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Quartalszahlen Geldwäscheaffäre belastet Danske Bank

Der Vorsteuergewinn von Dänemarks größter Bank sinkt auch wegen der Geldwäscheermittlungen im zweiten Quartal kräftig. Auch Swedbank und Nordea verdienen weniger.
18.07.2019 - 17:18 Uhr Kommentieren
Der Chef der Danske Bank kämpft mit Geldwäscheermittlungen und niedrigen Zinsen. Quelle: imago images / Ritzau Scanpix
Chris Vogelzang

Der Chef der Danske Bank kämpft mit Geldwäscheermittlungen und niedrigen Zinsen.

(Foto: imago images / Ritzau Scanpix)

Stockholm Der vermutlich größte Geldwäscheskandal in Europa macht der Danske Bank in Kombination mit niedrigen Zinsen schwer zu schaffen. Knapp sieben Wochen, nachdem er die Leitung von Dänemarks größter Bank übernommen hat, musste Chris Vogelzang am Donnerstag einräumen, dass der Geldwäscheskandal, in den die Bank verwickelt ist, zu einer Kundenflucht geführt hat: Im ersten Halbjahr verlor die Bank rund 13.600 Bankkunden.

Das wirkte sich auf das Ergebnis des skandalgeplagten Instituts aus: Der Vorsteuergewinn fiel im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 13 Prozent auf 4,8 Milliarden Dänische Kronen (637 Millionen Euro). „Im ersten Halbjahr wurden wir mit niedrigen Zinsen und gestiegenen Compliance-Kosten konfrontiert“, erklärte Vogelzang in Kopenhagen. Mit den Compliance-Kosten sprach er das größte Problem der Bank an: Den Geldwäscheskandal, der den Finanzriesen seit mehr als einem Jahr beschäftigt.

Über die Filiale der Danske Bank in der estnischen Hauptstadt Tallinn sollen zwischen 2007 und 2015 Transaktionen von nicht in Estland lebenden Personen mit einem Volumen von 200 Milliarden Euro durchgeführt worden sein. Das hatte ein interner Untersuchungsbericht der Bank ergeben.

Ein Großteil dieser Transaktionen gilt als „verdächtig“, wie es in dem Bericht heißt. Die Auftraggeber der Transaktionen sollen aus Russland, Moldawien und Aserbaidschan stammen. Indirekt ist auch die Deutsche Bank in den Skandal involviert. Sie war über Jahre hinweg die Korrespondenzbank der Dänen in Estland.

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    Die Finanzaufsichtsbehörden in Estland, Dänemark und den USA ermitteln gegen die Danske Bank. Sollte ein Fehlverhalten festgestellt werden, drohen dem Geldhaus extrem hohe Geldstrafen. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten schon rund 40 Prozent ihres Wertes verloren. Außerdem stellt sich die Danske Bank auf höhere Kapitalvorgaben der Aufseher ein, nachdem sie Kunden ein überteuertes Investmentprodukt verkauft hatte und diese nun entschädigen muss.

    In den Geldwäscheskandal sind mit der schwedischen Swedbank und der dänischen Nordea zwei weitere nordeuropäische Institute verwickelt. Swedbank soll zwischen 2007 und 2015 über ihre Filialen in den baltischen Ländern rund 40 Milliarden Schwedische Kronen (3,8 Milliarden Euro) gewaschen haben. Wie bei Danske Bank musste auch die damalige Swedbank-Chefin Birgitte Bonnesen ihren Hut nehmen.

    Der Betriebsgewinn von Schwedens ältester Bank ging wegen des Skandals im zweiten Quartal um elf Prozent auf 5,3 Milliarden Schwedische Kronen (507 Millionen Euro) zurück. Wegen drohender Geldstrafen will sie einen zusätzlichen finanziellen Sicherheitspuffer aufbauen. Außerdem kündigte die Bank an, die Dividendenpolitik zu ändern und künftig nur 50 Prozent des Gewinns statt wie bisher 75 Prozent als Dividende auszuzahlen.

    Auch Nordeuropas größte Bank Nordea will möglicherweise die Dividende kürzen. Der im finnischen Helsinki registrierte Bankkonzern wies im zweiten Quartal einen um 34 Prozent niedrigeren Betriebsgewinn von 900 Millionen Euro aus. Gegen Nordea gibt es ebenfalls Geldwäsche-Vorwürfe.

    Mehr: Wegen drohender Geldstrafen will die Swedbank einen Kapitalpuffer aufbauen. Deshalb zahlt sie künftig nur noch 50 statt 75 Prozent des Gewinns an Aktionäre aus.

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