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Rechtsstreit Neue US-Klage gegen Deutsche Bank und andere Geldhäuser

Laut einer Sammelklage, die dem Bundesgericht in Manhattan vorliegt, sollen namhafte Finanzinstitute für Unternehmensanleihen zu hohe Preise verlangt haben.
22.04.2020 Update: 22.04.2020 - 11:45 Uhr Kommentieren
Dem deutschen Geldhaus wird jahrelange Manipulationen vorgeworfen. Quelle: Reuters
Deutsche Bank

Dem deutschen Geldhaus wird jahrelange Manipulationen vorgeworfen.

(Foto: Reuters)

New York Der Deutschen Bank droht neuer Rechts-Ärger in den USA. Dem größten deutschen Geldhaus und neun weiteren Großbanken wird von einer Klägerin aus Puerto Rico vorgeworfen, beim Handel von Unternehmensanleihen jahrelang zu hohe Preise verlangt zu haben, wie aus Unterlagen hervorging, die am Dienstag bei einem Bundesgericht in Manhattan eingereicht wurden.

Zu den beschuldigten Finanzinstituten zählen neben der Deutschen Bank die US-Geldhäuser JPMorgan, Bank of America, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup und Wells Fargo. Aufgeführt sind auch die britischen Banken Barclays und Royal Bank of Scotland sowie die Credit Suisse aus der Schweiz.

Wie viele Anleger hinter der Sammelklage stehen, ist unklar. Die Anwälte der Klägerin waren für einen Kommentar nicht zu erreichen. Die Deutsche Bank, Bank of America, Barclays, Citi, Credit Suisse, Goldman Sachs und Wells Fargo lehnten eine Stellungnahme ab, die anderen waren nicht erreichbar.

Ob solche Klagen in konkreten Verhandlungen münden, ist nicht vorherzusehen. Vor dem Gericht in Manhattan wurden in der Vergangenheit bereits Dutzende von Privatklagen verhandelt, in denen Kreditinstitute der Manipulation an Anleihen-, Rohstoff- und Devisenmärkten beschuldigt wurden. In einigen Fällen gab es Vergleiche in Milliardenhöhe.

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    In der nun eingereichten Sammelklage wird den Banken vorgeworfen, seit August 2006 gegen das Kartellrecht verstoßen zu haben, indem sie den Anlegern zu hohe Gebühren für sogenannte „Odd-Lot“-Geschäfte berechnet hätten.

    Das sind Wertpapier-Orders, die eine ungerade Stückzahl haben und in der Regel geringer als 1000 Anleihen sind. Für solche Aufträge werden höhere Gebühren fällig als für die gegenteiligen „Round-Lot“-Orders, die gerade Stückzahlen aufweisen. Der Erwerb von ungeraden Anleihen- oder Aktienpaketen stellt einen größeren Aufwand für Händler dar.

    Teilweise seien Preisdifferenzen zwischen den beiden Order-Möglichkeiten von bis zu 300 Prozent entstanden, hieß es in der Klageschrift. Dieses Ausmaß sei wirtschaftlich nicht erklärbar.

    Selbst an Anleihemärkten im Ausland mit geringerer Liquidität seien die Aufschläge nicht so hoch. Anlegern hätten durch die Manipulationen Milliarden an Dollar verloren, hieß es in der Klage. Der gesamte Markt für US-Firmenanleihen ist 9,6 Billionen Dollar schwer.

    Mehr: Stefan Hoops erzählt im Interview, weshalb sich die Deutsche Bank auf höhere Kreditrisiken einstellt.

    • rtr
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