Raiffeisenbank: Wie eine kleine Bank aus der Reihe tanzt
Das Management macht dort einiges anders als andere Genossenschaftsbanken.
Foto: PRFrankfurt. Die Raiffeisenbank Hochtaunus tanzt gerne aus der Reihe. Im vergangenen Jahr hat das Geldhaus seine vier Filialen geschlossen. Übrig geblieben ist nur die Zentrale in Bad Homburg vor der Höhe. Statt Kunden vor Ort zu beraten, wirbt die Bank mit Sebastian Rode, Mittelfeldstar beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt, für das kostenlose Onlinekonto um Kunden in ganz Deutschland. Zuletzt hob das Geldhaus den Zins auf das Tagesgeldkonto an – von 1,5 auf 2,1 Prozent bei Einlagen bis zu 100.000 Euro für vier Monate.
Seit einigen Jahren vergibt die Bank bundesweit Kredite für gewerbliche Immobilien und weicht damit vom üblichen Volksbanken-Kurs ab. Das sorgt für Bedenken bei anderen genossenschaftlichen Instituten. Normalerweise beschränken sich die bundesweit gut 700 Volks- und Raiffeisenbanken auf ihr regional begrenztes Geschäftsgebiet.
Der ungewöhnliche Kurs mag zwar andere Genossenschaftsbanken verstimmen, für die Raiffeisenbank Hochtaunus zahlt er sich aus, das zeigte sich bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch. Im vergangenen Jahr steigerte das Institut sein Betriebsergebnis vor Bewertung um 38,6 Prozent auf rund 26,8 Millionen Euro. Auch die Bilanzsumme stieg, nachdem sie 2021 zum ersten Mal über einer Milliarde Euro gelegen hatte, um 36 Prozent auf mehr als 1,4 Milliarden Euro.