses Mal lieber positiv überraschen.

    Zumindest im dritten Quartal ist dies der Bank gelungen – und dafür war besonders die Privatkundensparte verantwortlich. Sie baute ihren Betriebsgewinn um fast 70 Prozent auf 315 Millionen Euro aus.

    In der seit Langem kriselnden Firmenkundensparte sank das operative Ergebnis im dritten Quartal um 17 Prozent auf 146 Millionen Euro. Analysten waren jedoch von einem deutlich stärkeren Rückgang ausgegangen.

    Mehr: Die Ratingagentur Fitch sieht den erneuten Konzernumbau der Commerzbank kritisch und warnt vor den Risiken der neuen Strategie.

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