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Quartalszahlen Drei US-Banken legen 28 Milliarden Dollar für Kreditausfälle zurück

Die Coronakrise lässt die Gewinne von JP Morgan und Citigroup im zweiten Quartal massiv einbrechen. Wells Fargo meldet sogar einen Verlust in Milliardenhöhe.
14.07.2020 - 18:12 Uhr Kommentieren
Gewinn im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum halbiert. Quelle: Reuters
Zentrale von JP Morgan in New York

Gewinn im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum halbiert.

(Foto: Reuters)

New York Die US-Banken haben die Folgen der Corona-Epidemie im zweiten Quartal deutlich zu spüren bekommen: Insgesamt haben die drei Banken 28 Milliarden Dollar für drohende Kreditausfälle zurückgelegt. 10,5 Milliarden gehen auf das Konto von JP Morgan. Wells Fargo legt 9,6 Milliarden Dollar zur Seite und Citi 7,9 Milliarden Dollar.

Die Gewinne von JP Morgan und Citi sind wegen Rückstellungen für Kreditausfälle deutlich eingebrochen. Dennoch lagen die Ergebnisse vor allem dank der starken Finanzmärkte deutlich über den Erwartungen des Markts. Die Skandal geplagte Bank Wells Fargo dagegen enttäuschte mit ihrem Milliardenverlust auf der ganzen Linie.

Die Ergebnisse der Banken waren mit Spannung erwartet worden, um zu verstehen, wie sich die Coronakrise auf Privat- und Geschäftskunden ausgewirkt hat. JP Morgan ist an der Bilanzsumme gemessen die größte US-Bank, Wells Fargo die Nummer drei und Citi die Nummer vier. Sie sind die Ersten, die ihre Zahlen vorlegen. Sie gelten als wichtige Indikatoren nicht nur für die Gesundheit der Finanzbranche, sondern auch die der gesamten US-Wirtschaft.

Obwohl das Coronavirus in den USA so viele Opfer fordert wie in keinem anderen Industrieland, stehen die Banken im Vergleich zur europäischen Konkurrenz immer noch sehr robust da. Das liegt auch daran, dass die US-Regierung und die Zentralbank Billionen Dollar in die Wirtschaft gepumpt hat, um die Folgen der Lockdowns abzufedern.

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    Außerdem haben die Banken bereits im ersten Quartal hohe Rückstellungen für Kreditausfälle gemacht. Viele Kunden können ihre Kredite nicht bedienen, zudem drücken niedrige Zinsen die Margen. Das Handels- und Investmentbanking-Geschäft läuft dagegen bestens.

    JP Morgan hat die Anleger vor allem dank des guten Handelsergebnisses mit besser als erwarteten Zahlen überrascht. Obwohl die Bank mehr als zehn Milliarden Dollar für mögliche Kreditausfälle zur Seite legte, stand unterm Strich noch ein Gewinn von 4,69 Milliarden Dollar im zweiten Quartal.

    Das war zwar nur die Hälfte von dem, was JP Morgan noch vor einem Jahr verdient hat. Aber es lag ein Drittel über dem, was Analysten der Bank zugetraut hatten. Das Handelsergebnis war dank starker Finanzmärkte um 79 Prozent auf fast zehn Milliarden Dollar gestiegen.

    Das Geschäft mit Unternehmenskunden schloss JP Morgan dagegen mit einem Verlust von 691 Millionen Dollar ab, nach einem Gewinn von einer Milliarde vor einem Jahr.

    Viele Unsicherheiten

    Insgesamt schlug der JP Morgan-Vorstandsvorsitzende Jamie Dimon in seinem Kommentar einen vorsichtigen Ton an: „Trotz einiger neuer positiver makroökonomischer Daten und eines signifikanten, entschiedenen Eingreifens der Regierung haben wir es immer noch mit Unsicherheiten zu tun, was den zukünftigen Weg der Wirtschaft angeht.“ Seine Bank sei jedoch dank einer starken Bilanz gut vorbereitet, „ein Hafen im Sturm zu bleiben“.

    Die Analysten von KBW sprachen von einem „soliden Quartal in einem schwierigen Zinsumfeld“. Die Analysten von RW Baird schreiben: „JP Morgan sollte dieses herausfordernde Umfeld weiterhin besser als die meisten navigieren“.

    Auch Citigroup hat die Erwartungen der Analysten übertroffen, obwohl sie fast drei Viertel weniger verdient hat als noch vor einem Jahr. Die Bank erzielte von Anfang April bis Ende Juni einen Gewinn von 1,3 Milliarden Dollar. Die Risikovorsorge war mit 7,9 Milliarden Dollar fast viermal so hoch wie vor einem Jahr.

    Auch Citi profitierte von dem regen Geschäft an den Finanzmärkten und mit großen Konzernen, deren Nachfrage nach Anleihen und Krediten in der Krise nach oben geschnellt ist. Citi-CEO Michael Corbat zeigte sich deshalb mit der Geschäftsentwicklung im Quartal insgesamt zufrieden. Man habe die Covid-19-Pandemie recht gut bewältigt.

    Milliardenverlust für Wells Fargo

    Ein deutlich schlechteres Bild als Citi und JP Morgan bietet Wells Fargo. Die Bank aus Kalifornien, die seit Jahren versucht, ihren Skandal um gefälschte Konten hinter sich zu lassen, hat einen Verlust von 2,4 Milliarden Dollar vorgelegt. Außerdem reduziert die Bank ihre Dividende deutlich. Laut Medienberichten plant die Bank Massenentlassungen.

    „Wir sind extrem enttäuscht von unseren Ergebnissen im zweiten Quartal und unserer Dividendenkürzung“, kommentierte der CEO Charlie Scharf die Lage. „Unsere Sicht auf die Länge und Schwere des wirtschaftlichen Abschwungs hat sich deutlich verschlechtert gegenüber den Annahmen im letzten Quartal“, begründete er den Schritt, weitere 8,4 Milliarden Dollar für Kreditausfälle bereitzustellen.

    Wells Fargo ist vor allem in Staaten wie Kalifornien, Texas, Florida und North Carolina stark. Diese Staaten waren zu Beginn der Corona-Epidemie kaum betroffen, gehören aber seit einigen Wochen zu den neuen Hot Spots der USA. Nach sehr schnellen Öffnungen drohen dort nun wieder Schließungen von Unternehmen wegen der hohen Infektionszahlen.

    Mehr: Die Coronakrise drückt die Ergebnisse der US-Banken.

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