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Schweizer Banken UBS und Credit Suisse sprechen angeblich über Fusion – globaler Deal eher unwahrscheinlich

Die Großbanken UBS und Credit Suisse beraten laut einem Medienbericht über eine Fusion. Diese wäre aber mit vielen Hürden verbunden, erklären Insider.
14.09.2020 Update: 14.09.2020 - 13:14 Uhr Kommentieren
UBS-CS-Fusion: UBS und Credit Suisse sprechen über Fusion Quelle: Reuters
Blick auf den Paradeplatz in Zürich

Direkt am Paradeplatz befinden sich die Büros der beiden Schweizer Großbanken.

(Foto: Reuters)

Zürich Die beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse sprechen einem Medienbericht zufolge über einen Zusammenschluss. Das Onlineportal „Inside Paradeplatz“ berichtete unter Berufung auf einen Insider, dass UBS-Präsident Axel Weber zusammen mit CS-Verwaltungsratschef Urs Rohner die Fusion der beiden Geldhäuser plane. Beide Geldhäuser lehnten eine Stellungnahme vorerst ab.

Weber sei die treibende Kraft hinter dem Projekt namens „Signal“, hieß es in dem Bericht. Er habe sich bereits mit dem Schweizer Finanzminister Ueli Maurer abgestimmt, auch die Bankenaufsichtsbehörde Finma sei involviert. Die Fusion soll zu Beginn des neuen Jahres eingeleitet und Ende 2021 abgeschlossen sein. Weber würde demnach als Verwaltungsratschef des fusionierten Unternehmens agieren, sodass der Vorstandschef voraussichtlich vonseiten der Credit Suisse kommen würde.

In der UBS-Konzernführung wurde die Meldung am Montag diskutiert. Der Vorstand trifft sich diese Woche zur Strategiesitzung, auf der es auch um die Neuaufstellung der Schweizer Großbank gehen soll.

Die Möglichkeit, mit der Credit Suisse zu fusionieren, sei am Paradeplatz in den vergangenen Jahren immer wieder diskutiert worden, heißt es aus Konzernkreisen. Der Plan liege praktisch in der Schublade, er sei aber nicht akut, sagt ein Insider. Denkbar sei, dass UBS und Credit Suisse einzelne Bereiche zusammenlegen, um Synergien zu schaffen, etwa technische Plattformen.

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    Die geplante Fusion der spanischen Institute Caixa und Bankia hat Bewegung in den europäischen Bankensektor gebracht. Das gilt auch für die beiden Schweizer Institute. Beide Banken stünden unter Handlungsdruck, heißt es in Finanzkreisen.

    Ein „anderes Kaliber“

    Klar sei, dass sich Weber und Rohner häufig austauschten, erklärt eine weitere Stimme aus dem UBS-Konzern. Gesprochen habe man in der Vergangenheit aber vor allem über einzelne Zusammenlegungen, etwa des Schweizer Privatkundengeschäfts.

    Eine globale Großfusion sei ein anderes Kaliber. Fraglich sei, wie die beiden Banken mit ihren unterschiedlichen Strategien zusammenpassten: Die Credit Suisse sei etwa stärker vom volatilen Investmentbanking abhängig, was die reichen und superreichen Vermögensverwaltungskunden der UBS eher abschrecke.

    Ein möglicher Deal wäre eine „natürliche Transaktion“ mit sehr hohen Synergieeffekten, heißt es wiederum in Finanzkreisen. Das gelte sowohl für das Asset-Management als auch für das Retailgeschäft und die Verwaltung. Im Zweifel ließe sich das Private Banking allerdings auch abtrennen. Auch im Investmentbanking würden sich die beiden gut ergänzen, da die CS deutlich stärker in den USA sei; im Bereich Corporate Finance wiederum die UBS.

