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Russland-Beziehungen des US-Präsidenten Deutsche Bank mauert bei Trumps Krediten

Die Deutsche Bank will sich dem Druck der US-Demokraten nicht beugen und keine Informationen zu Geschäftsbeziehungen mit Trump preisgeben. Das Geldhaus bezieht sich in einem Anwaltsbrief auf Datenschutzgesetze.
09.06.2017 Update: 09.06.2017 - 11:16 Uhr 2 Kommentare
Die Demokraten im US-Kongress forderten von Vorstandschef John Cryan detaillierte Aufklärung über Erkenntnisse des Instituts zu Konten seines Kunden Trump. Quelle: dpa
Deutsche Bank

Die Demokraten im US-Kongress forderten von Vorstandschef John Cryan detaillierte Aufklärung über Erkenntnisse des Instituts zu Konten seines Kunden Trump.

(Foto: dpa)

Washington Die Deutsche Bank wird sich an der Aufklärung der Beziehungen zwischen US-Präsident Donald Trump und Russland nicht beteiligen. In ihrem mit Spannung erwarteten Antwortschreiben an fünf Abgeordnete der Demokraten im US-Kongress erklärte die Bank, sie könne sich aus Datenschutzgründen nicht zu Trumps Finanzen äußern. Kundenbeziehungen, auch zu Regierungsvertretern oder anderen Prominenten, unterlägen der Vertraulichkeit. „Wir hoffen, dass Sie die Notwendigkeit der Deutschen Bank verstehen, die Grenzen zu respektieren, die der Kongress und die Gerichte mit Blick auf den Schutz vertraulicher Informationen gezogen haben“, schrieb die Kanzlei Akin Gump Strauss Hauer & Feld im Namen des Geldhauses. „Auch wenn wir gerne kooperieren würden, müssen wir doch die Gesetze einhalten.“

Eine Reaktion aus Washington gab es zunächst nicht. Dort herrschte in dieser Woche allerdings auch Ausnahmezustand. So ist das auf der Internetseite der Bank veröffentlichte Antwortschreiben auf den 8. Juni datiert – exakt der Tag, an dem der von Trump geschasste FBI-Chef James Comey bei einer Anhörung im Senat schwere Vorwürfe gegen den Präsident erhoben hatte. Trump habe ihn gefeuert, um die FBI-Ermittlungen zu Russland zu untergraben, hatte Comey erklärt. Die Bundespolizei sollte herausfinden, ob Russland Einfluss auf den Präsidentenwahlkampf 2016 nahm – was Trump und Russland bestreiten.

Die Deutsche Bank war bereits im US-Wahlkampf in den Fokus geraten, weil sie mit Trump noch Geschäfte gemacht hatte, als er bei vielen großen US-Banken als Unternehmer und Immobilienmogul längst in Ungnade gefallen war. Wie hoch die Verbindlichkeiten Trumps bei Deutschlands größtem Geldhaus sind, darüber gibt es keine verlässlichen Angaben. Laut öffentlich verfügbaren Dokumenten zu Trumps Firmenimperium vom Frühjahr 2016 sind es mindestens 180 Millionen Dollar, die US-Demokraten brachten hingegen zuletzt die Summe von rund 340 Millionen Dollar ins Spiel.

Eine kleine Gruppe demokratischer Abgeordneter im Kongress erhöhte zuletzt den Druck auf die Deutsche Bank – und forderte Vorstandschef John Cryan auf, detaillierte Angaben zum Kunden Trump zu machen. „Der Kongress wird darüber im Unklaren gelassen, ob Kredite der Deutschen Bank an Präsident Trump von der russischen Regierung garantiert wurden oder ob sie anderweitig in Verbindung zu Russland standen“, hatte es in einem Brief an Cryan vom 23. Mai geheißen.

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    So lief der Immobilienskandal der Deutschen Bank ab
    Welche Rolle die Deutsche Bank spielte
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    Die Vorwürfe des US-Justizministeriums richten sich nicht gegen die Deutsche Bank als originären Kreditgeber. Das Institut vergab in den USA nämlich selbst gar keine Darlehen an Immobilienkäufer mit zu geringer Bonität. Das taten andere. Dennoch verdiente die Deutsche Bank daran.

