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Schuldenkrise Griechenland macht Bad Banks zum Milliardenrisiko

Ein Schuldenschnitt für Griechenland hängt wie ein Damoklesschwert über den Bad Banks. Allein die Abwicklungsanstalt der verstaatlichten HRE sitzt auf  Milliarden an Griechenland-Papieren. Neue Ausfälle drohen. 
25.10.2011 - 15:21 Uhr 13 Kommentare
Die Zentrale der Hypo Real Estate (HRE) in Unterschleißheim bei München: Die HRE-Bad-Bank hat große Risiken in der Bilanz. Quelle: dpa

Die Zentrale der Hypo Real Estate (HRE) in Unterschleißheim bei München: Die HRE-Bad-Bank hat große Risiken in der Bilanz.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Morgen treffen die Regierungen der Europäischen Union erneut zusammen, um über einen radikalen Schritt zu entscheiden: Sie wollen den Griechen einen Teil ihrer Schulden erlassen – und so dem krisengeschüttelten Land einen Neuanfang ermöglichen.

Experten warnen vor unkalkulierbaren Folgen. Europas Banken sitzen auf erheblichen Beständen von griechischen Anleihen. Ein Schuldenschnitt würde viele Institute hart treffen. Jetzt zeigt sich aber: Vor allem der deutsche Bankenrettungsfonds Soffin, und damit auf lange Sicht der Steuerzahler, müssten mit Einbußen rechnen.

Ein radikaler Schuldenerlass zugunsten Griechenlands würde der Einrichtung zusätzliche Milliardenverluste bescheren. „Käme es zu einem Schuldenschnitt Griechenlands, würde es den Soffin erheblich treffen“, sagte Soffin-Chef Christopher Pleister erst vor wenigen Tagen im Gespräch mit der FAZ. „Wir müssten einen sehr hohen Verlust verbuchen.“

Hintergrund sind große Griechenland-Engagements vor allem der „Bad Bank“ der verstaatlichten Immobilienbank HRE, der FMS Wertmanagement. In der Bilanz des von der Hypo Real Estate abgespaltenen Institutes schlummern noch gewaltige Risiken.

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    Zum Ende des zweiten Quartals betrugen die stillen Lasten fast 23 Milliarden Euro. Das geht aus dem Halbjahresbericht hervor, den die FMS am Montag ins Internet stellte. Beobachter gehen davon aus, dass die Lasten - also die Differenz zwischen Buch- und Marktwert - seither weiter gestiegen sind, da Italien etwa in den vergangenen Monaten verstärkt in die Krise hineingezogen wurde.

    Die FMS hatte bereits wegen der ersten Griechenland-Abschreibungen einen Halbjahresverlust von 690 Millionen Euro ausgewiesen. Sollte es zu einem großen Schuldenschnitt Griechenlands kommen, müsste die FMS Milliarden abschreiben - was zu ebenso hohen Verlusten führen könnte, die der Steuerzahler tragen muss.

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    13 Kommentare zu "Schuldenkrise: Griechenland macht Bad Banks zum Milliardenrisiko"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Diese "Geschichte" ist der Oberhammer und ich wollte auch schon darüber berichten. In den deutschen Medien ist darüber nichts zu finden, in US Foren aber schon. Die Sache wurde bewußt klein gehalten, das hätte einen Bombeneinschlag weltweit erzeugt.

      Hinzu kam ein "Übersetzungsfehler", der oft passiert, wenn man nicht weiß, daß man kenntlich machen muß, ob US-Billionen oder Deutsche gemeint sind.

      75 Trillionen $ (deutsch Billionen) an Derivaten der Bank of Amerika wurden in USA unter den Einlagensicherungsfonds ohne Genehmigung geschmuggelt.

      Ich könnte, wenn Bedarf ist, das Ganze mal ausführlich in Deutsch aus einem Börsenbrief hier einstellen.
      Die Sache ist ein Horror!

      Vielleicht nimmt sich das Handelsblatt mal der Sache an und recherchiert??

    • Ich bin gerührt, dass man uns vor den Verlusten schützen will, die wir als Steuerzahler bei einer Pleite Griechenlands hätten. Also die 7,3 Milliarden Euro. Das sollte uns doch 200 Milliarden Garantien wert sein!

      Und für die Risiken von Italien (Kreditportfolio 33,9 Milliarden) Spanien (11,3 Milliarden) sollten wir dann nach Adam Riese nochmals 1.800 Milliarden in die Hand nehmen.

      Wie gut, dass wir Politiker mit wirtschaftlichem Sachverstand haben.

