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Sal. Oppenheim-Prozess Verteidiger fordern milde Strafe für Graf Krockow

Im Sal.-Oppenheim-Prozess hatten die Anwälte das Wort. Der Verteidiger des Grafen Krockow forderte, von einer Haftstrafe abzusehen. Die Staatsanwaltschaft will aber genau das – für alle Angeklagten der Ex-Führungsriege.
03.06.2015 Update: 03.06.2015 - 13:17 Uhr 1 Kommentar

Müssen die Top-Banker hinter Gitter?

Köln Im Sal. Oppenheim-Prozess hat die Verteidigung des ehemaligen Chefbankers Matthias Graf von Krockow dem Gericht eine milde Bestrafung nahegelegt. Anwalt Daniel Krause verzichtete am Mittwoch zwar darauf, einen konkreten Antrag zu stellen, appellierte aber an das Landgericht Köln, dem 66 Jahre alten Angeklagten noch eine Lebensperspektive zu lassen. Auf keinen Fall seien die Voraussetzungen gegeben, den Grafen ins Gefängnis zu schicken.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den früheren Sprecher der vier persönlich haftenden Gesellschafter von Sal. Oppenheim eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten gefordert. Krockow ist der Untreue in einem besonders schweren Fall angeklagt. Krause bestritt, dass es hier um einen solchen besonders schweren Fall gehe.

Der Verteidiger verwies außerdem auf das Geständnis von Krockows, das sich deutlich strafmildernd auswirken müsse. „Der Graf hat sich hier umfassend geständig eingelassen“, sagte Krause. „Der Graf hat sich entschuldigt, besonders auch bei den Mitarbeitern des Bankhauses.“ Durch den Verlust seines Vermögens, die zweijährige Prozessdauer sowie die Berichterstattung der Medien sei er schon schwer gestraft.

Die Privatbank Sal. Oppenheim war vor einigen Jahren in eine Existenzkrise geraten. Als Großaktionärin des pleitegegangenen Handelskonzerns Arcandor war sie mit in den Abwärtsstrudel gezogen worden. Heute ist das Geldhaus eine Tochter der Deutschen Bank - in stark verkleinerter Form.

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    • dpa
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    1 Kommentar zu "Sal. Oppenheim-Prozess: Verteidiger fordern milde Strafe für Graf Krockow "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das kann man sehen wie man will.

      Gemessen an den Zahlungen des ESM und seiner Informationspflichten ist das, was diese Herren zu verantworten haben, Peanuts (andere sagen: ein Mückenschiss).

      Sachlich haben diese "Gegner" nämlich richtig. Der ESM garantiert per Vertrag den Akteuren, dass sie keinerlei Auskunfstpflichten haben und eine Strafverfolgung (wie hier) von vorn herein ausgeschlossen ist.

      Ich bin gespannt wie das Gericht die Anwendung des Gleichheitsgrundsatzes begründet.

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