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RBS und Lloyds Banken planen Rückzug aus Schottland

Sollte Schottland für eine Abspaltung von Großbritannien stimmen, wollen britische Großbanken das Land zu verlassen. RBS und Lloyd könnten das Weite suchen. Womöglich sogar unabhängig vom Ausgang des Referendums.
11.09.2014 Update: 11.09.2014 - 11:20 Uhr 4 Kommentare
Die RBS hat keine Lust auf ein unabhängiges Schottland. Quelle: Reuters

Die RBS hat keine Lust auf ein unabhängiges Schottland.

(Foto: Reuters)

London Die britischen Großbanken Royal Bank of Scotland (RBS) und Lloyds wollen Schottland im Falle eines Votums für die Unabhängigkeit den Rücken kehren. Die RBS teilte am Donnerstag mit, sie werde dann ihren Hauptsitz von Edinburgh nach London verlegen. Das Referendum sei mit „zahlreichen Unwägbarkeiten“ verbunden, erklärte die Bank. Das gelte für finanzielle ebenso wie für rechtliche Fragen.

Allerdings soll ein großer Teil des Geschäfts weiter von Schottland aus abgewickelt werden. Dort ist die Royal Bank of Scotland seit ihrer Gründung 1727 ansässig. Die RBS befindet sich zu mehr als 80 Prozent in britischem Staatsbesitz.

Die ebenfalls in Edinburgh ansässige Lloyds erklärte, sie habe bei einem „Ja“ der Schotten Notfallpläne in der Schublade. So würden „neue juristische Haupteinheiten in Großbritannien“ gegründet, erklärte die Bank, ohne die Angaben zu konkretisieren. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits in der vergangenen Woche unter Berufung auf Insider berichtet, dass die zu einem Viertel verstaatlichte Lloyds-Bank einen Umzug nach London plane. Lloyds-Aktien stiegen am Donnerstag zu Handelsbeginn um 1,6 Prozent, RBS-Titel legten zwei Prozent zu.

Bloomberg zitiert einen Analysten, der mutmaßt, die Banken könnten sogar unabhängig vom Ausgang des Referendums Schottland den Rücken kehren. Grund: Auch bei einem „Nein“ zur Loslösung bliebe das Risiko erhalten. So sei in Kanada auch die Bank of Montreal in den 1970er-Jahren nach Toronto gezogen, als es in Quebec Unabhängigkeitsbestrebungen gab.

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    Lloyds gehört zu 25 Prozent dem britischen Staat, der die Großbank im Jahr 2008 mit 20 Milliarden Pfund (etwa 25 Milliarden Euro) vor der Pleite gerettet hatte. Für die Rettung der RBS wurden sogar 45,5 Milliarden Euro bereit gestellt. Die RBS gehört heute noch zu 81 Prozent dem Staat.

    In Schottland ansässige Banken haben Vermögenswerte in der Bilanz, die das Zwölffache der dortigen Wirtschaftsleistung übersteigen. Daher waren Zweifel aufgekommen, ob ein unabhängiges Schottland mit einer Notlage von Großbanken klarkommen würde. Die Bank of England würde dann nicht mehr als letzter Kreditgeber einspringen. Am Wochenende hatte eine Umfrage erstmals eine Mehrheit für eine Abspaltung ergeben.

    Anleger ziehen ihr Kapital aus Großbritannien ab
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    4 Kommentare zu "RBS und Lloyds: Banken planen Rückzug aus Schottland"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Bankster drohen
      -----------
      RBS und Lloyd könnten das Weite suchen.
      Spekulanten ziehen sich zurück.
      Alle haben Angst, dass sich Schottland vom Britischen Empire trennt und unabhängig wird.

      Sollte das Referendum erfolgreich sein, wollen sie ihren Sitz nach London verlegen.
      Deshalb ist auch Cameron nach Schottland gepilgert.
      Und auch die Queen war "not amused".

    • Da können sie ja eigentlich gleich nach Brüssel, Luxemburg oder Frankfurt umsiedeln, wenn die dummen bankrotten Inselaffen tatsächlich aus der EU austreten sollten.


      Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope.

      Carl Icahn Jr.
      - selbst. Börsenhändler -
      Algo- und System-Trading

    • Es ist die Bestätigung für die Macht der Banken in England und damit auch in der EU.
      Die Engländer haben etliche Vorschläge, die Macht der Banken zu zerschlagen, durch Ihr Veto blockiert.
      Der Adel und der Geldadel haben jetzt schon gewonnen.
      Dies sollte für Deutschland, nach der gestrigen "Abwaatschung" in Brüssel, eine Lehre sein; sofern unsere Politiker noch für den deutschen Bürger zuständig sind. .... Die Botschaft höre ich wohl, jedoch mir fehlt der Glaube..........

    • Banken erpressen den Bürger, schon wieder! Und das nachdem die Steuerbürger die gesamte Branche vor dem totalen Desaster bewahrt haben. Hieran kann man folgendes rückschlieesen:

      1. Das Streben der Großbanken und ihrer handelnden Personen zur unverblümten politischen Einflussnahme ist größer denn je, Banken entscheiden über Ländergrenzen, eine ganz neue Dimension der Manipulation

      2. Die Arroganz und fehlende Lernfähigkeit dieser Institutionen und ihrer handelnden Personen

      3. Die Ohnmacht der Politik, die es nicht schafft, sich ggü. dem Finanzwesen als Schiedsrichter durchzusetzen


      Keine guten Aussichten! Insb. je mehr Entscheidungshoheit im Zuge des Zentralisierungswahns nach Brüssel geht, umso größer dürfte auch der Einfluss des internationalen Finanzwesens auf die EU- und EUR-Politik sein.

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