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Schweizer Großbank Credit Suisse will ein Viertel der Filialen schließen

Immer mehr Kunden nutzen Online-Banking. Die Schweizer Großbank will deshalb bei Mieten und Unterhalt von Geschäftsstellen sparen. Bis zu 500 Stellen könnten wegfallen.
25.08.2020 Update: 25.08.2020 - 14:52 Uhr Kommentieren
Die zweitgrößte Schweizer Bank setzt verstärkt auf Digitalisierung. Quelle: Reuters
Credit Suisse in Zürich

Die zweitgrößte Schweizer Bank setzt verstärkt auf Digitalisierung.

(Foto: Reuters)

Zürich Die Credit Suisse leitet im Schweizer Heimatmarkt eine weitere Sparrunde ein. Rund ein Viertel der Filialen sollen geschlossen und die bisher selbstständige geführte Tochter Neue Aargauer Bank in den Konzern integriert werden. Im Zuge des Umbaus könnten bis zu 500 Stellen wegfallen, sagte der Chef des Schweizer Geschäfts der Credit Suiss, Andre Helfenstein, am Dienstag. Dank der Maßnahmen peile die zweitgrößte Schweizer Bank ab 2022 Einsparungen von jährlich brutto rund 100 Millionen Franken an. Dies sei Teil des Ende Juli angekündigten Sparpakets von insgesamt rund 400 Millionen Franken.
„Es geht nicht nur um Effizienz“, sagte Helfenstein in einer Telefonkonferenz. „Wir orientieren uns am Kundenverhalten.“ Von Jahr zu Jahr würden weniger Kunden die Geschäftsstellen aufsuchen. Dagegen habe in den letzten zwei Jahren die Nutzung des Online-Bankings des Instituts um rund 40 Prozent zugenommen, das Mobile Banking habe sich gar mehr als verdoppelt. Die Coronavirus-Krise habe diese Entwicklungen weiter beschleunigt. Entsprechend will die Credit Suisse Ende Oktober ein neues digitales Angebot auf den Markt bringen, das mit günstigen Gebühren und einer breiten Leistungspalette punkten soll. „Historisch sind wir bei jüngeren Kunden weniger gut etabliert“, sagte Helfenstein. „Hier wollen wir einen Schritt vorwärts machen.“ Credit Suisse, im Schweizer Massengeschäft die Nummer drei, wolle Marktanteile gewinnen.

Während die Bank in das digitale Geschäft und in die Beratung von vermögenden Privatkunden und Firmen investiert, spart sie bei den Geschäftsstellen. Von den gegenwärtig 146 Standorten sollen Ende Jahr nur noch 109 übrig bleiben. Damit muss die Bank weniger für Mieten und den Unterhalt der Filialen ausgeben. Zum Vergleich: Die UBS hat gegenwärtig 260 Geschäftsstellen. Doch UBS-Chef Sergio Ermotti ließ im Juli durchblicken, dass es beim Schweizer Branchenprimus ebenfalls zu einem Abbau kommen könnte. Auch in Deutschland streichen die Banken ihr Filialnetz zusammen: Die Commerzbank lässt 200 Filialen, die sie wegen der Corona-Pandemie geschlossen hatte, dauerhaft zu. Insgesamt steht Finanzkreisen zufolge bei der Abbau der Hälfte der bislang 1000 Geschäftsstellen im Raum. Auch die Sparkassen und Volksbanken, die mit ihrer Präsenz vor Ort wuchern, dünnen seit Jahren ihr Filialnetz aus. Nach Zahlen der Bundesbank schrumpfte die Zahl der Zweigstellen 2019 um 1220 auf 26.667.

Wegen der rekordtiefen Zinsen, der schärferen Regulierung und der zunehmenden Konkurrenz durch Handybanken wie Revolut oder N26 kämpfen Banken europaweit mit Ertragsproblemen. Viele von ihnen versuchen, mit Kostensenkungen gegenzusteuern. Die Credit Suisse will mit dem Umbau in der Schweiz bei den Mietkosten, den Ausgaben für den Unterhalt der Geschäftsstellen und beim Personal sparen. Vor allem Mitarbeiter in den unterstützenden Funktionen und in den Geschäftsstellen, die aufgegeben werden, seien gefährdet. Die Betroffenen sollen bis Ende Oktober informiert werden. Credit Suisse bemühe sich, Mitarbeitern intern neue Jobs zu geben.

Zur Jahresmitte beschäftigte die Division rund 13.000 Personen, der Konzern rund 48.000. Der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) kritisierte die Restrukturierung der Bank, die einen Halbjahresgewinn von 2,5 Milliarden Franken eingefahren hatte, und forderte einen Kündigungsstopp bis mindestens Jahresende. 

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