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Schweizer GroßbankenUBS und Credit Suisse droht immenser Jobabbau und juristischer Ärger

Im Zuge der Notfusion der Banken könnten 20 bis 30 Prozent der Jobs gestrichen werden. Zudem untersucht der Schweizer Bundesanwalt die Vorgänge beim Zusammenschluss.Yasmin Osman und Jakob Blume 02.04.2023 - 16:43 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Nach der Notfusion droht Ärger: Der Schweizer Bundesanwalt will die Vorgänge auf strafrechtliche Verstöße hin prüfen.

Foto: REUTERS

Frankfurt. Die geplanten Einsparungen bei den Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS könnten zum Abbau von 25.000 bis 36.000 Arbeitsplätzen führen. Das berichtete die „Sonntagszeitung“ des Schweizer „Tages-Anzeigers“ unter Berufung auf einen anonymen hohen UBS-Manager.

Die beiden Institute haben zusammen mehr als 120.000 Mitarbeiter. Credit Suisse wollte dies nicht kommentieren, die UBS war zunächst nicht erreichbar.

Die UBS hatte angekündigt, man wolle Personalkosten im Umfang von sechs Milliarden US-Dollar einsparen. Setzt man rund 200.000 Dollar pro Beschäftigten an, entspräche dies etwa 30.000 Stellen.

Dem „Tages-Anzeiger“ zufolge könnten allein in der Schweiz bis zu etwa 11.000 Stellen gestrichen werden. Ein Insider sagte dem Handelsblatt, allein in Zürich seien 9000 Jobs in Gefahr.

Die Credit Suisse war im Zuge der Pleite der US-Regionalbank Silicon Valley Bank selbst ins Taumeln geraten. Um die Gefahr einer weltweiten Finanzkrise einzudämmen, hatten die Schweizer Regierung und die Finanzaufsicht die UBS gedrängt, die Credit Suisse zu übernehmen. Aktionäre der Credit Suisse erlitten dabei hohe Verluste.

Untersuchungen gegen Regierung, Aufsicht und Manager

Das könnte ein juristisches Nachspiel haben. Im Zuge der Rettungsaktion hatte sich die Schweizer Regierung auf Notrecht gestützt, um alle juristischen Hürden für die Credit-Suisse-Übernahme aus dem Weg zu räumen.

So durften die UBS-Aktionäre nicht über diese Aktion abstimmen. In der Schweiz hat das für Kritik gesorgt.

Nun nimmt die Schweizer Bundesanwaltschaft die Vorgänge unter die Lupe. Man habe „die Medienberichterstattung über die Vorgänge der vergangenen Tage rund um die CS zur Kenntnis genommen und eine Lagebeurteilung mit allen involvierten internen Bereichen vorgenommen“, teilte die Behörde dem Handelsblatt auf Anfrage mit. „Dabei wurden auch Ermittlungsaufträge erteilt.“

Mit Blick auf die Relevanz der Ereignisse wolle die Bundesanwaltschaft „ihrem Auftrag und ihrer Verantwortung, zu einem sauberen Finanzplatz Schweiz beizutragen, proaktiv nachkommen und hat ein Monitoring eingerichtet, um bei allfälligen Sachverhalten, welche in ihren Tätigkeitsbereich fallen, umgehend aktiv zu werden“. 

Die Behörde will prüfen, ob gegen Strafrecht verstoßen wurde. Der „Financial Times“, die zuerst über die Ermittlungen berichtet hatte, hatte die Behörde gesagt, es gebe „zahlreiche Aspekte rund um Credit Suisse“, die eine Untersuchung rechtfertigen würden.

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Auch Credit-Suisse-Aktionäre bringen sich in Stellung. Der norwegische Staatsfonds kündigte auf seiner Internetseite an, gegen die Wiederwahl von Verwaltungsratschef Axel Lehmann sowie von sechs weiteren Mitgliedern des Kontrollgremiums der Credit Suisse zu stimmen. „Aktionäre sollten das Recht haben, Veränderungen des Rates herbeizuführen, wenn er nicht in ihrem besten Interesse handelt“, begründete der Staatsfonds seine Entscheidung.

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