    (Foto: AP)
    Wie aus einer bunten Kreditmischung ein Wertpapier wird
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    Eine Bank kauft Immobilienkredite, die ein anderes Institute an seine Kunden – private Hauskäufer – vergeben hat. Diese Darlehen werden dann zu einem Wertpapier gebündelt und an Investoren verkauft. Diese treten damit in die Rolle des Kreditgläubigers und tragen das Kreditausfallrisiko. Der Ertrag des Investments speist sich aus den Zinszahlungen der Kreditnehmer. Die Deutsche Bank baute dieses Geschäftsfeld konsequent aus und war 2007 vom neunt- zum weltweit drittgrößten Emittenten solcher hypothekenbesicherten Wertpapiere geworden, schreibt das US-Justizministerium in seinem Bericht.

    (Foto: Imago)
    Vorwurf 1: Lasche Prüfung
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    Angeblich hatten die US-Institute, denen die Deutsche Bank ganze Kreditpakete abkaufte, genau geprüft, ob ihre Kunden die Darlehen fürs Haus überhaupt zurückzahlen könnten. Die Deutsche Bank wusste, dass dies ein leeres Versprechen war.

    (Foto: Imago)
    Vorwurf 2: Fehlende Vorbeugung
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    Die Wertpapierstrukturierer der Deutschen Bank prüften die zum Kauf anstehenden Kreditpakete durchaus: Sie machten Stichproben und schätzten auf dieser Basis grob ein, wie viele ausfallgefährdete – faule – Kredite es beinhaltete. Die Crux: Fanden sie viel faules Material, verzichteten sie auf eine tiefergehende Prüfung, sagen die US-Aufseher.

    (Foto: Imago)
    Vorwurf 3: Laxe Kontrollen
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    Nicht genug, dass die Deutsche Bank offenbar die Qualität der angekauften und dann zu Wertpapieren verpackten Kredite nicht ausreichend prüfte. Sie ließ es offenbar auch zu, dass der Verkäufer der Hypotheken zum Teil selbstständig und nachträglich ungeprüfte Kredite in die Pools einlagerte.

    (Foto: Imago)
    Vorwurf 4: Die Risiken verschwiegen
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    Zu guter Letzt monieren die US-Behörden, dass die Deutsche Bank wider besseres Wissen ihren Investoren gegenüber verschwieg, welche Risiken tatsächlich in den Hypothekenverbriefungen lauerten. „Die Deutsche Bank legte ihre eigene Risikotoleranz auf Basis korrekter Bewertungsdaten fest, gewährte Investoren aber nicht die gleiche Aufmerksamkeit“, heißt es im Bericht.

    (Foto: Imago)

    Auch die Geldwäsche-Affäre, in die die Deutsche Bank in Russland verwickelt war und für die das Institut bereits wichtige Teilvergleiche schließen konnte, halten die Abgeordneten noch nicht für restlos aufgeklärt. Um diesem Vorwurf entgegenzutreten, stellte die Bank nach eigenem Bekunden noch einmal öffentlich zugängliche Vergleichsdokumente zur Verfügung.

    Wie es nun weitergeht, ist offen. Die Demokraten, die in den Briefverkehr eingebunden sind, haben keinerlei Handhabe, die Deutsche Bank zur Herausgabe von Informationen zu zwingen. Der Finanzausschuss könnte Bankvertreter zwar offiziell vorladen. Dazu wäre allerdings die Kooperation der Republikaner, die in dem Gremium die Mehrheit stellen, nötig. Kein einziger Republikaner hat den Brief an die Deutsche Bank unterzeichnet.

    • rtr
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    2 Kommentare zu "Russland-Beziehungen des US-Präsidenten: Deutsche Bank mauert bei Trumps Krediten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Gleich um wen es auch immer gehen mag, die Deutsche Bank hat nunmal ein Bankgeheimnis zu wahren und da kann man Demokrat oder Schäuble oder sonst wie heissen, noch hat man sich an bestehende Gesetze zu halten.

    • Nennt man sowas nicht Beihilfe zur Geldwäsche?

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