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Sieg der Verbraucherschützer Volksbank Reutlingen schafft Strafzinsen ab

Als erstes Institut schafft die Volksbank Reutlingen ihre Minuszinsen ab dem ersten Euro auf dem Girokonto wieder ab. Sie reagiert damit auf die Abmahnung der Verbraucherzentrale. Doch die Bank lässt sich eine Hintertür.
28.06.2017 Update: 28.06.2017 - 14:42 Uhr Kommentieren
Verbraucherschützer setzen sich durch: Die erste Volksbank zieht ihre Negativzinsen wieder zurück. Quelle: dpa
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Verbraucherschützer setzen sich durch: Die erste Volksbank zieht ihre Negativzinsen wieder zurück.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Volksbank Reutlingen schafft die Minuszinsen auf Giro- und Tagesgeldkonten, die sie für Privatkunden eingeführt hatte, wieder ab. In einem offenen Brief erklärt der Vorstand der Bank heute, man habe den Preisaushang überarbeitet. Dieser sehe keinerlei negative Zinsen vor. „Wir haben aktuell keinerlei Pläne, ,Normalsparern‘ Negativzinsen zu berechnen“, heißt es weiter.

Die Volksbank reagiert damit auf die scharfe Kritik von Verbraucherschützern an ihrem Vorgehen. Das Handelsblatt hatte als erstes über die Negativzinsen im Preisaushang der Bank berichtet. Diese sahen einen Strafzins von 0,5 Prozent auf Girokonten ab dem ersten Euro vor, auf Tagesgeldkonten ab 10.000 Euro. Erhoben wurden die Minuszinsen laut eigener Aussage jedoch bislang nicht. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte den Fall aufgegriffen, die Bank vor zwei Wochen abgemahnt und mit einer Klage gegen das Gebührenmodell gedroht. Der Druck zeigt nun offenbar Wirkung.

Die Verbraucherschützer sind mit dem Zurückrudern der Bank jedoch nicht vollständig zufrieden. „Verbraucher haben damit weiterhin keine Sicherheit“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Die Änderung des Aushangs kann von der Volksbank jederzeit wieder rückgängig gemacht werden.“ Hintergrund ist, dass die Verbraucherzentrale mit ihrer Abmahnung die Volksbank auch aufgefordert hatte, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben. Dem ist das Institut nicht nachgekommen.

Wie die Deutschen sparen
Sparen
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Jedes Volk hat seine Tugend. Den Deutschen wird bekanntlich der Hang zum Sparen nachgesagt. Statistiken belegen dies, ist doch die Sparquote hier zu Lande zuletzt leicht gestiegen auf 9,7 Prozent – fast jeden Zehnten Euro, den die Deutschen verdienen, legen sie also auf die hohe Kante. Dennoch gibt es enorme Unterschiede, was die Einstellung der Deutschen zum regelmäßigen Sparen angeht. Das haben die Hamburger Marktforscher des Institutes Elbe 19 im Auftrag der genossenschaftlichen Fondsgesellschaft Union Investment herausgefunden. Je nach Bundesland, legen mal mehr, mal weniger Menschen ihr Geld zurück – zum Teil aus überraschenden Gründen.

(Foto: dpa)
Platz 14: Berlin
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„Am Ende des Geldes ist einfach immer zu viel Monat übrig“ – das scheint das Motto der Berliner zu sein. Hier leben viele Sparmuffel und Sparbuchmuffel. Die Hauptstadt vereint nicht nur mit 39,6 Prozent der Bewohner die wenigsten regelmäßigen Sparer auf sich, sondern mit gut 15 Prozent die meisten Menschen, die gar nicht sparen. Kein Wunder, dass auch das Sparbuch hier deutschlandweit am wenigsten angesagt ist.

