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Schweizer Großbank Credit-Suisse-Chef Thiam könnte angeblich abgelöst werden

Nach der Überwachungsaffäre wächst der Druck auf Bankchef Tidjane Thiam. Schweizer Medien spekulieren über mögliche Nachfolger.
03.02.2020 - 17:00 Uhr Kommentieren
Medienberichten zufolge wird an einer Liste zu möglichen Nachfolgern gearbeitet. Quelle: dpa
Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam

Medienberichten zufolge wird an einer Liste zu möglichen Nachfolgern gearbeitet.

(Foto: dpa)

Zürich Seit die Spitzelaffäre bei der Credit Suisse bekannt wurde, hat für die Schweizer Großbank eine neue Zeitrechnung begonnen: Die Credit Suisse und ihr Chef Tidjane Thiam scheinen kaum noch aus der Defensive zu kommen. 

Nun könnte die Affäre personelle Konsequenzen nach sich ziehen: Medienberichten zufolge soll Verwaltungsratschef Urs Rohner eine Liste potenzieller Nachfolger für den CEO-Posten vorbereiten. Die Credit Suisse (CS) dementierte diese Darstellung, doch die Spekulationen über einen Führungswechsel bei der zweitgrößten Bank der Schweiz reißen nicht ab.

Im September war publik geworden, dass die Credit Suisse ihren einstigen Topmanager Iqbal Khan von Detektiven beschatten ließ. Eine Untersuchung sah die Verantwortung dafür beim entlassenen Stabschef der Bank, Pierre-Oliver Bouée. Bouée verließ die Bank, er selbst hat sich zu der Sache bis heute nicht geäußert. Der Untersuchung zufolge soll Bankchef Thiam nichts von der Überwachungsaktion gewusst haben. Es habe sich um einen Einzelfall gehandelt. 

Doch daran wachsen Zweifel. Kurz vor Weihnachten wurde publik, dass die Bank einen weiteren hochrangigen Mitarbeiter beschatten ließ. Auch die Finanzmarktaufsicht Finma schaltete sich ein. 

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    Am vergangenen Wochenende berichtete dann auch noch die Schweizer „Sonntagszeitung“, dass die Credit Suisse auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace ausspioniert haben soll. Deren Aktivisten hatten vor knapp drei Jahren eine Generalversammlung der Bank im Zürcher Hallenstadion mit einer spektakulären Aktion gestört. 

    Nach dem Vorfall soll es CS-Sicherheitsleuten angeblich gelungen sein, auf eine interne Mailverteilerliste von Greenpeace zu gelangen. Bei der Bank heißt es, man mache grundsätzlich keine Angaben zu Sicherheitsfragen.

    Gibt es einen Machtkampf im Hintergrund?

    Doch aus derlei „Sicherheitsfragen“, die die Bank seit Monaten in Atem halten, könnte eine Cheffrage werden. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg soll Verwaltungsratschef Rohner bereits eine Liste potenzieller Thiam-Nachfolger für eine Verwaltungsratssitzung vorbereiten, die noch diese Woche stattfinden soll.

    Thiams Verbündete sollen dagegen darauf bestehen, dass Rohner im kommenden Jahr turnusgemäß als Verwaltungsratschef ausscheidet. Das Institut dementiert: „Die Geschichte hat keine sachliche Basis und wird von Credit Suisse zurückgewiesen“, heißt es in einem Statement, das Rohner zugeschrieben wird.

    Trotz des Dementis werfen Schweizer Medien bereits die Namen potenzieller Thiam-Nachfolger ins Rennen, darunter angeblich Schweiz-Chef Thomas Gottstein und Eric Varvel, der Chef der Vermögensverwaltung. 

    Unterdessen bekommt Thiam erneut Rückendeckung vom Großaktionär Harris Associates, der rund fünf Prozent der CS-Aktien hält. „Die Leute wollen nicht, dass der Verwaltungsrat oder jemand anders am Management herumbastelt“, sagte Harris-Fondsmanager David Herro dem Fernsehsender Bloomberg. Er sprach von „geschmacklosen Attacken“, die womöglich von Neid auf Thiam getrieben seien. 

    In der Schweiz wächst dagegen die Kritik an dem CS-Chef im Umgang mit der Affäre. Selbst die altehrwürdige „NZZ“ übte sich am Montag in Häme: „Wer die Schweizer Bankenlandschaft nicht kennt, könnte die CS leicht mit einer mittelprächtigen Security-Firma assoziieren“, kommentierte das Blatt.

    Mehr: Der bisherige Credit-Suisse-Banker Meinherz und weitere Kollegen sollen ab Februar in das deutsche Führungsteam im Private Wealth Management bei Goldman Sachs rücken.

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