    • @Koboldo
      Das ist ja nicht nur lediglich eine Schuldenanhäufung: das wirkt als wenig mehr als ein Paycheck.
      Okay.
      Indes, sich larmoyant über Schuldner zu überheben, das unterschätzt doch Geschäftspartnerschaft.

      sry 4 trollynumber

    • Ich habe nicht den Eindruck, dass die Politik die Tragweite ihrer Handlungen noch erkennt. Gerade die Politiker der USA und Europas waren die Verursacher der jetzigen Krise, die Banken gehen durch politischen Druck in die Knie, nicht durch eigenes Wirtschaften (abgesehen von den Landesbanken). Merkel, Schäuble und die Koalition werden für diese abartige Schuldenanhäufung noch die Rache des "kleinen Mannes" zu spüren bekommen, denn das,was gerade abläuft, wird nicht mehr in Vergessenheit geraten!

    • Die Politik muss wahrhaftig nicht mit dem Finger auf Banken zeigen. Der Schuldenschnitt muss zwangsläufig zulasten der Allgemeinheit erfolgen, sonst sind viele Banken pleite. Das Ankaufen von gr Anleihen durch Banken geschah ja auf politischen Druck hin. Bin mal gespannt, wer noch griechische Anleihen nach diesem Debakel kauft, ich als Privater bestimmt nicht!

    • @BrunoWaldvogel: Wie der Artikel (wenn auch verklausuliert) zeigt, sind diese "Bankster", die da verdient und das Geld an die Pleitestaaten verliehen haben, nicht die allseits gerne verhassten privaten "Banker", sondern nur genau die staatlich (oder im Fall der Sparkassen und Landesbanken von den Städten) kontrollierten (und in deren, also unser aller Besitz befindlichen) Banken. Im Artikel nicht erwähnt wurde auch noch die KfW (auch deutsche Staatsbank, die eigentlich Förderkredite vergeben sollte, statt unser Geld in GR zu verbrennen). Das bedeutet aber auch, das umgekehrt besser die Politik von Bankern kontrolliert würde und nicht die Banken noch mehr vom Staat. Die Aktionen haben nur das Ziel, noch mehr Geld drucken zu können, indem man die Banken alle unter Staatskontrolle bringt.

    • Die Terminologie ist das einzige Problem bei der Diskussion - leider auch in diesem Artikel! Tatsache ist, das die betroffenen Banken (zumindest alle hier genannten), die Fehler unter staatlicher (wobei ich kommunale wie bei Landesbanken und Sparkassen einschliesse) Regie begangen haben. Genau diese sind es, die in Unmengen Staatsanleihen gekauft haben. Es geht also in Wirklichkeit nicht um die Rettung von "Banken", sondern um die Rettung der Staatsbanken - aber man benutzt das, um auf Banken, Bankiers und "Reiche" zu hetzen. Wenn "die Banken" geradestehen, sind das wir alle, weil es sich nur um die Staatsbanken handelt. Und dann reden Politiker und Journalisten nooch davon, Banken mehr zu kontrollieren? Die Politik und ihre Banker müssten endlich von Favhleuten kontroliert werden - aber das wird schon der Markt besorgen - indem alle (inkl D und F) bald sehr viel höhere Zinsen auf Staatsanleihen zahlen müssen, weil aus Asien und von privaten Investoren bald gar kein Geld mehr hierhin fliessen wird.

    • schlimm genug - aber wenn ihr euch richtig gruseln wollt:

      http://problembanklist.com/fdic-to-cover-losses-on-trillion-bank-of-america-derivative-bets-0419/

      http://www.bloomberg.com/news/2011-10-18/bofa-said-to-split-regulators-over-moving-merrill-derivatives-to-bank-unit.html

    • Für unsere Polit-Gangster, Bankster, deren Buchhalter und Volkswirte alles kein Problem.
      Nach den Buchungen "Good Bank an Bad Bank" kommen einfach die Buchungen "Bad Bank an Schwarzes Loch". Für Buchführung und Bilanzierung alles kein Problem.

    • .
      Achso,
      was ich noch sagen wollte.
      Keine Bank wird in diesem Land mehr pleite gehen können.
      Denn kein Politiker würde die folgende Frage in diesem Land überleben:

      "Wie kommen sie dazu abermilliarden über die EZB in Anleihen von EWU Länder zu investieren und trotzdem eine heimische Bank pleite gehen zu lassen ?



      Jetzt kann sich jede deutsche Bank frei entfalten,..... hahaaa



      Hoffentlich kommt keiner auf die Idee diese Frage rückwirkend zu überdenken.
      .



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