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Skandalkonzern Mögliche Fluchthelfer von Ex-Wirecard-Vorstand Marsalek in Haft

Ein ehemaliger Beamter des österreichischen Nachrichtendienstes und ein Ex-Abgeordneter sollen Jan Marsalek zur Flucht verholfen haben. Nun sitzen sie in U-Haft.
24.01.2021 Update: 25.01.2021 - 13:54 Uhr Kommentieren
Der ehemalige Wirecard-Manager ist auf der Flucht. Quelle: Leopold Fiala
Jan Marsalek

Der ehemalige Wirecard-Manager ist auf der Flucht.

(Foto: Leopold Fiala)

München Der ehemalige Wirecard-Vorstand Jan Marsalek soll bei seiner Flucht im Juni vergangenen Jahres Unterstützung von einem ehemaligen hochrangigen Beamten im österreichischen Nachrichtendienst BVT und einem Ex-Abgeordneten der rechtspopulistischen Partei FPÖ erhalten haben. Auch ein suspendierter BVT-Beschäftigter soll beteiligt gewesen sein.

Alle seien festgenommen worden, bestätigte die Staatsanwaltschaft Wien am Montag. Die Ermittlungen liefen wegen des Verdachts der Begünstigung. Der ehemalige Nationalratsabgeordnete Thomas Schellenbacher sitzt seit Freitag vergangener Woche in Haft. Martin W., einst die Nummer drei im Nachrichtendienst des Nachbarlandes, ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Beim dritten Verdächtigen sei noch unklar, ob Untersuchungshaft verhängt werde. Zuerst hatte die Zeitung „Der Standard“ darüber berichtet.

Die Wiener Staatsanwaltschaft wirft beiden vor, Marsalek bei seiner Flucht nach Minsk in Weißrussland geholfen zu haben. Deswegen haben die Staatsanwälte am vergangenen Freitag am Wiener Landgericht eine „Anordnung zur Festnahme“ erwirkt. Der Vorwurf, dass ein ehemaliger hochrangiger Beamter des Nachrichtendienstes und ein Ex-Abgeordneter einem der derzeit meistgesuchten Wirtschaftskriminellen der Welt bei der Flucht geholfen haben sollen, erschüttert seit dem Wochenende die Alpenrepublik.

Denn auch mehr als ein halbes Jahr nach der spektakulären Pleite von Wirecard fehlt von Marsalek noch immer jede Spur. Mit dem Wissen der Ermittler verdichtet sich jedoch das Bild seiner Flucht. Am 18. Juni 2020 wurde klar, dass rund 1,9 Milliarden Euro auf Wirecards Treuhandkonten auf den Philippinen nicht existierten. Während der damalige Wirecard-Chef Markus Braun wenige Tage später in Untersuchungshaft genommen wurde, entzog sich Marsalek einer möglichen Verhaftung. Er floh.

Marsalek fürs Drittpartnergeschäft verantwortlich

Bei Wirecard galt der Chief Operating Officer Marsalek als Vizechef hinter Braun und kümmerte sich vor allem um das umstrittene Drittpartnergeschäft. In Ländern, in denen Wirecard keine eigene Lizenz zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs besaß, übernahmen externe Partner diese Aufgabe. Zur Absicherung der Zahlungsströme waren angeblich die hohen Kassenbestände bei zwei Banken in Manila angelegt.

Laut „Der Standard“ soll der Ex-Abgeordnete Schellenbacher vom Ex-Nachrichtendienstler W. wenige Tage vor Bekanntwerden der Wirecard-Pleite beauftragt worden sein, einen Flug für Marsalek nach Minsk zu organisieren. Am 19. Juni, einen Tag nach Bekanntwerden der Bilanzfälschung bei Wirecard, hob dann vom kleinen Flughafen in Bad Vöslau, 30 Kilometer südlich von Wien, eine Cessna Citation Mustang 50 ab.

Die um 20.03 Uhr gestartete Maschine der Fluggesellschaft Jet X Aviation Services soll gegen 23 Uhr mit Marsalek an Bord in Minsk gelandet sein, heißt es. Seither fehlt von dem ehemaligen Wirecard-Vorstand jede Spur. Den Preis von rund 8000 Euro für den Flug soll Marsalek in bar bezahlt haben.

Mehr: Brauns Anwälte zeichnen das Bild eines betrogenen Visionärs. Doch Weggefährten erzählen eine andere Geschichte.

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