(Foto: dpa)
Platz 13: Hamburg
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Über 866 Millionen Euro hat die Hamburger Elbphilharmonie gekostet. Auch die Bürger sind mit ihrem Geld nicht knauserig. Besonders Konsum und Reisen haben es den Hamburgern angetan, glaubt man der Umfrage. 40 Prozent der Hanseaten gibt an, gern Geld auszugeben. Dazu passt der vorletzte Rang beim regelmäßigen Sparen: Gut 44 Prozent sagen, dass sie monatlich Geld zurücklegen.

(Foto: obs)
Platz 12: Mecklenburg-Vorpommern
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Jeder Zehnte im Mecklenburg-Vorpommern sieht sich mit dem Sparen eher auf dem Kriegsfuß. Nur 44,7 Prozent der Bevölkerung sparen monatlich. Am Willen dazu kann es aber nicht liegen. Denn nur 7,3 Prozent der Mecklenburg-Vorpommern gaben an, gar nichts zurückzulegen – das ist bundesweit die niedrigste Quote. Doch insgesamt scheint es den Menschen hier an grundlegendem Wissen über modernes Sparen zu fehlen. 15,5 Prozent der Anleger äußerten sich als Spar-Anfänger, das ist der zweithöchste Wert in Deutschland.

(Foto: dapd)
Platz 11: Sachsen-Anhalt
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Zielstrebig kommen die Sachsen-Anhaltner daher: Als Motiv für das Sparen geben hier fast achtzig Prozent an, ihren Lebensstandrad sichern und verbessern zu wollen. Im Bundesdurchschnitt nennen knapp drei Viertel der Deutschen diesen Beweggrund. Jeden Monat Geld zurücklegen – das machen trotzdem nur knapp 50 Prozent.

(Foto: dpa)
Platz 10: Sachsen
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In Sachsen geht Kopf vor Herz. Gut 70 Prozent beschreiben hier ihre Beziehung zum Sparen als Zweckgemeinschaft, so sachlich sieht man das Thema nirgends sonst. 51,7 Prozent der Bevölkerung sparen hier jeden Monat.

(Foto: dpa)
Platz 9: Brandenburg
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Die Brandenburger halten sich zurück beim Geldausgeben: Immerhin rund 52 Prozent der Menschen spart regelmäßig. Für Konsum und Reisen etwa sitzt das Geld hier weniger locker als in anderen Gegenden des Landes. Nur ein Viertel gibt an, gern Geld auszugeben. Ein eigenes Heim ist den Brandenburgern offenbar kaum ein Sparmotiv: Nur gut zwölf Prozent der Befragten geben dies an, so wenige wie in keinem andere Bundesland.

(Foto: dpa)

Im Brief des Vorstands ist vielmehr davon die Rede, dass man sich die Einführung von Negativzinsen weiterhin vorbehalte. Zum einen sollen Großkunden mit einer Anlagesumme ab einer halben Million Euro weiterhin einen individuell vereinbarten Negativzins bezahlen, „da wir Kosten für die Verwahrung großer Guthaben nicht auf alle Kunden umlegen möchten“, wie der Vorstand schreibt. Ähnlich verfahren auch andere Institute.

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    Zum anderen hält sich die Volksbank aber auch im Fall von Kleinsparern eine Hintertür offen: Man könne „leider nicht kategorisch ausschließen, dass wir eines Tages auf ein verändertes Zinsniveau und dadurch weiter steigende Kosten für die Verwahrung der Kundeneinlagen reagieren müssen“, heißt es.

    Für Nils Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ist der Fall daher noch nicht beendet. „Die Klage ist noch nicht vom Tisch“, man werde die Sache rechtlich weiterverfolgen. „Wir wollen Rechtssicherheit herstellen und damit an andere Institute ein Signal richten“, so Nauhauser. „Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg beabsichtigt damit einen Schritt weiterzukommen in einer grundsätzlichen Klärung der Zulässigkeit von Negativzinsen.“

    Das Vorgehen der Bank ist juristisch umstritten
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