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Santander-Chef Botin Banken dürfen pleitegehen

Eine Bank, die nicht lebensfähig ist, muss bankrottgehen können - und zwar ohne gleich ein Risiko für die gesamte Finanzbranche zu sein, sagt der Vorstandschef der Banco Santander. Ein Gastkommentar.
  • Emilio Botin
20.10.2011 - 14:37 Uhr
Der Autor Emilio Botin ist Vorstandsvorsitzender der Banco Santander . Sie erreichen ihn unter: gastautor@handelsblatt.com Quelle: Reuters

Der Autor Emilio Botin ist Vorstandsvorsitzender der Banco Santander. Sie erreichen ihn unter: [email protected]

(Foto: Reuters)

Die Finanzkrise hat uns verschiedene einfache Wahrheiten in Erinnerung gerufen: Liquidität ist nicht immer reichlich und billig verfügbar; Finanzprodukte können Risiken streuen, aber sie bringen sie nicht zum Verschwinden; unsere eng verwobenen Volkswirtschaften verlangen koordinierte Wirtschafts- und Finanzpolitiken, und die Euro-Zone braucht eine stärkere politische und monetäre Integration.

Die G20 hat im Herbst 2008 wichtige Reformen des Finanzsektors verabredet. Bei ihrem nächsten Gipfel Anfang November wird es um die geordnete Abwicklung von Banken gehen. Es ist von fundamentaler Bedeutung, dass für jedes Finanzinstitut die Möglichkeit besteht, bankrottzugehen. Ist eine Bank nicht lebensfähig, muss sie aus dem Markt ausscheiden können, ohne ein Risiko für das gesamte System zu verursachen und ohne staatliche Hilfen in Anspruch zu nehmen.

Dies vorzubereiten, das so genannte "Testament" für Banken auszuarbeiten, ist eine wertvolle Anstrengung sowohl für die Institute selbst als auch für die Aufseher. Es zeigt sich dabei, dass Banken mit guten Feuerschneisen in Form von ausreichender Kapital- und Liquiditätsausstattung der unabhängigen Filialen das beste Geschäftsmodell darstellen.

Weit vorangekommen ist auch die neue Regulierung zur Stärkung des Eigenkapitals (Basel III). Das bedeutet einen qualitativen Sprung. Was aber fehlt, ist eine transparente und möglichst einheitliche Berechnung der nach Risiken gewichteten Aktiva einzelner Banken. Hier gibt es nach wie vor große nationale Unterschiede. Solange wir aber keinen gemeinsamen Maßstab haben, ist es trotz Basel III unmöglich, die Eigenkapitalstärke und Solvenz verschiedener Institute zu vergleichen.

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    Davon abgesehen kommt es für mich jetzt weniger darauf an, weitere Regulierung voranzutreiben. Wichtig ist es, in der Anwendung der neuen Regeln voranzukommen. Wir stehen vor einer dreifachen Gefahr: Durch zusätzliche neue nationale Auflagen droht eine Zersplitterung des Finanzsystems; überzogene Anforderungen können die Kreditvergabe beeinträchtigen und damit die wirtschaftliche Entwicklung; und es droht eine ungenügende Stärkung der Aufsicht. Sie ist nicht intensiv, proaktiv, vorausschauend genug. Es gibt zwar Fortschritte in der EU-Bankenaufsicht, aber ich sehe noch drei Schwächen: Die Prinzipien ihres Handelns müssen konkreter werden, wir müssen ihre Mittel definieren und weitere Entscheidungen treffen, damit sie effektiv wirken kann.

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