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Quartalszahlen Gewinn bricht um 80 Prozent ein – Deutsche Bank kündigt Strategiewechsel an

Der Gewinn der Deutschen Bank ging im ersten Quartal deutlich zurück. Nun steht ein Strategiewechsel an. Betroffen ist vor allem das Investmentbanking.
26.04.2018 Update: 26.04.2018 - 10:29 Uhr 8 Kommentare

„Sewings neue Strategie ist längst überfällig“

Frankfurt Die Deutsche Bank will sich künftig wieder mehr auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Den Strategiewechsel, über den zuletzt schon spekuliert worden war, teilte die Bank Donnerstagfrüh offiziell mit.

Wichtigste Maßnahme: Die Deutsche Bank stutzt unter ihrem neuen Chef Christian Sewing das zuletzt schwächelnde Investmentbanking zurecht. Wie das größte deutsche Geldhaus am Donnerstag in Frankfurt mitteilte, soll unter anderem das Zinsgeschäft in den USA deutlich verkleinert werden.

Die Bank kündigte konkret an, dass bis 2021 65 Prozent der Konzernerträge aus den „stabileren Ertragsquellen“ Transaction Banking, Privatkundengeschäft und Asset-Management kommen sollen.

Gemessen an den Zahlen für das vergangene Jahr fällt diese Ankündigung allerdings nicht besonders ehrgeizig aus. 2017 erwirtschafteten die genannten Bereiche bereits 62 Prozent der Nettoerträge. Bislang gehört das Transaction Banking zur Investmentbank des Instituts.

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    Auch will der neue Chef das Zinsgeschäft in den USA deutlich verkleinern, um die Bilanz der Bank, die Verschuldungsposition und die so genannte Repo-Finanzierung zu reduzieren. Eigentlich war er erwartet worden, dass die Bank ihren Aktienhandel in den USA, das so genannte Cash-Equities-Geschäft deutlich zurückfährt.

    In der Mitteilung zur Strategieanpassung heißt es allerdings nur, dass der Vorstand das weltweite Aktiengeschäft genau prüfen wird, und dass das Geschäft hier auch in bestimmten Bereichen zurückgefahren werden dürfte. Offenbar konnte sich der Vorstand trotz langer Diskussionen noch immer nicht auf eine einheitliche Strategie einigen.

    Sewing stimmt die Deutsch-Banker auf einen weiteren Personalabbau ein. Der Umbau des Investmentbankings werde „in den betroffenen Regionen und Geschäftsfeldern auch mit einem Stellenabbau verbunden sein“.

    Die Sparmaßnahmen werden wohl auch den Vorstand betreffen. Die einst zwölfköpfige Unternehmensspitze soll nach den drei angekündigten Abgängen deutlich verkleinert werden. Außerdem will Sewing Doppelspitzen in den Geschäftsbereichen abschaffen. Außerdem will die Bank ihre Ausgaben für Dienstleister, prüfen, Gebäudekosten reduzieren und interne Kontrollsysteme effizienter machen. Finanzvorstand James von Moltke soll mittelfristig ein strategisches Kostenprogramm auf den Weg bringen.

    Die Zahlen für das erste Quartal fallen durchweg enttäuschend aus und verfehlen die ohnehin niedrig gesteckten Erwartungen der Analysten. Damit fällt die Deutsche Bank im internationalen Konkurrenzkampf weiter zurück, nicht nur hinter die enteilten US-Wettbewerber, sondern auch im Vergleich zu europäischen Konkurrenten wie Credit Suisse.

    In allen drei Geschäftsbereichen fielen die Erträge, den stärksten Rückgang hat das Investmentbanking mit einem Minus von 13 Prozent zu verkraften. Die Erträge im Anleihen- und Devisenhandel gingen im Jahresvergleich um 16 Prozent zurück, im Aktienhandel brachen sie sogar um 21 Prozent ein. Auch bei der Beratung von Firmen bei Fusionen und Übernahmen und bei Aktien- und Anleiheemissionen ging es abwärts für die Frankfurter: die Erträge sanken um 27 Prozent. Der Rückgang fiel damit stärker aus als im Branchenschnitt.

    Besonders bitter: Kurz nach ihrem Börsengang muss die Sparte Asset Management Netto-Mittelabflüsse von acht Milliarden Euro melden. Das verwaltete Vermögen schrumpfte im Vergleich zum viertel Quartal 2017 um drei Prozent auf 676 Milliarden Euro.

    Auch beim Sparen kommt die Deutsche Bank nicht voran, die bereinigten Kosten stiegen im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um zwei Prozent. An der Börse standen die Anleger anfangs unter dem negativen Eindruck der Quartalsbilanz: Die Aktie gab zunächst um 3,4 Prozent auf 11,58 Euro nach, drehte gegen 10.30 Uhr 0,7 Prozent auf 12,07 Euro ins Plus.