    Eine Komplettfusion sei jedoch unwahrscheinlich, heißt es aus dem Umfeld der UBS, auch aufgrund der hohen, politisch heiklen Zahl der abzubauenden Mitarbeiter. „Inside Paradeplatz“ berichtet von mindestens 15.000 Stellen weltweit, das sind zwischen zehn und 20 Prozent aller Beschäftigten. Da Synergieeffekte allen voran in der Schweiz entstehen, würden dort viele Arbeitsplätze wegfallen.

    Die Schweizer Finanzaufsicht wird in Finanzkreisen als größter Hemmschuh genannt. Sie könne einem derartigen Klumpenrisiko durch eine Fusion gar nicht zustimmen. Bei der Beinahepleite der UBS – nach Ausbruch der Finanzkrise war die Bank von Bund und Nationalbank gerettet worden – habe sich gezeigt, dass bereits eine der beiden Großbanken allein zu groß sei für ein kleines Land wie die Schweiz. Sinnvoller sei eine Fusion etwa mit der Deutschen Bank.

    Problematisch wäre auch eine Fusion der Vermögensverwaltungen. Diese sind für beide Großbanken von zentraler Bedeutung und ein wichtiger Ertragsbringer. Aus Branchenkreisen ist zu hören, viele Kunden ließen sich von beiden Banken betreuen. Hinsichtlich der Synergie gelte die Formel „zwei plus zwei ist vier“ aber nicht, sondern maximal 2,5 bis drei. Heißt in letzter Konsequenz: Eine der beiden Parteien müsste sich abspalten oder das Geschäft veräußern.

    Weber baut seinen Einfluss aus

    Dennoch herrscht in Zürich viel Bewegung. Genau registriert wird am Paradeplatz, wie Axel Weber das derzeitige Machtvakuum nutzt, um seinen Einfluss weiter auszubauen. Offiziell ist immer noch Sergio Ermotti CEO der UBS. Der Schweizer hatte Anfang März seinen Abschied von der Bank bekanntgegeben und wird 2021 Verwaltungsratspräsident des Rückversicherers Swiss Re.

    Ermotti galt lange als designierter Nachfolger Webers auf dem Posten des UBS-Chefkontrolleurs. Zuletzt hatte sich die Beziehung der beiden Alphatiere jedoch deutlich abgekühlt. Ermotti soll Weber über seine finale Wechselentscheidung zur Swiss Re erst spät informiert haben. Seit Wochen ist er laut Insidern auf dem Absprung, Weber führe die Bank praktisch allein, heißt es.

    Zum 1. November tritt der bisherige Chef der niederländischen ING, Ralph Hamers, als CEO am Züricher Paradeplatz an; seit dem 1. September ist er formal Mitglied der Konzernleitung. Weber verfolgt in der Zwischenzeit seine eigene Agenda. Der Deutsche ist überzeugt, dass mittelfristig an einer Konsolidierung des europäischen Bankenmarkts kein Weg vorbeiführt, und lässt daher mögliche Übernahmeziele intern prüfen.

    Für die nächste Krise, etwa im Zuge steigender Kreditausfallraten aufgrund der Corona-Pandemie und der darauf folgenden Konsolidierungswelle, will Weber die UBS gewappnet sehen. Die Krönung seines Lebenswerks wäre es, die Schweizer Bank zu einer Art „europäisches JP Morgan“ zu machen, also zur mächtigsten Bank des Kontinents. Hierfür kann sich Weber auch Zukäufe vorstellen, etwa von Asset-Managern und kleineren Konkurrenten in der Vermögensverwaltung, ohne einen zweiten Heimatmarkt zu erschließen.

    An der Börse sorgten die Gerüchte für Kurssprünge. Mit einem Kursplus von 3,2 Prozent auf 10,20 Franken lagen CS-Titel am frühen Nachmittag weiter an der Spitze der Standardwerte der Börse Zürich. Die Anteile der UBS zogen um 1,6 Prozent auf 11,35 Franken an.

    Mehr: UBS-Europachefin Novakovic: „Die Coronakrise hat uns geholfen“

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