    Gewinn von nur noch 120 Millionen Euro

    Im ersten Quartal ging der Gewinn des Geldhauses unter dem Strich deutlich zurück auf 120 Millionen Euro, die Erträge gaben um fünf Prozent auf sieben Milliarden Euro nach. Analysten hatten im Schnitt mit etwa 300 Millionen Euro Überschuss gerechnet. Im ersten Quartal 2017 hatte das Institut noch einen Nettogewinn von 575 Millionen Euro eingefahren.

    Finanzvorstand von Moltke hatte Investoren bereits Mitte März mit dem Hinweis auf ein schwieriges erstes Vierteljahr im Kapitalmarktgeschäft schockiert. Der bisherige Privatkundenchef Sewing hatte an seinem ersten Tag im neuen Job angekündigt, die Aufstellung der Investmentbank genau unter die Lupe zu nehmen.

    Insgesamt forderte der neue Konzernchef mehr „Jägermentalität“ von den fast 100.000 Mitarbeitern des Dax-Konzerns. Sewing war in einer Krisensitzung des Aufsichtsrates am 8. April mit sofortiger Wirkung zum Nachfolger von John Cryan ernannt worden.

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    8 Kommentare zu "Quartalszahlen: Gewinn bricht um 80 Prozent ein – Deutsche Bank kündigt Strategiewechsel an"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Richtiger Schritt. Weg mit dem Investmentbanking Dreck. Konzentriert euch auf das "Deutsche" in Deutsche Bank, dann kehren auch die Gewinne wieder zurück. Das Finazwesen ist zu einem parasitären Sumpf verkommen, da tut ein wenig uneitler Provinzialismus ganz gut. Das Ziel muß sein, daß der KUnde wieder froh und stolz auf ein Konto bei der Deutsche Bank ist.

    • 10 Jahre Hoffnung sind genug!

      Im Mai 2007 betrug die Marktkapitalisierung der Deutschen Bank noch mehr als 75 Mrd.
      Davon ist nichts mehr übrig, Null! Seither zahlten die Aktionäre 32,9 Mrd. über Kapitalerhöhungen ein. Davon sind heute noch 24 Mrd. übrig.

      Während andere Großinstitute sich heute eine goldene Nase verdienen, fällt die Deutsche Bank immer weiter zurück, macht keine Gewinne, hat keine Reserven und keinen Spielraum mehr.
      Kaum vorzustellen, wenn sich die Marktbedingungen verschlechtern. Andere hätten einen Gewinnrückgang und die Deutsche einen weiteren Verlust.
      Ein riesiger Koloss auf schmalem Grat.

      Diesem unsäglichen Hoffen der letzten Jahre muss durch eine markante Veränderung und mutigem Handeln entkommen werden. Jene die die Krise verursachten, werden sie aber nicht lösen.

    • Quartalszahlen 1. Quartal 2018:

      Daraus einen "Strategiewechsel" destillieren zu wollen klingt nicht nur steil.

      Kunden abzocken weil es im Portefeuille pressiert, nicht gerade erfreulich, sollte es das sein was der Aktionär als Wutbürger bei der kommenden HV zu erwarten scheint.

    • Quartalszahlen 1. Quartal 2018:

      Daraus einen "Strategiewechsel" destillieren zu wollen klingt nicht nur steil.

      Mitunter können auch Aktionäre agieren wie gelackmeierte Wutbürger vor der Wahl:

      Kunden abzocken weils im Portefeuille pressiert: und ab dafür...

    • Viel Erfolg für den neuen Weg! Ich beteilige mich auch daran mit der Erhöhung der Kontoführungsgebühren.
      Nur warum lässt man wieder die Haftung der Manager außen vor und verteilt weiter Boni? Lt. Vertrag heißt es doch: Zum Wohle der Firma! Steht in den Managerverträgen etwa das Gegenteil??

    • Hauptsache mehr Boni an "Manager" ausbezahlt als Dividende an die Eigentümer.

      Deutschland braucht eine Regelung für Boni, wonach diese an Unternehmensgewinn, Kursentwicklung und Dividende gekoppelt sind.

      Zudem gehört eine Deckelung auf xxx% des Durchschnittsgehalts aller Angestellten.

      Um "kurzsichtige" Geschäftspraktiken mit langfristigen Schäden vorzubeugen, sollten die Boni auf mehrere Jahre verteilt werden.

      Die Deutsche Bank ist nur noch ein Selbstbedienungsladen für Seilschaften! Interssant, wie hier alte Bundeswehrstrukturen zu finden sind...

    • Und was machen die alle, wenn sich die Blockchaintechnik durchsetzt?

      Closed.

    • Herzlichen Glückwunsch.

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